Die Klapperschlange (Die Geschichte von)

1988 steigt die Verbrechensrate in den Vereinigten Staaten um 400%. Folgelogisch opfert die Regierung Manhattan und macht daraus eine Gefängnisinsel. Was aus den dortigen ehemaligen Bewohnern wurde, ist nicht überliefert und scheint auch nicht sonderlich zu interessieren. Alle Brücken und Wasserstraßen sind vermint. Wer erst einmal drin ist, kommt nicht wieder raus. Auch hat sich offensichtlich niemand über die Geschlechtertrennung im Gefängnis Gedanken gemacht oder wie lange sollte dort eine Frau überleben?
Durch die erhöhte Kriminalität mutierten Regierung und Polizei wieder zu diktaturähnlichen Strukturen, die wir auch 35 Jahre später einfach nicht loswerden. 1997 entführen Terroristen die Airforce One auf dem Weg zu einem Gipfeltreffen. Genau über Manhattan springt der Präsident ab und steht verdutzt in seinem eigenen Gefängnis. Obwohl er dort sicherlich viele Personen trifft, die ihn kennen, scheint es ihm den Tag irgendwie zu vermiesen. Beim Rettungsversuch übergibt ein Punk den Finger des Präsidenten und erklärt, dass dieser getötet wird, wenn die Polizei nicht sofort abzieht und fernbleibt.
Der Police Commissioner Hauk möchte einen letzten Rettungsversuch starten. Wie es der Zufall will, wurde gerade jetzt der ehemalige Spezialsoldat und umgeschulte Verbrecher Snake Plissken festgenommen. Ihm wird die Freiheit versprochen, wenn er den Präsidenten in 24 Stunden befreit. Er wird ausgerüstet und bekommt zur Motivation unbemerkt zwei Kapseln in die Halsschlagadern, welche seine Aterien nach 24 Stunden öffnen, wenn sie nicht deaktiviert werden. Das nenne ich Vertrauen. Hauk offenbart, dass es hauptsächlich um eine Kassette im Aktenkoffer des Präsidenten geht. Ohne sie ist der Führer keinen Deut mehr wert. Langsam wächst mir diese Welt doch ans Herz. Und so legt Snake los:
Hier haben wir die perfekte Grundlage für eine solide Geschichte, welche nicht gleich bei jeder Kleinigkeit auseinanderbricht. Der Präsident ist eine Geißel, also sind der Polizei die Hände gebunden. Snake geht zum Schein auf den Auftrag ein, doch die Kapseln können erst am Ende deaktiviert werden. Ihm bleibt also nichts anderes über, als die Mission durchzuführen. Außerdem hat man verstanden, dass gute Action nicht aus Massen an CGI und Explosionen besteht. Eine bedrohliche Umgebung und eine gute Geschichte sind einfach um Welten besser.
Snake trifft auf Cabby, einen wundervoll charismatischen Sidekick und arbeitet sich voran. Dieser bringt unseren Helden erst zu Brain, der einen Plan der Minen der Brücke besitzt. Schließlich findet Snake den Präsidenten beim Duke, doch wird festgenommen. Letztendlich schafft er es jedoch gerade rechtzeitig den Führer zu befreien und die Brücke zu überqueren.
Sicherlich hat auch diese Geschichte einige Probleme. Die Kassette sollte die Menschheit retten, aber Snake ist dies egal. Er tauscht sie am Ende aus Rachelust einfach aus. Und warum stirbt Brain trotz Karte? Aber die genialen Details überwiegen bei Weitem. Cabby klopft beispielsweise mit seinem Schuh gegen die Haustür von Brain, der in einem gewaltigen Gebäude lebt. Da muss man erst einmal gehört werden. Snake ist kein Übermensch, übersieht ständig Personen in seinem Rücken und letztendlich kommt er gerade so durch. Und das kleine Detail, dass alle glauben er wäre tot, trägt weiter zur Stimmung bei.

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