Top 3 PlotFAILS 23: Plattfuß, Der Hexer: Zeit des Sturms, The Libertine (MCPM 174)

Top 3: Plattfuß am Nil
Die Komödie mit Bud Spencer von 1980 hat eine herausragende Szene, die man heute sicherlich nicht mehr so drehen würde. Bodo, der Adoptivsohn von Kommissar Rizzo will mit auf ein Flugzeug. Dazu geht er zu einer dunkelhäutigen, größeren Familie, überredet einen Jungen, lenkt ihn ab und nimmt seinen Platz an. Der unschuldige Junge bleibt also am Flughafen zurück, während seine gesamte Familie nach Afrika fliegt.

Top 2: Positiv: Der Hexer: Zeit des Sturms von Andrzej Sapkowski von 2013
Der Einzelroman wurde erst im Nachhinein geschrieben und siedelt sich irgendwo zwischen den anderen Kurzgeschichten an. Daher hatte der Autor leider kaum Möglichkeiten, irgendetwas Wichtiges über die Welt oder die Beziehungen zwischen dem Hexer und anderen Charakteren zu beschreiben. Rittersporn ist zwar an seiner Seite, alle anderen wichtigen Figuren kommen jedoch nicht vor oder werden nur am Rand erwähnt.
Man erkennt deutlich, wie sich die Schreibhandwerkskunst von Herrn Sapkowski entwickelt hat. Die Kapitel beginnen mit interessanten Zitaten bis hin zu Anton Szandor Lavey und der Satanischen Bibel. Der Autor spielt viel mit Ausdrücken und glänzt, sobald er etwas beschreibt. Der Fokus des Buches liegt auf den Dialogen, Action steht hinten an.

Top 1: The Libertine (2004 mit Johnny Depp und John Malkovich)
Der adelige Freigeist und Schriftsteller John Wilmot trinkt und hurt sich durch die Londoner Bordelle des 17. Jahrhunderts, bis er eine junge Schauspielerin entdeckt, in die er sich verliebt. Sie sieht jedoch jeden wankelmütigen Charakter in ihm und hält ihn auf Distanz. Schließlich bekommt sie sogar ein Kind von ihm, kann sich jedoch von ihm lösen.
König Charles II möchte, dass Johnny ihm bei seinen Problemen hilft und Gutes für ihn tut. Nach einigen rebellischen Akten wendet sich zumindest diese Storyline scheinbar zum Guten. Wäre da nicht der Wehrmutstropfen, dass Johnny die Monarchie am Leben hält, die das gemeine Volk unterdrückt.
Der gesamte Film ist mit einem Filter überdeckt, der wohl kaum den Geschmack der Allgemeinheit treffen dürfte und abgesehen von einem Gespräch, wo geschickt mit der Unschärfe gespielt wird, sind die Kamerafahrten mehr verwirrend, als der Stimmung dienlich.
Das größte Problem des Films ist jedoch, dass zahlreiche Szenen absolut redundant sind, während andere wichtige Teile fehlen. Oft kommen Schnitte, wo Wochen und Monate zwischen den Szenen liegen, während sich weder der Auftrag des Königs an Elizabeth, noch deren Kind irgendwie auf den Plot auswirken.

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James Bond: Die Welt ist nicht genug

Die schauspielerische Leistung schwankt zwischen katastrophal bis hin zu sehr gut. Pierce Brosnan scheint teilweise keine Lust zu haben, bis er schließlich wieder in seiner Rolle aufgeht. James Bond gerät in diesem Film immer wieder in Gefahr, doch zum Glück schießen seine Gegner wie sehbehinderte Maulwürfe und wenn doch jemand Kompetenz zeigt, muss Bond von anderen Charakteren gerettet werden.
Bond holt am Anfang das Geld für den Industriellen King, welches mit Chemie bearbeitet wurde. An Kings Anstecknadel befindet sich ein Sender, der einen Magnesiumstreifen im Geld zum Brennen bringt. Wie bringt ein Chip Magnesium zum Brennen? Was löst den Chip überhaupt aus?
Bond nimmt einen Zettel auf dem ein Guthaben steht und steckt ihn in sein Jackett. Er kämpft in der Schweiz, springt aus einem Fenster, fliegt nach London, kämpft gegen eine Assassine auf und unter Wasser, springt von einem Ballon, kugelt sich die Schulter aus, wird wieder hergerichtet, für tauglich empfunden, setzt sich an einen Computer und zieht den unversehrten Zettel aus seinem unversehrten Jackett.
Bond muss zu Pipelinearbeiten nach Aserbaidschan und wird von Q ausgestattet. Das Klima in Aserbaidschan erstreckt sich von Halbwüsten- bis Steppenklima. Warum bekommt er dann eine Winterjacke, die sich bei einer Lawine aufbläst?
Assassinen wollen beim Schifahren angeblich Elektra töten. Sie ist klar als Frau erkennbar und trotzdem verfolgen sie Bond. Da könnte man skeptisch werden. Doch dann schalten sie sich mehr gegenseitig aus, als dass Bond wirklich etwas dazu beiträgt und man erkennt, dass man das alles nicht in Frage stellen sollte. Schließlich heißt es noch, dass Arkoff modernste Waffen für den Angriff geliefert hat. Und zwar Paragleiter. Diese sieht man seit 1999 quasi in jedem Kriegsgebiet.
Die Bösen fahren Bond direkt zum nächsten Schauplatz, wo Renard eine Atombombe stehlen will. Das dortige Militär hat die Kompetenz von Brot und wird überrumpelt. Die Bombe könnte mit einer Steckkarte geortet werden, die man jedoch ohne weiteres einfach so aus ihrem Slot ziehen kann und schon weiß niemand mehr, wo die Atombombe ist.
Der Bösewicht Renard hätte exekutiert werden sollen und hat nun eine Kugel im Kopf stecken, wodurch seine Kraft von Tag zu Tag steigt. Und wenn dich eine Spinne beißt, dann wirst du Spiderman. Renard beweist, dass er durch die Kugel im Kopf nichts fühlt und nimmt glühende Steine in die Hand. Ok, er fühlt den Schmerz nicht, doch seine Hand wäre nachher trotzdem kaputt. Renard hat Elektra in jungen Jahren entführt und durch das Helsinkisyndrom fühlte sie sich zu ihm hingezogen. Dann bekam Renard eine Kugel ab und wusste, dass er bald sterben würde. Dadurch haben sich die Positionen der beiden geändert. Nun ist Elektra die Dominante und Renard ihr williger Handlanger. So funktioniert weder das Helsinkisyndrom, noch Psychologie. Renard wird sterben und opfert sich für seine geliebte Elektra. Warum sich auch all seine Handlanger mit ihm opfern würden, ist jedoch nicht so ganz klar.

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Coronaleugner

Das Problem bei Verschwörungstheoretikern ist, dass sie allen und jedem glauben, der irgendetwas gegen die allgemeine Wahrheit sagt, die Millionen von Experten vertreten und Milliarden von Menschen glauben, egal, wie bescheuert es ist. Die Erde ist eine Scheibe, um die sich die Sonne dreht und Corona gibt es gar nicht oder ist vollkommen harmlos. Die vermeintlich Intelligenten unter ihnen sondern sich jedoch ab und behaupten: „Wir sind keine Coronaleugner.“ Dies wäre auch gut, denn das Virus kann sichtbar gemacht werden und ist somit nicht vergleichbar mit einem Mann mit Rauschebart, der auf einer Wolke sitzt und den gesamten Tag RTL-Earth-TV kuckt. Diese besonders ausgefuchsten Wortverdreher leugnen lediglich die ungesunde Wirkung des Virus. Es kommt auf dasselbe hinaus, doch sie wollen sich ja nicht mit der unwissenden Masse gleichstellen. Welche Argumente könnten sie nun haben?

Die Menschen überschätzen die Zahlen der Ansteckungen und die Mortalität. Laut Wikipedia sterben jedes Jahr durchschnittlich 50-60 Millionen Menschen und da das Virus hauptsächlich alte Menschen betrifft, fällt das auch nicht mehr ins Gewicht. So kann man das natürlich auch sehen und dabei vollkommen ignorieren, dass es bei Mutationen bald auch Jüngere betreffen kann. Außerdem gibt es Grippe und da regt sich die Regierung auch nicht so auf. Gut, bei der Grippe haben wir eine Teilimmunisierung in der Bevölkerung und seit vielen Jahren Impfungen, aber wenn man nichts gegen Kim Jong-un unternimmt, hätte man auch Hitler in Ruhe lassen können.

Jeder Tote, der Corona hat, fällt in die Statistik, auch wenn er an etwas anderem gestorben ist.
Prinzipiell stirbt man nicht an Corona, sondern am Versagen des Immunsystems. Aber wenn dir Herr X eine Kugel in den Kopf schießt, dann sehen wir Menschen das so, dass X dich getötet hat und nicht das Versagen deines Stoffwechsels. Und auch wenn jemand morgen an etwas anderem sterben würde, dann verbucht diese Welt doch die direkte Todesursache und nicht: Er hätte morgen ja auch an Altersschwäche sterben können, Verkehrsunfälle sind in Wahrheit gar nicht gefährlich. Es kann tatsächlich sein, dass ein Mensch an etwas anderem stirbt, währenddessen er den Virus in sich trägt und in die Statistik der Corona-Toten fällt. Aber nicht jeder, der kurz vor dem Tod steht, holt sich noch schnell eine Corona-Infektion, um die Statistik zu verfälschen. Und wenn sich laut den Verschwörern ohnehin so wenig anstecken, dann beeinflusst dies die Statistik wohl nur minimal.

Die Reichen und Mächtigen haben Corona erfunden und wollen uns damit kontrollieren.
Diese Welt wird ganz offen von wenigen massiv beeinflusst. Was die Reichen und Mächtigen wollen, ist, dass Menschen arbeiten und ihr Geld ausgeben, damit sei daran verdienen können. Sie haben nichts gewonnen, wenn die Menschen nicht arbeiten und zuhause ihr Geld anstarren.

Als Vertreter der Verschwörungstheoretiker, nehmen wir doch einmal den nüchternen Statistiker Samuel Eckert. Er ist fundamentalistischer Christ und sieht sich als Martin Luther, dem ein Predigtverbot erteilt wurde. Er sagt: „Corona bzw. der Kampf gegen die Maßnahmen des Virus führe in eine neue, gereinigte Zeit und letztlich zu Gott.“ Er tut bei seinen YouTube Videos so, als würde er nur Fakten präsentieren und uns die Schlussfolgerung überlassen. Wir übersehen hier, dass ihm vorgeworfen wird, mit falschen Zahlen zu hantieren und, dass er massiv von seiner Corona-Verzerrung profitiert. In seinem Clip über Österreich zeigt er auf, dass trotz Corona das Jahr 2020 nur an dritter Stelle der meisten Todesfälle in den letzten Jahren liegt. Wow, im Lockdown gehen die Todeszahlen hinunter. Ich glaub mich tritt ein Kaninchen. Samuel fragt, wofür der Lockdown dann notwendig war. Also obwohl es Corona angeblich gibt und es so gefährlich sein soll, sind in Österreich weniger Menschen gestorben, als 2012 und 2013. Damit hat er mich voll überzeugt. Nur einige Idioten werden jetzt sagen: Naja, wenn da Lockdown ist, dann sinken die Zahlen der Verkehrsopfer, der Sportunfälle, der Toten durch gefährliche Operationen und vielem mehr. Eigentlich müsste die Mortalität in einem Lockdown massiv heruntergehen. Warum ist das nicht geschehen? Könnte es sein, dass ein tödliches Virus durch das Land fegt? Aber man kann auch nur die Hälfte erzählen und so tun, als wäre alles kein Problem, während der YouTube-Kanal immer mehr Abonnenten bekommt. Könnte es sein, dass unser Martin Luther eine Agenda und einen massiven Gewinn durch seine Gegendarstellungen hat?

Egal ob man den Virus gänzlich leugnet oder seine Bedrohung massiv herunterspielt: Beides ist eine Art der Verleugnung. Verschwörungstheoretiker glauben, dass die Welt von den Reichen und Mächtigen regiert wird, ohne, dass die Masse etwas davon mitbekommt und sie haben Corona erfunden, um die Menschheit zu unterdrücken. Wie soll das gehen? Entweder müssten sie weltweit dutzende Millionen von Politikern, Wissenschaftler, Wirtschaftlern und Experten eingeweiht haben, was eine unmögliche Meisterleistung wäre und wohl kaum finanziert werden könnte. Oder sie täuschen uns alle und nur die wenigen Kritiker haben den vollen Durchblick. Natürlich ist es unmöglich, dass die Reichen und Mächtigen auch die Verschwörungsanführer kontrollieren. Das würden sie niemals wagen. Verschwörungstheoretiker sind ehrliche Leute, die nur die Wahrheit berichten und nicht bestechlich sind. Dass sie durch die Erfindungen und die Propaganda ihrer Theorien massiv Aufmerksamkeit bekommen, zu der sie es im richtigen Leben nicht geschafft haben, und Geld damit verdienen, hat sicherlich nichts mit ihren Überzeugungen zu tun.
Mal im Ernst. Samuel Eckert profitiert unglaublich von seinen Statistik-Videos gegen Corona, bei denen er ganz offensichtlich die Realität massiv verzerrt oder wichtige Informationen weglässt. Auch alle anderen Anführer der Verschwörungstheorien profitieren massiv an ihren Hetzen, sonst hätten sie kein Interesse daran. Am lustigsten fand ich einen Experten, der während einer Autofahrt erklärt, dass Corona künstlich in Kanada hergestellt worden ist. Vielleicht hat er das Land ausgewürfelt, denn es musste ja nur eine andere Information als die gängigen sein. Natürlich begründet er seine Aussage nicht, doch wer am Steuer ein Video aufnimmt, dem kann man blind vertrauen. Dass er am Ende plötzlich Bitcoins verkaufen will, hat auch nichts mit seinem Standpunkt gegen Corona zu tun. Nicht, dass hier der Eindruck entsteht, der Opener wäre dazu da, die Zuseher zu ködern. Es gibt tatsächlich unzählige absurde Videos und Aussagen, die Menschen glauben, nur um vermeintlich mit geheimen Informationen dagegen zu sein. Und wenn einer dieser Hallodris irgendwann zufällig mit irgendetwas Recht gehabt hat, dann sind natürlich alle Verschwörungstheorien belegt.
Wann immer euch vermeintliche Experten Absurditäten erzählen, solltet ihr euch fragen: Hat die Person eine Agenda und profitiert sie durch ihre vermeintlich kontroverse Meinung? Versucht die Person Aufmerksamkeit und Geld zu bekommen, die sie mangels Kompetenz von der Welt nicht bekommt? Solche Personen sind für ihren Gewinn sogar bereit, Menschenleben durch Falschinformationen zu gefährden. Wieso sollten die Reichen und Mächtigen nicht gerade diese Menschen kontrollieren? Verschwörungstheoretiker glauben immer über Geheimwissen zu verfügen, welches im allgemein zugänglichen Internet oder in Bestsellern steht. „Normale“ Menschen lesen das nicht, weil sie wissen, dass es Quatsch ist. Recherchiert doch einfach einmal über Verschwörungstheoretiker. Doch macht nicht den Fehler, selbst eine Agenda zu haben und sich nur Berichte zu suchen, wo die gut wegkommen. Lest euch unterschiedliche Standpunkte durch und versucht euch dann anhand dessen eure eigene Meinung zu bilden. Wer recherchieren kann, ist klar im Vorteil!
Natürlich würde ich mich auch gerne über die wenigen Reichen beschweren, die viel zu viel Macht haben und das ist schon lange kein Geheimwissen mehr. Und natürlich möchte ich mich auch über gewisse Corona-Maßnahmen beschweren, doch durch die ganzen Coronaleugner, muss so viel Energie verschwendet werden, um gegen die Wahrheitsverzerrung anzukämpfen und Menschen zu schützen, dass kaum noch Zeit für berechtigte Kritik bleibt. Verschwörungstheoretiker und Coronaleugner sind die fleißigsten Helfer der Reichen und Mächtigen und sie machen alles viel diffuser.

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Fellner! LIVE: Heinz-Christain Strache im Interview KRITIK

Ö24 TV ist ein Fernsehsender von Herrn Wolfgang Fellner, der auch die Zeitung Österreich herausgibt. Im Intro für seine knallharte Nachrichtensendung meint eine Stimme: Fellner, Unabhängig, Unparteiisch und wirklich Kritisch. An dieser Einleitung missfallen mir spontan vier Dinge. Obwohl sich der Hauptakteur des Ibiza-Videos, Heinz Christian Strache, aus der Politik zurückgezogen hat, macht Fellner regelmäßig Interviews, da er HC augenscheinlich furchtbar gerne hat. Und sowohl bei Strache, als auch bei Fellner muss man sich die Frage stellen, was die in einem vermeintlichen Nachrichtenformat machen. Es wäre vielleicht besser, wenn sie draußen den Wald umgraben würden. Brot kann schimmeln, was könnt ihr?
Und nachdem Fellner bei seinen beinahe wöchentlichen Interviews HC immer wieder eine Bühne geboten hatte, die Ibiza-Affäre zu diffusionieren, hat er nun erfahren, dass sich der liebe Strache in der spanischen Finka negativ über Journalisten geäußert hatte. Dies würde Fellner wahrscheinlich in keinster Weise angreifen, warum sollte es auch? Doch HC hat auch direkt über ihn gesprochen und ihn beleidigt. Also hat ihn dieser wieder eingeladen und wirkt wie ein verwöhntes Kind, das seinem ehemaligen besten Freund die Freundschaft gekündigt hat. Strache zerfließe in Selbstmitleid, er sehe sich als Opfer, ist jedoch ein Täter und er würde doch nicht ernsthaft glauben, die aktuelle Krise besser bewältigen zu können. Das Ganze hat nichts mit einem kritischen Interview zu tun. Fellner wirft nur einige bissige Kommentare ein und lässt anschließend HC wieder alle Zeit der Welt, Unwahrheiten zu verbreiten oder Ereignisse zu verzerren. Das ist unterster Unterhaltungs-“Journalismus.“ Erst die zweite Hälfte des Interviews geht wieder gesitteter ab, weil Fellner seinem HC augenscheinlich einfach nicht böse sein kann.
Die Hauptaussage von Strache am Anfang: Hätte er gewusst, was auf dem Ibiza-Video ist, wäre er nicht zurückgetreten. Ist ja nicht so, dass er dabei war und sich daran erinnern könnte. Die Informationen waren sicherlich gänzlich neu für ihn. Einen Landesverrat begeht man immerhin alle paar Wochen, da kann man sich nicht jeden im Detail merken. Es könnte sein, dass sich der liebe HC zum Zeitpunkt dieser Aussage nicht im vollständigen Zentrum der Wahrheit befunden hatte.

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Die heile amerikanische Familie – Sitcoms 80er/90er (Gefährliches Halbwissen 172)

Hier eine These: In den 80ern und 90ern versuchten die Sitcom-Produzenten immer wieder auf Biegen und Brechen eine heile, amerikanische Familie darzustellen, die mit alltäglichen Problemen zu kämpfen hatte. Dabei wurde den amerikanischen Bürgern unterschwellig suggeriert, dass ihre Leben genau richtig wären. Hin und wieder kam es jedoch zu ungewollten Ausrutschern, die wohl aus Versehen aufzeigten, dass weder die Schreiber, noch die Schauspieler so ganz an diese heile Welt glaubten. Einzelne Gegenbewegungen zu der perfekten Familie zeigten auf, dass sich die Zeiten ändern und das Publikum nach anderem verlangte. Also begannen sich einzelne Sitcoms zu verändern und die heile Welt brach.
Ein wichtiges Genre war die perfekte, schwarze Familie, um auch diese Minderheit in den USA zu bedienen. Bei den Cosbys waren die Eltern Anwältin und Arzt, um zu zeigen, dass auch Schwarze gutbezahlte Jobs haben und eine Großfamilie ernähren können. Als sich die Zeiten änderten, wurden die Kinder immer lebensunfähiger, brachen die Schule ab und lebten teilweise unter ärmsten Verhältnissen. Bei „Alle unter einem Dach“ bekleidet der dickliche Vater immerhin den ehrenwerten Beruf des Polizisten. Das einzige herausstechende Merkmal ist der ungeschickte Nachbar Steve Urkel, der die Familie immer wieder in Schwierigkeiten bringt. Mit heutigen Augen sind alle, und besonders der Vater, unglaublich gemein zu Steve, der dies später an seine Freundin weitergibt. Und beim Prinz von Bel-Air ist der Vater sogar Richter und nimmt den revoltierenden Cousin auf. Liebe Schwarzen unseres Lands, ihr könnte es zu was bringen, wenn ihr nur brav und fleißig seid.
Die weißen Familien hingegen wurden als arm dargestellt, da dies der Mehrheit der Amerikaner entsprach. Ihre Probleme resultierten aus ihrer Armut, waren aber immer bewältigbar. Roseanne verdeutlichte, dass es normal wäre, wenn man mehrere Jobs hatte, sich um die Kinder kümmerte und in ständiger Angst um seinen Arbeitsplatz leben musste. Dass die Eltern hier viel mit Sarkasmus, anstatt mit Liebe kaschieren, stört keinen. Am Ende werden sie sogar reich, dafür betrügt Dan seine Frau. Hier wird klar, auch reiche Menschen haben es nicht einfach, also erfreut euch eurer einfachen Leben. Armut ist kein Grund gegen eine perfekte, amerikanische Familie. „Wunderbare Jahre“ und „Melcom mittendrinn“ schließen hier nahtlos an, auch wenn die Familienliebe mit der Lupe gesucht werden muss. Auch die Reichen müssen vorkommen und so schafft es unsere Nanny, bei den Sheffields unterzukommen, obwohl die Serie bald nur noch von ihrer Liebe zu Max getragen wird, der sie lange zurück weist. Doch schließlich kann auch die einfache Frau einen Millionär heiraten.
Hin und wieder übertrieben sie jedoch maßlos. In „Eine starke Familie“ wird sogar Sex thematisiert. Dana fährt mit ihrem langjährigen Freund weg und schläft mit ihm in einem Zimmer. Die Mutter ruft im Hotel an und bittet, sie mögen die Tür des Zimmers ausbauen, damit die beiden nicht miteinander schlafen können. Doch die Perfektion der Amerikaner setzt sich durch und der Verstand siegt. Mit 21 Jahren ist Dana natürlich noch viel zu jung für Sex und entscheidet sich doch noch zu warten. Die Tanners lassen sich dafür von Alf tyrannisieren, ohne auch nur für einen Moment ihre perfekte Maskerade zu verlieren. „Eine schrecklich nette Familie“ zeigte auf, dass es auch anders geht, doch sogleich fühlte sich eine Hausfrau berufen, diese Serie absetzen zu lassen, da sie nicht mehr die heile Welt zeigte, die sie kannte.
Es dauerte immerhin zwei Jahrzehnte, bis diese festen Formeln aufgebrochen werden konnten und sich die Sitcom-Landschaft begann zu verändern.

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Ist Diablo 4 Blizzards letzte Chance? (171b)

Der geschätzte Redakteur Maurice Weber von der Gamastar hat ein Video mit dem Titel „Wir können Blizzard nicht mehr trauen – jetzt muss Diablo seine Ehre retten“ produziert und im Thumbnail geschrieben: „Letzte Chance, Blizzard! Und natürlich kann ich verstehen, dass sich ein Magazin wie Gamestar hier vorsichtig positionieren muss, doch Maurice ist nicht der einzige der sagt, dass Diablo 4 Blizzards letzte Chance ist, also hat er meinen heiligen Zorn entfacht, weshalb ich diesen Text jetzt wie ein Verrückter in die Tasten geprügelt habe. Natürlich richtet sich mein grenzenloser, unheiliger Zorn nicht gegen Maurice oder die Gamestar, sondern einzig und alleine gegen Herrn Blizzard, auch wenn die Fans einiges abbekommen werden. Doch da ich ja auch regelmäßig Produkte vom lieben Herrn Blizzard konsumiere und ihm meine Seele geschenkt habe, beschimpfe ich hauptsächlich mich selbst. Zum Glück ist mit meiner Seele nicht mehr allzu viel anzufangen. In your face.

Sehr geehrter Herr Blizzard!
Sie hatten es nicht einfach. Schon seit 2005 klauen Sie von anderen Firme Spieleideen und monitarisieren immer härter, während Sie den Umfang und die Qualität Ihrer Produkte immer drastischer senken. In den letzten Jahren habe Sie sich jedoch augenscheinlich zu oft zu hart auf Ihren Elfenbeinthron gesetzt, wodurch Ihre Prostata nach oben katapultiert wurde und nun ein wichtiges Organ ersetzt. Ich will damit sagen, dass Sie Ihre Entscheidungen nicht unbedingt mit Ihrem Gamer-Herzen treffen, sondern mit einem anderen Körperteil, das dafür nicht unbedingt geeignet ist.
2018 hielten Sie die Hauseigene Blizzcon ab, für die Fans ihren Arbeitgebern ewige Treue schwören mussten um Urlaub zu bekommen, ihre Großväter beklauten, da sie ihr gesamtes Geld schon für Lootboxen verschwendet hatten, um die halbe Welt segelten und vollkommen überteuerte Hotelzimmer bewohnten, nur um dann endlich die bombastischen Neuankündigungen der besten Videospielefirma der gesamten Erde genießen zu können. Dummerweise hatten Sie bei dieser Blizzcon einfach überhaupt gar nichts, was Sie hätten ankündigen können. Warcraft 3 ist kein neues Spiel, sondern ein Remake und bei dem Shitstorm nach Veröffentlichung, der über Sie hinweggefegt ist, können nicht einmal Sie so bescheuert sein und diese Ankündigung für einen wertvollen Beitrag halten. Und ein Handygame ist auch kein richtiges Videospiel. Keiner der Fans kämpfte sich über die Sieben Weltmeere und riskierte für die Reise seinen finanziellen Ruin, um die Ankündigung für ein verdammtes Billigstdorfer-Klickgame zu sehen, das Sie so hart monitarisieren werden, das ich sogar noch die Seelen meiner Nachbarn an Diablo verschachern muss, auch wenn ich noch nicht weiß, wie genau ich das anstelle. Wenn Sie mir nicht glauben, sehen Sie sich die Reaktion der Fans vor Ort an. They were not amused. Und was sollten diese drei Opfer auf der Bühne? Dachten die tatsächlich, dass sich die Fans über keine interessanten Ankündigungen freuen würden? Zumindest kann ich ihre Frage beantworten: „Habt ihr keine Handys?“ Es geht nicht darum, dass wir die Konsole nicht besitzen, für die Sie das Spiel machen, es geht darum, dass uns dieser Schwachsinn einfach nicht im Geringsten interessiert.
Doch lieber Herr Blizzard, Sie haben das Problem, dass Sie einfach keine neuen Spiele mehr produzieren, sofort erkannt und 2019 trotz steigender Umsätze ungefähr 700-800 Mitarbeiter entlassen. Dies unterscheidet einen Topmanager wie Sie von mir. Ich hätte vollkommen blauäugig mit den vorhandenen Topmitarbeiten mit der Produktion eines neuen Spiels begonnen. Doch das war gar nicht nötig, denn wenn man Herr Blizzard ist reicht es vollkommen aus, bei der nächsten Blizzcon Overwatch 2 zu präsentieren, auch wenn es nur ein Addon ist und Diablo 4 anzukündigen. Natürlich fehlen Ihnen nun die Mitarbeiter, weswegen wir wohl erst in ein paar Jahrzehnten mit einem Release rechnen dürfen. Die augenlichtbefreiten Fans haben es Ihnen gedankt und jubeln noch heute.
Im selben Jahr haben Sie dann noch in blindem, vorauseilendem Gehorsam Blitzchung aus der E-Sports-Liga ausgeschlossen, weil er so dreist war, sich für die Menschenrechte einzusetzen. Wie kann er es nur wagen, die Chinesen zu verärgern, vielleicht kommt es noch so weit, dass Sie einige Dollar weniger verdienen. Bei dem haben sie wohl zuhause die Türstöcke versetzt und er ist irgendwo gegengelaufen.
Doch jeder weiß, dass Sie, lieber Herr Blizzard, für die Menschenrechte stehen. Nur asoziale Fans haben Sie gebeten, die Verbannung zu überdenken und damit die Menschrechte zu ehren und nur äußerst respektlose Mitarbeiter haben ihre Firmenmottos „Global denken“ und „Jede Stimme zählt“ abgedeckt. Dafür haben Sie es den Mitarbeitern 2020 aber gezeigt und einfach weitere entlassen. Während die vielen Angestellten über Hungerlöhne klagten und sich nicht mehr das Essen leisten konnten, haben Sie Ihren Führungskräften jährliche Gehälter von 40 und 15 Millionen Dollar bezahlt. Immerhin bekamen Ihre Mitarbeiter knapp 50 Cent für ihre Überstunden und gratis Kaffee. Die sollen gefälligst die Schnauze halten.
Dann wurde Warcraft 3 Remasterd released. Sie haben kaum eines Ihrer Versprechen von der Blizzcon zu diesem Spiel eingehalten, aber diese Aussagen dienten ja lediglich dafür, die Fans zu begeistern. Wie kommen diese Brauseköpfe überhaupt darauf, dass das ernst gemeint war? Und dann waren sie noch sauer, nur weil sich das Spiel in einem schlechteren Zustand als bei seinem Release vor knapp zwanzig Jahren befunden hatte.
Doch niemand kann Ihnen Ihre Erfolge nehmen und wenn man sich einmal überlegt, wie viele Spiele Sie in den letzten 16 Jahren auf den Markt gebracht haben, dann muss man echt schlucken.

  • 2005 World of Warcraft
  • 2010 Star Craft 2: Wings of Liberty
  • 2012 Diablo 3
  • 2014 Hearthstone
  • 2015 Heroes of the Storm
  • 2016 Overwatch

Die unzähligen minimalistischen Addons, DLCs, Seasons, Helden, Cardpackages, Kartenrücken, Abenteuer, Lootboxen, Skins, Sprites und den Quatsch mit Sauce kann ich jetzt nicht wirklich als neue Spiele werten und dienten nur dazu, Ihre Spiele 365 Tage im Jahr zu monitarisieren. Wie haben Sie es bei nur knapp fünftausend Mitarbeitern geschafft, in 16 Jahren ganze sechs Spiele auf den Markt zu bringen? Ich weise Sie jetzt nicht darauf hin, dass sogar alleinstehende Indipendentprogrammierer mehr veröffentlichen. Und bei ganzen sechs mickrigen Spielen in 16 Jahren muss man schon etwas genauer hinsehen. Heroes of the Storm war ein Moba, was man wohl nur schwer als Tripple A Titel bezeichnen kann und hat niemanden interessiert und Hearthstone ist ein Kartenspiel, welches es mit seinen sinnlosen Animationen versteht, einfach alles, was in diesem Spiel geschieht, unnötig hinauszuzögern und zu nerven, ohne etwas wirklich Aufwendiges zu beinhalten. Oder wollen Sie mir jetzt weiß machen, dass die Texte kreativ sind und irgendjemand das Spiel gebalanced hat? Somit bleiben immerhin World of Warcraft, Star Craft, Diablo 3 und Overwatch. Das sind ganze vier Spiele in lediglich 16 Jahre. Meine Oma tanzt Samba. Liebe Fans, seid ihr euch an dieser Stelle immer noch sicher, dass Blizzard eine Videospielefirma ist oder nicht doch eher ein Bauer, der hauptsächlich seine Kühe melken will. Aber Maurice und die Fans haben natürlich Recht. Selbstverständlich verdient Herr Blizzard noch ein bis fünf Chancen. Und bei der Geschwindigkeit, wie er Mitarbeiter entlässt und Spiele programmiert, finden wir in schon knapp eintausend Jahren heraus, ob Blizzard sich wieder rehabilitieren kann.

Kommen wir zur Qualität der Spiele. Besser ihr setzt euch hin!
Blizzard stand durch Diablo, The Lost Vikings, Star Craft, Warcraft und World of Warcraft im Ruf, qualitativ hochwertige Spiele zu produzieren, weshalb die Fans auch heute noch blind auf Blizzard vertrauen. Ich wollte es eigentlich nicht machen, doch ihr zwingt mich, mir die Spiele genauer anzusehen. Wer jetzt schon in seinen Bildschirm beißt und mir die Pest an den Hals wünscht, sollte schnellstmöglich abschalten, da der weitere Content euer Risiko auf einen Herzinfarkt auf einhundert Prozent steigern wird.

World of Warcraft
Anfangs war es sicherlich nicht so leicht, das Spiel einsteigerfreundlicher zu designen, ohne die Hardcorespieler zu verprellen. Blizzard wollte einfach alle Gamer, die MMORPGS lieben vereinen und hat dies auch geschafft. Inzwischen sind wir bei der achten Erweiterung und durften bisher Gold, Ruf, Marken, Essenzen, Ausrüstung, Garnissionsressourcen, Artefaktmacht, Azerit, Anima und eine Milliarde anderer Ressourcen grinden, die schon nach kurzer Zeit absolut gar nichts mehr wert waren. Ich bin schon unheimlich gespannt, welche Ressourcen sich Blizzard für die nächste Erweiterung ausdenkt, obwohl es immer das exakt Selbe ist.
Auch nach 16 Jahren gibt es kein richtiges Tutorial, welches die Mechaniken in diesem Spiel erklärt und wie man es eigentlich verdammt noch einmal spielt. Bei jedem Addon bekommen wir zufällige Fähigkeiten, bei denen wir uns gefälligst selbst überlegen können, wie man diese sinnvoll miteinander kombiniert und ob sie überhaupt irgendeinen Sinn machen. Ich lehne mich jetzt einmal ganz weit aus dem Fenster, lieber Herr Blizzard, aber nach 16 Jahren könnten Sie die Rotation doch einmal selbst definieren und uns ein verdammtes Feedback im Spiel geben, wenn wir die Fertigkeiten richtig kombiniert haben, bzw. eine Rückmeldung, wo wir versagt haben. Dann könnte man sogar erkennen, wenn man seine spielerischen Fähigkeiten verbessert. Aber nein, das böse Feedback hat Satan erfunden und die Spieler verdienen keine Informationen. Noch immer haben Sie es nicht geschafft, dass ich mein Interface frei einrichten kann und noch immer bin ich auf akustisch herzinfarktverstärkende Addons angewiesen, die irgendwelche armen Fans ständig an Ihre Patches anpassen müssen.
Als Hexenmeister darf ich mich da nach Classic aber auch gar nicht beschweren. Immerhin muss ich nicht einhundert vollkommen sinnlose Fähigkeiten meistern, bei denen nicht einmal Stephen Hawking herausfinden hätte können, wofür die je gut sein sollten. Ich sage nur „Unsichtbarkeit Entdecken.“ Das hilft total viel, wenn sich niemand unsichtbar machen kann und ich das mangels ausreichender Information immer wieder gebufft habe, um nach Unsichtbaren zu suchen, während mich Schurken mit Verstohlenheit umgenutst haben. Und wer läuft nicht gerne mit fünf Taschen voller Seelensplitter herum, die man aus den Eingeweiden seiner Gegner gezogen hat und die dich unentwegt volllabern. Zur Therapie kann der Hexenmeister fragwürdige Dämonen mit Sprach- und Namensfehlern herbeirufen, die immer wieder dasselbe fragen: „Warum ruft Ihr mich?“ Wenn du das nach 16 Jahren der Beschwörungen noch immer nicht weist, hast du dein Schicksal vielleicht irgendwie verdient.
Doch ich schweife ab, lieber Herr Blizzard. Immerhin sagen Sie uns in diesem Spiel minuziös genau, wann wir was tun sollen, damit wir den besten Effekt erreichen. Wir sollen uns täglich, wöchentlich, monatlich, jährlich und überhaupt ständig einloggen, solange wir nicht auf der Arbeit sind und für Sie Geld verdienen. Wer sich nicht informiert, benötigt einfach länger und wer es gar wagt, seinen eigenen Weg zu gehen, darf zusehen, wie sich die Ressourcen der Mitspieler unaufhaltsam erhöhen, während er sich noch nicht einmal eine Banane beim Händler leisten kann, die fünf HP generiert.
Und noch eine letzte Bemerkung zu Droppchancen und Achievements. Droppchancen von Null-Komma-Schlag-Mich-Tot bei einem Mount sind ja ok und für viele wichtig, aber bei absolut übermächtigen Gegenständen gemeinsam mit Achievments, die die Spieler ins Burnout geschickt und ihr Leben ruiniert haben, nicht unbedingt zielführend.
Aber zumindest kann man bei World of Warcraft finanziell keine bösen Absichten erkennen. Nachdem wir uns das Hauptspiel und jedes der acht Addons einzeln kaufen mussten, zahlen wir noch über € 10 pro Monat und ein Vermögen für jeden verdammten kleinsten Gefallen, den uns der liebe Herr Blizzard überhaupt tun kann. Ein Servertransfer dauert sicherlich gute drei Sekunden, da sind zusätzliche € 20 selbstverständlich angemessen.
Und vielleicht habe ich noch nicht erwähnt, dass dieses Spiel einen leichten Grinde-Faktor hat. Früher wurde man in eine Höhle geschickt, um sechs Spinnen zu töten und als man vollkommen zerschunden zurück beim Auftraggeber war, hat dich dieser miese Fatzke in genau dieselbe Höhle geschickt, um noch die Hauptspinne zu töten. Im Brachland wurdest du vom nördlichsten Teil in den südlichsten geschickt, um eine Blume zu pflücken und ohne Flugpunkt wieder hochzulaufen, nur um wieder ganz nach unten zu sprinten, um einen Schluck Wasser zu holen, nur um wieder hochzulaufen und wieder nach unten … Ihr versteht die Mechanik. Heute ist die Formel vollendet und sobald man ein neues Gebiet betritt, bekommt man immer folgende Aufgaben: Töte X Opfer, während du Y Gedöns sammelst. Wiederhole dies so lange, bis du zum nächsten Gebiet geschickt wirst, wo du X Opfer tötest und Y Gedöns sammeln musst. Nach 15 Jahren hab sogar ich diese Mechanik begriffen und das Wort innovativ ist irgendwie nicht das erste, das mir in den Sinn kommt. Niemand erwartet bei einem MMORPG ein Witcher 3, aber auch keine Simulation vom Wachstum einer Topfpflanze.

Besser wir kommen zu Star Craft 2. Ein passionierter Zigarrenraucher lässt sich eine Rüstung in sein Fleisch schrauben, welche er noch nicht einmal bei einem Besäufnis in einer Bar abnimmt. Wie, verdammt noch mal, pinkelt er, wobei ich nach umfangreicheren Entleerungen gar nicht erst fragen will. Weiter habe ich nicht gespielt, aber da Fans von Blizzard immer vollkommen objektiv sind und den Begriff rosarote Brille noch nicht einmal kennen, schenke ich ihren Worten grenzenlosen Glauben und das Spiel war sicher ganz toll.

Wir kommen zu Diablo 3 und jetzt solltet ihr euch vielleicht hinsetzen, denn das könnte etwas länger dauern. 2012 wird Diablo 3 releast und die Community schreit nach Bewertungen von mindestens 100%, wenn nicht mehr. Zwar haben Sie es, lieber Herr Blizzard, genau wie bei World of Warcraft wieder einmal nicht geschafft, genug DVDs zu pressen und die Spieler kamen am Anfang in kein einziges Spiel, doch wer kann schon erwarten, dass Sie nach lediglich sieben Jahren vom damaligen Desaster so schnell etwas gelernt haben?

Der Umfang von Diablo 3 war erschlagend. Wir spielten ein paar Stündchen und hatten bereits den kompletten Content durch, obwohl wir erst Level zwanzig waren und irgendetwas von sechzig gelesen hatten. Doch im Strecken ist Herr Blizzard Weltmeister und so spielten wir die gesamte Geschichte wieder und wieder und ganze verdammte vier Mal, bis wir endlich Level sechzig erreicht hatten. Und ich bin sicher, dass jeder von euch, der vier Mal dem Schmied in Neu Tristram geholfen hat und dabei in eine Falle gelockt wurde, jedes Mal wieder vollkommen überrascht war. Das nennt man geiles Spieldesign.

Lieber Herr Blizzard, ich lehne mich noch einmal ganz weit aus dem Fenster und schlage vor, bei einem Spiel mit sechzig Level auch ausreichend Akte zu programmieren. Und wenn das eigentliche Spiel erst dann anfängt, dann macht man einfach noch mehr Content. Skyrim, Assassin’s Creed, The Witcher und Konsorten bieten hunderte von Spielstunden neuen Content, aber besser Sie orientieren sich an Candycrush und Farmville.

Doch zumindest war Diablo 3 ab Level sechzig ein Quell der steten Freude. Es gab genau einen Bereich, in dem die Dropchance erhöht wurde, was dazu führt, dass dieses Anfangsgebiet immer und immer wieder von Millionen von Spielern gegrindet wurde, während das Wort Spaß eine ganz neue Bedeutung bekam und abwertender als der Begriff Arbeit angesehen wurde. Blizzardfans sind ganz besondere Leute. Irgendwie haben sie wohl vergessen, dass man auch durch umfangreichen Content unterhalten werden könnte. Aber wir vertrauen Ihnen, lieber Herr Blizzard, aka The endless Grinding uneingeschränkt. Besser weniger machen, dafür mehr verdienen.
Inzwischen weiß ich auch, warum Sie Diablo 3 überhaupt erst entwickelt haben. Das Triggerwort lautet Echtgeldshop. Das ist ein cleverer Name und zeigt, dass Sie noch nicht einmal mehr versuchen, ihre harte Monitarisierung zu verschleiern. In einem Run von allen vier Akten, der auf hoher Schwierigkeitsstufe immerhin zahlreiche Stunden gedauert hatte, bekam man in der Regel ein einziges Legendary, das man anschließend nicht verwenden konnte, weil die Stuts für eine vollkommen zufällige Klasse einfach bunt zusammengewürfelt wurden. Die meisten Gegenstände konnte überhaupt niemand tragen, außer vielleicht lethargische Faultiere, die kein Diablo spielen, während des Winterschlafes. Jeder gute Blizzardspieler liebt es in Auktionshäusern die richtigen Items zu ersteigern und mit Echtgeld alles drum herum zu zahlen, anstatt sie sich einfach zu erspielen und nach einem harten Kampf zu looten. Wer freut sich bitte schon, wenn die Rüstung, auf die er seit Wochen hinarbeitet, endlich droppt? Da ist es natürlich viel lustiger, den Schwachsinn zu ersteigern.

Doch der Echtgeldshop hat nicht funktioniert und selbst die hartgesottensten Fans wurden irgendwann von Zweifel beschlichen, ob dieser harte Grind, mit dem man dann auf der Börse handeln konnte, tatsächlich auf Dauer Spaß macht. Wir sind keine verdammten Börsenmakler, Herr Blizzard. Bitte dies auch bei World of Warcraft zu bedenken.
Doch Sie haben innerhalb von vielen Jahren prompt reagiert oder resigniert und beschlossen, das letzte Geld aus den Fans herauszuholen. Das Addon kam und bot ganze zehn weitere Levels, doch nur einen Akt, den man auch bald in- und auswendig kennen und lieben gelernt hatte. Erschlagen vom neuen Umfang stürzten sich die Fans wieder in das Abenteuer, in den Abenteuermodus. Bei diesem muss man nun nicht mehr die inzwischen fünf Akte der Reihenfolge nach spielen, sondern wird zufällig in die exakt selben Gebiete gebracht. Das motiviert, solange man nicht bemerkt, dass es noch immer die exakt selben Gebiete sind.
Herr Blizzard wollte von Anfang an einen Online-Zwang und wenn man sich die durchschnittliche Abenteuergruppe so ansieht, dann macht das auch total viel Sinn. Bis zu vier Spieler treffen sich vollkommen zufällig in Onlinespielen, jeder macht alleine einige der immer wieder selben Quests und alle verlassen wieder das Spiel. Es ist nicht nötig oder erwünscht, auch nur einen Satz miteinander zu kommunizieren. Offline wäre das alles undenkbar.
Und da Sie, lieber Herr Blizzard, nun Diablo nicht mehr durchgehend monitarisieren konnten, haben Sie einfach das Interesse daran verloren. Ab sofort gab es alle paar Monate eine neue Season, bei der der aktuelle Held vollkommen entwertet wurde, man wieder ganz von vorne anfangen musste und alles in exakt derselben Reihenfolge wiederholt spielen musste, um in den exakt selben Endcontent zu kommen, damit kurz darauf der Charakter wieder entwertet wurde und der gesamte Spaß von vorne beginnen konnte. Sie sollten Satan werden und die Hölle designen, lieber Herr Blizzard, dann wären sofort alle Menschen der Welt gläubig.

Natürlich wollten Sie sich auch diese voluminöse Arbeit vergüten lassen, also lieferten Sie uns den Nekromanten mit noch weniger Inhalt, dafür war er besonders teuer. Was für eine epische Geschichte.

Und dann kam Hearthstone, die Gelddruckmaschine. Wahrscheinlich wollten Sie es diesen unleidlichen Sims zeigen. Ziel des Spieles ist es mit minimalstem Aufwand den maximalsten Gewinn zu erzielen. Wir zeichnen einige Bilder, schreiben lustige Texte und zufällige Zahlen darunter und nennen das ganze bloß nicht Cardtradinggame, weil das ja was mit bezahlen zu tun hat. Für lächerliche € 80 bekommen wir einen Helden und einen Kartenrücken, die absolut keinen Einfluss auf das Spiel haben und zwei legendäre Karten. Irgendwie ist hier nicht näher spezifiziert, aus welcher Season diese legendären Karten kommen. Lieber Herr Blizzard, Sie wollen mir doch nicht ernsthaft weiß machen, dass ich auch Karten aus Classiczeiten bekommen kann, oder? Doch selbst mit dem 80-Karten-Pack hat man bei einem Kartenspiel für € 80 noch überhaupt gar nichts, weil es ja inzwischen über eintausend Karten gibt. Dafür bezahlt man mehr Geld, als für ein vollwertiges Tripple A Spiel.
Hearthstone hat ein kreatives Ballancing, auch Chaos genannt. Damit auch jeder alle Karten der neuen Season haben möchte, werden die Diener einfach immer stärker und stärker und wenn dem lieben Herrn Blizzard dann alles über den Kopf wächst, startet man einfach eine neue Season, in der man die alten Karten, die man für Unsummen gekauft hat, nicht mehr verwenden kann. Vielleicht fällt euch eine Übereinstimmung zu Diablo auf. Oder man wechselt in den freien Modus, wo Zufall und Chaos regieren. Erwischt man den richtigen Gegner, besiegt man ihn sogar, ohne die Maus zu berühren, doch konterkariert uns sein Deck, könnte uns selbst Satan nicht helfen, nachdem wir einen Pakt mit Kinderblut auf einem dämonischen Pergament unterschrieben und die ganze Welt verraten haben.
Dann gibt es Spiele, bei denen dein Gegner plötzlich einen Rüstungsschutz von 3000 bekommt, aber absolut gar nichts mehr machen kann. Und du kannst nicht aufgeben, weil sonst das Spiel für deine Quest nicht gewertet wird. Also prügelst du in jeder Runde vergebens auf seine Fresse ein, während er immer nur den Ready-Button spamt, bis du am Out-Of-Cards-Schaden krepierst. Oder der Gegner verbrennt einfach all deine Karten, während du überhaupt nichts dagegen unternehmen kannst. Das ist unglaublich befriedigend.
Hearthstone ist Free to Play, auch wenn man in der Arena jede Extrarunde wie bei Candycrush bezahlen muss. Es ist auf keinen Fall Pay to Win, nur weil es Schlachtfeldboni gibt und es macht sicherlich keinen Unterschied, ob sich legendäre Karten wie die Obsidianstatue mit Spott, Lebensentzug und Todesröcheln oder Tirion Fordring mit Gottesschild, Spott und Todesröcheln in meinem Besitz finden. Immerhin kann man sich einmal im Jahr für das erspielte Geld ein Pack kaufen und alle zehn Jahre eine ganze Karte craften. Langsam haben sogar Sie, lieber Herr Blizzard, verstanden, dass nicht jeder Neueinsteiger bereit ist, mehrere € 100 für ein Kartenspiel auszugeben und so etwas Ähnliches wie eine Catchup-Mechanik eingeführt. Auch wenn das eher ein trauriger Versuch ist.
Doch zumindest kommt es bei Hearthstone nicht aufs Glück an. Sagen zumindest viele Spieler. Es ist ein absolut durchdachtes Spiele. Liebe Besserwisser der Kartenspielkultur, wenn etwas zufällig geschieht, hängt es vom Glück ab, ob es gut oder schlecht für mich ausgeht. Und bei einem Spiel, bei dem auf über vierhundert Karten das Wort „Zufällig“ vorkommt, hege ich berechtigten Zweifel, dass dieses Spiel nicht auf einem Glücksfaktor basiert.

Ihr habt echt Glück, dass ich Heroes of the Storm nicht länger gespielt habe, sonst würde dieser Text endlos gehen. Um sich einige Helden bei HotS leisten zu können, mussten Enkel die dritten Zähne ihrer Großmütter versteigern und manche sogar ihre eigenen Kinder verkaufen. Doch sie haben nicht mit dem lieben Herrn Blizzard gerechnet. Es ist schon eine Kunst, sein eigenes Spielkonzept zu klauen und dabei zu versagen. Auch hier zeigt uns Herr Blizzard wieder, wie wichtig ihm die Spieler sind. Nachdem sie bei einem Games as a Service Unsummen für Pillepalle ausgegeben haben, wird der Support einfach eingestellt und alles wird mit einem Mal wertlos. Wie konnten wir es nur wagen, Herrn Blizzard so wenig pro Monat zu überweisen? Selbst Schuld. Wenn ihr zu wenig Geld habt, dann überfallt doch einmal eine Bank oder versucht es mit Menschenhandel, die Mafia sucht gerade Tellerwäscher und ein bisschen organisierte Kriminalität hat noch niemandem geschadet.

In Overwatch erfand Herr Blizzard schließlich die Lootboxen, die uns ständig ins Gesicht spratzen und alles besser machen. Zumindest nehmen sie keinen Einfluss auf das Spiel, aber für das Geld, das Fans für diese unheiligen Kisten ausgeben, könnte man sich doch etwas mehr erwarte, als alle heiligen Zeiten einen neuen Helden und knapp dreißig Karten. Das Spiel bringt Ihnen, lieber Herr Blizzard, nun seit fünf Jahren unentwegt Kohle ein. Andere Spiele starten mit dreißig Karten. Dafür bekommen wir jeden Tag hundert neue Skins, Sprites, Sprüche, Grafits und irgendwelchen Quatsch, der mich unmöglich noch weniger interessieren könnte. Und auch wenn Sie es Overwatch 2 nennen, wird es einfach nur ein Addon mit vielen neuen Lootboxen, damit die Spieler endlich wieder ans Kaufen erinnert werden.

Doch Diablo 4 wurde angekündigt und nun ist alles wieder gut. Nur äußerst unangenehme Zeitgenossen wie der liebe Maurice Weber behaupten, dass dies Blizzards letzte Chance ist. Zwar haben wir bis jetzt nur die Ankündigung und einige unkonkrete Bilder, doch das reicht den hartgesottenen Fans. Ich weiß zwar nicht, wer bei den zahllosen Entlassungen und Hungerlöhnen das Spiel programmieren soll, wenn die Mehrheit sich um die Mikro- und Makrotransactions der aktuellen Wollmilchsäue kümmern und irgendwelche Gegenstände und Mounts umfärben muss, damit sie den Status selten verdienen. Das Führungspersonal hat natürlich keine Zeit, weil es nicht so einfach ist, mal eben 40 Millionen pro Jahr auf den Kopf zu hauen. Wie könnt ihr glauben, dass solche Menschen überhaupt daran interessiert sind, ein gutes Spiel zu produzieren? Es muss nur gut genug sein, damit sie eine weitere Kuh zum Melken haben.

Seid World of Warcraft monitarisiert Herr Blizzard immer härter, während der Umfang und die Qualität der Produkte stetig sinken. Solange Herr Blizzard keinen Weg gefunden hat, Diablo 4 durchgehend zu monitarisieren, hat er auch kein Interesse daran, das Spiel schnell fertigzustellen oder gut zu machen.

Natürlich verstehe ich die Hoffnung der Fans und ich würde mich auch freuen, wenn Diablo 4 ein gutes Spiel werden würde, doch die Leiter vom lieben Herrn Blizzard verdienen unser Geld schon lange nicht mehr. Es gibt niemanden mehr bei Blizzard, der maßgeblich das geschaffen hat, was wir lieben. Immer mehr Kreative treten aus und gründen eigene Studios und wer nicht für einen Hungerlohn arbeiten will, wird einfach vor die Tür gesetzt. Die Menschenrechte werden mit Füßen getreten und nur noch das Geld zählt. Wer Blizzard Geld gibt unterstützt die Erkenntnis, dass man mehr Gewinn macht, wenn man Menschen ausbeutet, anstatt gute Produkte zu produzieren. Die Menschen sind auf ihre Arbeit angewiesen und auch wenn sie theoretisch kündigen könnten, kommt mir bei vielen Firmen und Löhnen das Wort Sklaverei in den Sinn. Herr Blizzard fistet uns schon seit vielen Jahren, während wir uns immer tiefer bücken und hoffen, dass er uns voll lieb hat und uns sicher bald einen Heiratsantrag machen wird, während das Führungspersonal versucht herauszufinden, wie weit sie uns noch schröpfen können. Blizzard hat so viel Erde verbrannt, dass sie keine Chance mehr verdienen. Die Führungsriege muss zuerst bei den Fans und vor allem bei den ehemaligen und aktuellen Mitarbeitern um Verzeihung bitten und die Menschenrechte wieder ehren. Und egal, wie gut Diablo 4 auch werden mag, es ändert an den Missständen überhaupt gar nichts.

(Und wer nicht weiß, warum ich The endlos Grind Herr Blizzard nenne, der fragt bitte Herrn Google, liest sich dann den offenen Brief eines leicht echauffierten Fans durch, der die Firma eben mit Lieber Herr Blizzard anschreibt und lacht sich den Hintern ab.)

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Fails 22: Trivial Pursuit und der römische Gott des Krieges (MCPM 171)

Es ist ein lauer Sommerabend und wir sind drei Pärchen, die entschließen, Trivial Pursuit zu spielen. Wir spielen Männer gegen Frauen und ich muss hier zugeben, dass die Mädels meist vorne liegen. Dann kommt die alles entscheidende Frage der Mädels an uns Jungs: „Wie heißt der römische Gott des Krieges, was gleichzeitig auch eine Disney-Figur ist?“
Ich beginne also zu überlegen und ärgere mich. Ich bin von der griechischen Mythologie begeistert und habe mich eingehend damit beschäftigt. Um keinen religiösen Konflikt im römischen Reich zu riskieren, haben die dortigen Machtinhaber folgendes beschlossen: „Liebes Volk, ihr dürft an alles glauben, was ihr wollt, doch es gibt eine (übergeordnete) Staatsreligion.“ Da es jedoch nicht so einfach ist, sich so etwas mal über Nacht auszudenken, haben sie einfach die detailreiche griechische Mythologie übernommen und allem neue Namen zugeteilt. Aus diesem Grund war dieses Thema für mich nie interessant.
Nur peripher erkenne ich, dass meine beiden Kollegen keine Ahnung haben, während ich weiterüberlege: Die Römer haben die Planeten nach „ihren“ Göttern benannt. Zeus ist Jupiter, Poseidon wurde zu Neptun und die wunderschöne Aphrodite ist natürlich die Venus. Ich war immer der Meinung, dass Mars der Gott des Krieges wäre, doch zum einen wusste ich nicht mehr, ob ich diese Information irgendwo gelesen hatte oder ob es mir einfach nur logisch vorkam, da er der Rote Planet ist und das ziemlich gut zum Krieg passt. Auf der anderen Seite fiel mir keine Disneyfigur namens Mars ein. Also sage ich sehr unsicher „Pluto?“
Meine beiden Kollegen sehen mich kurz an, lächeln und diskutieren weiter darüber, dass sie überhaupt keine Ahnung haben. Auch mein zweites „Pluto?“ wird ignoriert, bis ich erkläre: „Naja, die Römer haben die Planeten nach ihren Göttern benannt und bei den vielen Kriegen, die die geführt haben, wird wohl ein Planet nach dem Gott des Krieges benannt worden sein. Und da wäre noch dieser Hund von Disney. Ich weiß, dass Pluto heute kein Planet mehr ist, aber das wussten die damals ja noch nicht. Da man einige Planeten ausschließen kann, ist dies die einzig logische Erklärung.“ (Zumindest dachte ich, dass ich das so logisch argumentiert hätte.)
Beide sehen mich verwundert an, wenden sich ab und meinen: „Wir geben keine Antwort. Wir wissen es nicht.“
Überraschenderweise war die Antwort Pluto und während ich die Welt nicht mehr verstehe, meint der Kollege Nummer eins: „Aber Erde ist doch kein römischer Gott.“
„Natürlich nicht. Die haben nur die anderen Planeten benannt. Die Erde hatte ja schon einen Namen.“
Plötzlich meint der zweite Kandidat: „Ah, der Hund mit den Schlabberohren.“
Ein ganzes Jahr vergeht, in dem ich immer wieder an diese Situation denke und mich frage, warum meine Freunde so überhaupt nicht auf mich reagiert haben. Sie sahen mich an, als hätte ich einfach irgendwelche Buchstaben aneinandergereiht und würde zum Spaß irgendwelche Argumente erfinden. Und immer mehr wurde mir bewusst, dass sich in mir einfach alles gegen diese Antwort gesträubt hat und ich so unglaublich unsicher gewirkt haben musste, dass sie mich einfach nicht ernst nehmen konnten.
Doch wie konnte da sein? Weil natürlich Mars der verfickte Gott des Krieges ist und diese Frage einfach falsch gestellt ist und keinen Sinn macht!!!

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Top 3 PlotFAILS 22: Black Panther uvm (MCPM 170)

Top 3: To the Ends of the Earth (Benedict Cumberbatch, Sam Neill von 2005)
Die drei etwas kürzeren Filme handeln von Edmund Talbot, der 1812 mit einem Schiff nach Australien fährt und durch die Ereignisse der Reise gänzlich erwachsen wird. Die Auseinandersetzungen der Gentlemen beziehen sich jedoch auf die Regeln der damaligen Zeit und sind für heutige Verhältnisse kaum nachvollziehbar.
Der Kern der Filme ist jedoch: Ganz oder gar nicht! Die Hauptplots werden um jeden Preis zu Ende geführt, auch wenn eine Dame, die auf dem Weg nach Indien ist, plötzlich in Australien landen muss. Andere Plots, wie der Tod des Priesters, der Tod des Gehilfen, der Offizier, der sich gegen den Kapitän auflehnt, die Verantwortung des Kapitäns und vieles mehr werden dafür vollkommen ignoriert und einige Ereignisse sind in der nächsten Sekunde wieder vollkommen egal.
Der Film handelt von einer besonderen Schiffsreise mit aristokratischen Regeln, die sicherlich nicht jedermanns Sache sind.

Top 2: Positiv: Oxford Murders (Elijah Wood, John Hurt von 2008)
Der Film erschien 2008 und basiert auf dem Roman “Die Pythagoras-Morde” von Guillermo Martínez. Das Werk tut sich etwas schwer mit dem zwischenmenschlichen Aufbau der Charaktere. Nach Sätzen wie „Warum hast du mir das nicht gesagt?“, möchte man rufen: „Weil ihr euch erst seit einer Szene kennt und zwei Sätze miteinander gewechselt habt.“
Mehrere Mordfälle passieren und bei den Gesprächen zwischen Elijah Wood und John Hurt entfaltet der Film sein gesamtes Potential. Dann kommt die vermeintliche Erklärung und die zahlreichen Plotlöcher sind offensichtlich, doch der eigentliche Höhepunkt steht noch bevor.
Ich liebe die Oxford Murders. Fast in jeder Diskussion über Reihen, Gleichungen, die Chaostheorie, die Unschärferelation, Philosophie bis hin zu Guy Fawkes hätte ich gerne mitdiskutiert, nur um dann zu erkennen, dass ich in der Schule doch besser hätte aufpassen sollen. Dieser Thriller ist sicherlich nicht etwas für jedermann, doch wer auf diese Themen steht, sollte sich diesen Film nicht entgehen lassen.

Top 1: Black Panther
Wakanda liegt in Afrika, ist quasi unsichtbar und verfügt über Vibranium, wodurch sie schon seit Jahrtausenden den Kontinent technologiesieren und die Menschen vor Krieg und Hunger schützen könnten. Wakanda sieht jedoch lieber zu, da sie ihre Lebensqualität nicht verlieren möchten. Für mich war Wakanda also eindeutig das absolut Böse, denn wer nur zusieht, obwohl er helfen könnte, ist Teil des Problems und macht sich mitschuldig. Die Thematik wird aufgegriffen, doch jeder, der Verstand in den dekadenten Staat prügeln will, muss natürlich noch viel böser sein, damit der Black Panther am Ende der Gute sein kann. Tatsächlich erkennt er den Fehler von Wakanda und trifft erste Maßnahmen. Leider wird dies nur in den Endcredits gezeigt. Es ist eine Schande, wie dieser Film mit der Flüchtlingsproblematik umgeht und reflektiert damit auch auf die verwehrte Hilfe während der Corona-Krise.
Wieder einmal können Superkräfte einfach verliehen und genommen werden, der Plot mit Andy Serkis ist redundant und alle wichtigen Twists können mit Leichtigkeit vorhergesehen werden. Zwar hat der Film einige lustige Jokes und gute Actionsequenzen, wie in fast jedem Marvel-Film, doch beim One-Shot wird leider zu offensichtlich geschummelt und die Kämpfe sind nur mittelmäßig. Black Panther ist in der aktuellen Weltsituation ein Schlag in die Fresse.

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Monitarisierungen und ihre Folgen (Gefährliches Halbwissen 169)

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Die Monitarisierung in der Unterhaltungsindustrie ist mannigfaltig und wird immer umfangreicher. Bei Musik zahlt man für die CD und die Sonderversion auf der Single, für das Musikvideo im Fernsehen und den Song im Radio und schließlich im Konzert und am Ende noch auf der Best Of CD, auf der sich natürlich noch ein neues, exklusives Lied befindet. Filme bezahlen wir in den Kinos, dann auf On Demand, beim Kauf der DVD, im Fernsehen, bei Amazon und auf Netflix und schließlich noch bei Spezialeditionen und Extended Versions.
Doch nirgends ist die Monitarisierung vielfältiger als bei Videospielen. Tripple A Games können zum Vollpreis im Fachhandel oder auf Plattformen bestellt werden, wobei billigere Produktionen und Independent Titel meist Abstriche machen müssen. Steam lockt mit Vergünstigungen, Bundles und Summersales und Epic mit Gratisspielen, wenn man das hauseigene Programm installiert.
Sobald Computerspiele auf dem Markt sind, können sie durch Addons und DLCs erweitert werden, um zusätzliches Geld zu lukrieren. Oder Games finanzieren sich rund um die Uhr. Hier muss regelmäßig bezahlt werden, um überhaupt Zugriff zum Spiel oder zu besonderen Inhalten oder Servern zu haben.
Dann gibt es noch die Microtransations, in denen scheinbar nur kleine Beträge überwiesen werden, die sich jedoch ordentlich summieren können. Hier beginnt die Bandbreite bei Free to Play, wo man maximal an die Produktionsfirma spenden kann und geht bis zu Pay to Win, wo jener, der mehr Geld bezahlt, auch mehr Vorteile hat. Dies kann schnell in den vierstelligen Bereich gehen. Viele Spiele siedeln sich jedoch irgendwo in der Grauzone dazwischen an. Schließlich sind da noch die Glückspiele mit ihren Lootboxen, Card Packages und anderen Überraschungstüten, in denen der Spieler nicht weiß, was er bekommt.
Doch warum sollte man mit der Monitarisierung überhaupt warten, bis das Produkt fertig ist? In Beta-, Alpha- und Pre-Alpha-Versionen können die Spieler kostenpflichtig für die Hersteller testen, bei der Vorbestellung darf man sich schon freuen, wenn das Produkt überhaupt zum angegebenen Zeitpunkt in die Läden kommt und beim Crowdfunding hat man noch nicht einmal die Garantie, dass das Game überhaupt irgendwann einmal in den Handel kommt.

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Fails 21: Voggenhuber gegen Die Grünen (MCPM 168)

Peter Pilz und Johannes Voggenhuber begründeten die Linke Partei Österreichs, die Grünen, mit, stiegen aus und kandidierten selbstständig. Peter Pilz stellte die Liste Jetzt auf, warb für sich, dass er die Mächtigen kontrollieren würde, warf die Grünen hinaus und schaffte es ins Parlament. Kurz darauf gab es jedoch Vorwürfe wegen sexueller Belästigung, weswegen andere Personen, die nie großartig in der Öffentlichkeit in Erscheinung getreten waren, ab sofort als Sprecher dienen mussten. Dann kam Ibiza, sprengte die Regierung und Pilz schaffte den zweiten Einzug ins Parlament nicht mehr.
Doch davor gab es noch die EU-Parlamentswahlen, bei denen sein ehemaliger Parteikollege Voggenhuber kandidierte. Er wollte sich jedoch nicht unter Pilz für die Liste Jetzt einschreiben, also trat er nur mit deren Unterstützung an. Voggenhuber hatte dasselbe Wahlprogramm wie die Grünen und fuhr eine epische Niederlage ein.
Mit welcher Arroganz er jedoch in den Wahlkampf ging, zeigte das erste Interview mit dem Politikwissenschaftler und ZIB 2 Moderator Armin Wolf, welches am Anfang des Textes mit meinen Kommentaren verlinkt ist.

Peter Pilz und Johannes Voggenhuber von der linken Partei Österreich, Die Grünen, treten aus und kandidieren eigenständig.

Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=q9xyx12FGLw&t=305s

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