Interview mit den Hateful Eight

Sekretod         Hallo liebe Kreativskeptiker. Ich bin der Sekretär vom Tod und heiße Sekretod. Willkommen im Jenseits, geschätzte Hateful Eight. Geht es euch gut?

Ruth                Wir sind gerade gestorben, also nein.

Sekretod         Bitte greifen Sie Ihrem Ende nicht vor. Ich muss für Tod einen Bericht über Ihr Ableben schreiben und Ihnen dazu einige Fragen stellen. Doch zuerst möchte ich, dass Sie sich kurz selbst vorstellen.

Ruth                Ich bin John Ruth, der Henker und war Kopfgeldjäger. Ich tötete meine Ziele nicht, sondern ließ sie hängen.

Warren            Ich bin Major Marquis Warren, ein Kriegsheld. Und, ach, weiß doch eh schon jeder. Ich wurde unehrenhaft aus der Armee entlassen und dann Kopfgeldjäger.

Daisy               Ich bin Daisy Domergue und extrem masochistisch veranlagt. Möchtest auch du mir gerne einmal aufs Maul hauen und mir meine Schneidezähne ausschlagen, so findest du mich unter der Decke baumeln.

Mannix            Chris Mannix. Ich hätte der neue Sheriff von Red Rock werden sollen. Wird wohl nichts.

Bob                 Ich bin Bob aus Mexiko.

Sekretod         Und weiter?

Bob                 Nichts weiter. Ich bin einfach nur Mexikaner. Das reichte Tarantino.

Mobray           Ich bin Oswaldo Mobray und tue so, als wäre ich der neue Henker von Red Rock. In Wahrheit bin ich jedoch in einer ganz geheimen Bande, von der noch nie jemand etwas gehört hat, obwohl uns alle kennen.

Gage               Joe Gage. Ich gehöre auch zu der Bande. Aber bei uns darf nicht jeder rein. Da musst du zuerst ganz tief und heiser sprechen und so.

Smithers          General Sanford Smithers. Ich bin ein Kriegsheld.

Gage               Kein Wunder, dass wir ihn sofort in unsere Band aufgenommen haben.

Sekretod         General Smithers, sind Sie nicht auch Kriegsverbrecher?

General           Nein. Du wirfst einem Tischler ja auch nicht vor, dass beim Hobeln einige Späne zu Boden fallen.

Sekretod         Das sind acht. Was machen Sie hier?

Jody                Ich bin Jody, Daisys Bruder. Ich bin der Anführer der geheimen Bande.

Sekretod         Warum dann Hateful Eight?

Jody                Fragen Sie nicht mich. War nicht meine Idee. Vielleicht kann Tarantino nicht zählen.

Sekretod         Perfekte Überleitung. Uns zugeschaltet aus dem aktiven Leben ist außerdem Mr. Quentin Tarantino. Er meint, er hätte irgendetwas mit Ihrem Ableben zu tun.

Gebrumme

Tarantino         Haudi

Sekretod         Also schön. Ich umreiße mal kurz, was in den letzten Stunden vor Ihrem Tod so geschehen ist, damit wir alle auf demselben Stand sind. Ich nenne meinen Bericht: Das große Abwarten. Ruth war mit der gefangenen Daisy auf dem Weg nach Red Rock, wo er sie richten und hängen lassen wollte. Auf dem Weg hat er aus Versehen Warren, Mannix und einige Leichen aufgegabelt. Mehrere Pferde mussten leider verrecken. Das ist unnötige Arbeit für mich. Mr. Tarantino. Was haben Sie gegen Pferde?

Tarantino         Es macht einfach Spaß sie abzuschlachten.

Sekretod         In Agatha Christies “Mord im Orientexpress” fragt man sich ständig, warum alle Verdächtigen auch eine Beziehung zueinander haben. Am Ende löst sich dies jedoch logisch auf. Wie ist das bei Ihrer Geschichte?

Tarantino         Das geht bei den vielen Buchstaben im Skript und den vielen Bildern auf der Leinwand unter.

Sekretod         In einem kleinen Laden im Nirgendwo treffen sich ganz zufällig acht Personen in einem Schneesturm, der später nicht mehr thematisiert wird. Alle kennen sich, haben unfassbares Detailwissen übereinander, sind miteinander verbunden und unausstehlich. Wer soll Ihnen so viele Zufälle glauben? Außer die Produzenten von Star Wars VII?

Tarantino         Bei dem ganzen Blut und der Brutalität fällt das keinem auf.

Sekretod         Verstehe. Die Geschichte begann eigentlich mit der geheimen Bande. Ihr seid eiskalte Killer und habt Minnie und alle anderen, bis auf General Sanders, niedergeschlossen. Danach hattet ihr genug Zeit, die ein oder andere Falle für Ruth vorzubereiten. Doch ihr habt euch offensichtlich entschieden, vorerst abzuwarten. Wolltet ihr ausharren, bis er sich mit Daisy schlafen legt? Jody?

Jody                Ach, wissen Sie. Die Reise und die Vorbereitungen waren ziemlich anstrengend. Dann wurde es auch noch furchtbar kalt. Wir mussten uns erst ein bisschen aufwärmen.

Sekretod         # Ruth, Daisy, Warren und Mannix erreichten den Laden. Jedes Mal, wenn die Tür geschlossen werden musste, brüllten alle, als würden sie aus einer Bananenrepublik kommen und gleich erfrieren. Mr. Tarantino, warum?

Tarantino         Das nennt man gutes Dialogwriting.

Sekretod         Warum habt ihr Ruth nicht einfach erschossen, als er euch beim Nageln über eine Minute den Rücken zugedreht und noch keinen Verdacht geschöpft hat. Ihr ward fünf gegen einen. Oder später, als er sich Kaffee holte und euch wieder den Rücken zudrehte. Warum habt ihr abgewartet? War die gewählte Vorgehensweise die beste, die euch möglich war?

Jody                Dumme Frage. Da wir alle tot sind, kann man im Nachhinein mit Fug und Recht behaupten, dass das nicht ideal verlief. Aber ich saß ja unter der Luke im Keller. Fragen Sie doch mal die anderen Genies.

Sekretod         Mr. Tarantino, was sagen Sie zu dem unnötigen Abwarten?

Tarantino         Laut Arbeitsvertrag mussten die meisten Schauspieler zuerst ganz schön viel Text runterleihern, bis ich sie erschießen lassen durfte. Kurt Russel und Samuel L. Jackson hatten besonders textlastige Verträge.

Sekretod         Verstehe. Auch wenn Mr. Tarantino die Zufälle schön redet, so wäre es wohl fast unmöglich, dass Mannix genau im richtigen Moment durch den Schnee stapft und in Ihre Kutsche einsteigt, Mr. Ruth. Auf dem Weg zu Minnie waren Sie bereits sehr skeptisch und später hegten Sie den ersten konkreteren Verdacht. Einer ist nicht der, der er vorgibt zu sein. Ist Ihnen da nie in den Sinn gekommen, dass einfach alle, die schon im Laden auf Sie gewartete haben, zu den Bösen gehören?

Ruth                Ich hatte doch noch so viel Text und Tarantino hat mir gesagt, dass ich auch abwarten muss, bis die anderen ihre Lines eingesprochen haben.

Sekretod         Mister Mobray. Später wird klar, dass sie tatsächlich um Daisy besorgt sind. Als Sie erfahren haben, dass mit Mannix der neue Scheriff von Red Rock kommt, war es da schlau, sich als der neue Richter auszugeben? Was sollte Ruth daran hindern, Daisy sofort zu verurteilen und zu hängen?

Mobray           Ähm, so habe ich das noch gar nicht gesehen.

Sekretod         Sie betonten sogar noch, dass Sie den Unterschied zur Lynchjustiz ausmachen. Man denkt sich: Doch nun, da Sie ja da sind, kann es losgehen. Und wofür war die Aufteilung des Raums in Nord und Süd?

Mobray           Ich dachte, Gage unterstützt meine grandiose Idee. Ich konnte ja nicht wissen, dass niemand auf mich hört.

Sekretod         Major Warren. Sie haben schon bei Bob Verdacht geschöpft. Sie wussten, dass Minnie keine Mexikaner mag, niemand auf Sweet Daves Sessel sitzen darf, kennen den Eintopf, wussten von der Hut-Abnahme-Pflicht, dass die beiden unmöglich verreist sein konnten und sehen eine Bohne und das fehlende Glas Süßigkeiten. Augenblick. Mr. Tarantino, unter welcher Persönlichkeitsstörung leiden Minnie und Sweet Dave eigentlich, wenn sie nach so vielen Regeln leben?

Tarantino         Von was reden Sie da eigentlich? Ich finde das ganz normal. Kennen Sie die Delfonics oder die Statler Brothers? Wo ist mein Zippo und darf ich mal an den Füßen von Daisy lecken?

Sekretod         Warren kannte eigentlich die gesamte Bande der Domergues, nur nicht, dass Daisy einen Bruder hat, in einer Bande ist und den Namen.

Tarantino         Der Major ist eben vergesslich.

Sekretod         Nochmal zu Ihnen, Warren. Warum habt ihr nicht zumindest nach den Blutflecken oder den Leichen gesucht? Dabei hättet ihr auch die Waffen gefunden. War es das wert?

Warren            Jeder macht mal Fehler.

Sekretod         Selbst als Ruth seinen Verdacht geäußert hat, haben Sie noch abgewartet. Warum?

Warren            Ist doch logisch. Ruth hat mir die Show gestohlen. Ich musste warten, bis er tot war. Dann konnte ich endlich posen.

Sekretod         Hat Ihnen die Show mit dem General nicht gereicht?

Warren            Da hab ich mich erst warm geredet. Haha. Verstehen Sie? Warm, das Gegenteil von kalt.

Sekretod         General Smithers. Sie hassen Schwarze und haben sofort klar gemacht, dass Sie kein Wort mit Warren wechseln wollen. Anschließend baten Sie ihn Platz zu nehmen und vertrauten ihm persönliche Informationen an. Warum?

Smithers          Sparen Sie sich diese dummen Fragen. Inzwischen weiß ich auch, dass das keine Glanzleistung war.

Sekretod         Mannix. Eigentlich wären Sie der einzige nette Charakter. Ruth schlägt ständig eine Frau, Warren und Smithers sind Kriegsverbrecher und die anderen sind in einer entscheidungsgehemmten Bande. Allerdings haben Sie sich ständig mit anderen verbündet und sie anschließend wieder verraten. Unter all den Hatefuls sind Sie wohl der Unsympatischste.

Mannix            Das musste ich ja machen. Oder wie klingt für Sie The Hateful Seven and the Sheriff?

Sekretod         Sie haben Warren von Anfang an gehasst und haben sich mit Smithers gegen ihn gestellt. Smithers hat Ihren Vater sogar gelobt. Am Ende wurden sie mit Warren plötzlich beste Freunde.

Mannix            Vater, Vater, Fahrradkette.

Sekretod         Sie haben zugelassen, dass Ruth andere entwaffnet. Das ist Diebstahl. Und Sie haben nichts getan. Haben Sie wirklich das Zeug zum Scheriff?

Mannix            Ich bin wie eine Prostituierte ohne Löcher. Ich versuche nur meinen Job in einer ungerechten Welt zu machen. Auch wenn es manchmal nicht klappt.

Sekretod         Mister Mobray. Ruth hat Warren kaum vertraut. Ihr ward in der Überzahl und aufeinander abgestimmt. Warum habt ihr euch entwaffnen lassen?

Mobray           Wir haben auf Jodys Befehl gewartet, doch der hat gerade im Keller an sich herumgespielt.

Sekretod         Ruth fühlte sich sicher, als er euch entwaffnet hatte. Ihr hättet jederzeit die versteckten Pistolen holen und ihn einfach liquidieren können. Euch lag offensichtlich etwas an Daisy. Selbst als ihr Ruth im Sterben ihre Schneidezähne ausgeschlagen hat, habt ihr abgewartet. Welcher Befehl hat euch da gefehlt?

Mobray           Jetzt! Oder los geht’s!

Sekretod         Nun zu Ihnen, Gage. Das mit dem Viehtrieb und Ihrer Mutter ist ja voll die geile Geschichte, aber normalerweise sind wir von Ihnen interessanteres gewohnt.

Gage               Naja, ich trinke seit einigen Jahren mal gerne einen über den Durst. Auch am Set. Und jetzt traut mir Quentin nicht mehr so viele Lines zu. Ich dachte Mobray würde mir helfen, doch der hat nur dumm rumgelacht und sich sogar widerstandslos entwaffnen lassen.

Sekretod         Sie haben gesehen, wie Ruth Daisy zugerichtet hat. War es da wirklich clever, den Kaffee zu vergiften. In seinem Todeskampf hat er sie noch ganz schön zugerichtet.

Gage               Clever ist ein verdammt starkes Wort. Wahrscheinlich hätte man auch einen leicht optimaleren Weg wählen können.

Sekretod         Also schön. Dann ist Ruth gestorben und Warrens Show begann. Sie scheinen mehr über Minnie zu wissen, als andere über ihre gesamte Verwandtschaft und sogar sich selbst. Ritten Sie unsere kleine Miederwarenladenbesitzerin hin und wieder?

Warren            Nö, gar nicht. Ich bin nur ein aufmerksamer Beobachter und Zuhörer.

Sekretod         Sie hatten gefühlt eintausend Informationen, wussten nichts von der Bodenluke und haben sich die Eier wegschießen lassen. Auf einer Skala von 1-10, wie stolz sind Sie jetzt auf sich?

Warren            Jeder macht mal Fehler. Es war viel los und ich gerade am posen. Ich konnte doch nicht ahnen, dass Daisys idiotischer Bruder die halbe Nacht im Keller wartet und erst jetzt aufwacht.

Sekretod         Sie haben mit Ihrer Hercule-Poirot-Nummer so lange gewartet, bis alle tödlich verwundet waren. War es das wert?

Warren            Natürlich nicht. Aber wann hat man schon einmal die Gelegenheit, vor harten Jungs eine halbe Stunde auf und ab zu marschieren und einen Monolog zu halten? Da habe ich nicht lange überlegt.

Sekretod         Bob, hat Sie Minnie schlecht behandelt, als Sie in ihren Laden kamen?

Bob                 Nö, überhaupt nicht. Die war voll lieb.

Sekretod         Könnte es sein, dass sich Warren den ganzen Mist, so wie den Brief, einfach ausgedacht hat?

Bob                 Genau so ist es. Der steckt nämlich mit diesem Tarantino unter einer Decke. Die ganze Rückblende war nur inszeniert.

Sekretod         Jody. Nachdem Sie die halbe Nacht im Keller verbracht haben, haben Sie sich sofort ergeben und wurden erschossen. Sind Sie mit Ihrer Leistung zufrieden?

Jody                Ich musste schon so dringend auf die Toilette, dass ich einfach nicht mehr warten konnte.

Sekretod         Dann kommen wir noch zu Daisy. War die Drohung mit den 15 Männern nicht etwas übertrieben?

Daisy               Das war nicht gelogen. Die 15 Männer warten noch heute.

Sekretod         Und dann noch das Kopfgeldangebot an Mannix. Glauben Sie, dass ein Sheriff das Kopfgeld bestimmt, dann einen Verbrecher einsperrt und es sich dann selbst auszahlt?

Daisy               Läuft das nicht so?

Sekretod         Mal im Ernst. Warum haben Sie nicht gemeinsam angegriffen, sondern sich diesen komplizierten und ziemlich hirnrissigen Plan ausgedacht, Jody?

Jody                Na schön, ich lass jetzt mal die Hosen runter. Wir haben alle nicht studiert. Während der letzten Sauferei klang das irgendwie ganz gut.

Sekretod         Obwohl Warren und Mannix schwer verletzt waren und sich schon seit langer Zeit nicht mehr bewegt hatten, konnten sie dennoch Daisy hängen. Wie, Mr. Tarantino?

Tarantino         Na wie schon? Meine Crew hat ihnen dabei geholfen.

Sekretod         Dann sind alle Tod und ich habe keine Fragen mehr. Wir nennen das die klassische Win-Win-Situation. Sie werden jetzt zu Ihren neuen Quartieren gebracht. Keine Sorge, die Chance auf einen Schneesturm liegt bei unter 0%. Sodann. Segel immer straff halten und auf zum Horizont oder ab in die Hölle.

Podcast herunterlagen

Veröffentlicht unter Allgemein, Filme und Serien, Podcast | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

James Bond – Diamantenfieber (Die Geschichte von)

Nachdem George Lazenby nicht funktioniert hat, ist wieder Sean Connery an der Reihe, der nach Diamantenfieber jedoch auch keine Lust mehr hatte. Handlungstechnisch kann man diesem Werk bisher am Wenigsten vorwerfen, weil einfach nichts Aufregendes passiert. Vielleicht hat der Regisseur das Drehbuch von 007 mit dem Rosaroter Panther verwechselt, denn zwei Drittel des Films verfolgt Inspector Clouseau Diamanten. Erst am Ende erinnert sich der Film wieder daran, dass James Bond ja kein Provinzsheriff ist, sondern die Welt retten muss.
Doch nun zur Geschichte: Nachdem Mutter Bunt im letzten Teil die Ehefrau von Bond getötet hat, sinnt dieser auf Rache. Die Mama ist jedoch augenscheinlich gerade auf Urlaub, weshalb unser Agent seinen Hass auf Blofeld fokussiert. Im Bonduniversum ist es ungefähr so kompliziert seine Fresse operieren zu lassen, wie in unserer Welt jemanden zu überreden, seine Faust in selbige zu donnern. Blofeld beschleicht das unbestimmte Gefühl, dass ihm Bond nach dem Tod seiner Frau nicht mehr so ganz wohlgesonnen ist. Es könnte sogar sein, dass ihn der Agent dieses Mal nicht in den Schlaf quatscht, sondern stattdessen wirklich töten möchte. Zu seiner Sicherheit erschafft Blofeld einen Doppelgänger zur Ablenkung. Bond interessiert dies jedoch herzlich wenig, denn er tötete einfach alle Blofelds, die so in der näheren Umgebung herumlamentieren. Nachdem alle Schurken einzementiert wurden, hat James endlich einmal Zeit, sich um vollkommen belanglose Verbrechen zu kümmern. Ist ja oft so, dass Agenten solide Alltagsarbeit leisten sollen.
In den Mienen von Afrika werden Diamanten von unseren schwarzen Mitmenschen abgebaut. Im Film wird nun so getan, als wäre das Leben dieser Arbeiter das reine Vergnügen. Offensichtlich wollte man dem Publikum weiß machen, dass sich die Briten ausgezeichnet um ihre Sklaven in ihren Kolonien kümmern. Glaube ich sofort. Und Putin ist am Wohlergehen seines Volkes interessiert und Kim Jong-un hat keine Egoprobleme.
Obwohl die lieben Mienenarbeiter sicherlich Topmanagergehälter kassieren, schmuggeln sie immer wieder Diamanten durch die Kontrollen. Immer dieses undankbare Sklavenpack. Sie geben die Steine weiter, um zumindest ein bisschen Geld für ihre Arbeit zu bekommen. Wen wundert es?
Zwei sehr charismatische und besonders unterhaltsame Warme Brüder, ich nenne sie gerne Romeo und Romeo, benutzen nun verschiedenste Schmuggler, um die Steine von Afrika nach L.A. zu bringen. Sobald ihre Handlanger ihre Arbeit erledigt haben, töten sie diese. Ich gehe davon aus, dass sie ihre Angestellten deshalb dezimieren, weil dies die letzte große Lieferung ist. Ansonsten müssten sie ja nach jedem Transport eine Personalberatungsfirma für Schmuggler beauftragen, neue Bewerbungsgespräche führen und sich mit der Steuer herumschlagen. Mit der Zeit bekommt man da einen ziemlich schlechten Ruf als seriöse Firma, hab ich mir sagen lassen. Im Bonduniversum gibt es eigentlich nur einen Schurken, der mehr eigene Agenten tötet als Bond selbst, doch der ist ja angeblich tot. Zwinker, Zwinker.
Die Mienenarbeiter verstecken die Steine in ihren hohlen Zähnen, die dann von einem Zahnarzt extrahiert werden. Der Zahnarzt übergibt die Steine an Romeo und Romeo, die ihn in eine besonders geschickte Falle locken. Romeo bekommt mitten in der afrikanischen Steppe plötzlich Zahnschmerzen, woraufhin ihm der Arzt sofort in den Mund blickt und seine Diagnose stellt. Wenn ich nach dem Weihnachtsessen die Hose nicht mehr zu bekomme, legt mich meine Doktorenfreundin auch immer auf den Essenstisch und beginnt mich aufzuschneiden. Wie genau will er ihn vor Ort behandeln? Mit seinem Assistenten, dem Faultier und einem Stein? Was genau möchte er mitten in der Nacht im Mund seines Patienten sehen? Dessen Freund beendet die Untersuchung, indem er dem Doktor einen Skorpion ins Hemd steckt.
Die nächste Kontaktperson wird sofort getötet. Dies soll wohl bedeuten, dass Romeo und Romeo die Diamanten an diesem Punkt abzweigen. Das macht keinen Sinn, da der Betrug schon seit zwei Jahren läuft. Aber von mir aus. Anschließend erwischt es noch eine Missionarsoma, bis die Klunker endlich nach Amsterdam kommen. Und so starb bisher jeder, der mit den Diamanten in Kontakt kam, bis auf Romeo und Romeo.
Seit wenigen Jahren werden Diamanten gestohlen, welche jedoch nicht am Markt landen. Die Briten befürchten nun, dass die Klunker auf einmal zu Dumpingpreisen verkauft werden oder jemand versucht sie zu erpressen. Anstatt die Dinger einfach am Schwarzmarkt zu verkaufen, sollte also jemand lieber ein gesamtes Land erpressen. Es wird sicherlich nicht mehr zahlen, als die Steine wert sind. Klingt unnötig gefährlich und unlukrativ. Doch nun, da die Briten dies glauben, können sie James schicken, der dieses Mal Inspector Clouseau spielen darf.
In den Niederlanden hat der MI6 nun den Schmuggler Peter Franks im Visier. Wie sie auf den Mann kamen, wird nicht näher erklärt und wer will schon nachfragen? Die Antwort würde uns wahrscheinlich noch mehr verwirren. Franks wird am Zoll festgenommen und James übernimmt seine Identität. Ausnahmsweise funktioniert hier einmal sein Inkognito. James trifft nun die Kontaktperson Tiffany, bekommt von ihr die Diamanten und bringt sie nach L.A. Dort wird er von Felix Leiter empfangen, der wieder einmal nur einen Statisten mimt. Romeo und Romeo sind hinter James her, doch da er ihnen die falschen Diamanten gegeben hat, überlebt er.
Nach langem Gezeter läuft Tiffany endlich zu Bond über, da sie sonst von den Romeos von ihrem Stoffwechsel befreit worden wäre. Bond und Tiffany verfolgen die Diamanten und kommen endlich zum Mastermind.
Der geniale Puppenspieler hat sich wohl den längsten Schmuggelweg der Filmgeschichte ausgedacht. Zuerst müssen die Diamanten in einen Zahn, dann zu einem Zahnarzt, dann werden sie rumgeflogen und gefahren bis sie schlafen, dann von einer Oma missioniert, dann werden sie zu einem Kronleuchter, dann kommen sie in den Leichnam vom verstorbenen Peter Franks, schauen in einem Casino vorbei und erreichen schließlich den Tower des Milliardärs Willard Whyte. Dieser war ein reicher Playboy, doch seit einigen Jahren versteckt er sich in seinem Penthouse. Dass dies alles zufällig mit dem Tod von Blofeld und dem Beginn des Diamantendiebstahls zusammenpasst, fällt niemandem auf. Außerdem arbeitet Dr. Metz für Whyte, der ein Experte für Laser-Technologie ist. Langsam bin ich doch froh, dass James und nicht Clouseau beauftragt wurde.
Bond besteigt Tiffany und anschließend das Gebäude von Whyte, wo sich Blofeld offenbart. Er hatte damals wohl zwei Doppelgänger und auch jetzt hat er wieder so einiges am Start. Komisch, entweder sind die Chirurgen im Bonduniversum wesentlich kompetenter als auf unserer Welt oder ich könnte wetten, dass es einfach immer derselbe Schauspieler ist. Erneut sieht Blofeld davon ab, Bond zu töten, damit dieser auch sicher seinen Plan vereiteln kann. Er hat Whyte in seinem Ferienhaus eingesperrt und mittels Stimmenmodulator seine Position übernommen. Easy. Selbstverständlich hat ein Milliardär keine Familie, Freunde und Vertraute. Niemand würde sich wundern, wenn er mal kurz für ein paar Jahre nicht mehr seine Wohnung verlässt. Er kann einfach so ersetzt werden, während seine restlichen Geschäfte über das Telefon weiterlaufen. Bond befreit Whyte von seinen läufigen Sexgespielinnen, der wieder seinen Platz einnimmt. Nur durch Zufall kommen Whyte und Bond dahinter, dass sich Blofelds Kommandozentrale auf einer Ölbohrinsel befindet.
Blofeld verkleidet sich als Frau und entkommt. Nun weiß ich auch, warum er die beiden warmen Auftragskiller engagiert hat. Tiffany erkennt ihn und will ihn verfolgen, doch er nimmt sie gefangen. Obwohl sie ihn verraten hat, tötet er sie nicht, sondern lässt sie frei auf seiner Bohrinsel herumlaufen. Was könnte schon schiefgehen?
Endlich wird der eigentliche Plan enthüllt: Dr. Metz hat einen Satelliten mit den Diamanten ausgestattet, weil auch Gegenstände ein Recht haben, einmal schön gekleidet im Weltall herumzugondeln. Die vielen Diamanten eignen sich hervorragend, um Laserstrahlen zu bündeln, zu verstärken oder eben schön rot leuchten zu lassen. Naja, zu irgendetwas werden sie schon gut sein. Blofeld hat es mit Metz geschafft, eine Massenvernichtungswaffe in der Atmosphäre zu positionieren und ihm versprochen, dass es ihm um den Weltfrieden geht. Als er dann jedoch Raketen, U-Boot und Militärstützpunkte vernichtet, wird unser Wissenschaftler skeptisch. Diesen Anführern vom organisierten Verbrechen kann man heutzutage einfach nicht mehr trauen.
Das Militär umzingelt die Ölbohrinsel, wagt es jedoch nicht anzugreifen. Bond hat nach dem langweiligen Auftrag keine Lust mehr, fliegt einfach hin und lässt sich festnehmen. Obwohl Blofeld seine Frau ermordet hat und entkommen ist, tritt ihm James mit blöden Witzen gegenüber. Er hat eine Kassette dabei, die er gegen die Steuerkassette des Satelliten austauschen möchte. Er baut auf Tiffany, wobei ich jetzt nicht verstehe, woher er weiß, dass sie bei Blofeld ist, noch lebt und frei herumlaufen darf. Doch er benötigt sie gar nicht, denn Blofeld lässt ihn einfach in der Kommandozentrale herumschlendern, wo er die Kassette aus Versehen herausnimmt und austauscht. Das passiert auch nicht zum ersten Mal. Wir brauchen dringend einen neuen Bösewicht. Bond hätte das Band auch einfach zerbrechen können und schon wäre die Gefahr gebannt. Tiffany tauscht aus Versehen alles wieder zurück und Bond hat nun wirklich keine Lust mehr. Ganz zufällig hängt auf der Bohrinsel ein roter Luftballon, den er löst und so das Signal für das Militär zum Angriff erteilt. Wahrscheinlich hatte Blofeld gestern Geburtstag und sein Partyclown hat einen Luftballon vergessen.
Die Ölbohrinsel ist mit allen nötigen Waffen zur Verteidigung ausgestattet, besitzt jedoch kein Gefängnis. Anstatt Bond zu töten, lässt ihn Blofeld in einen Werkzeugschuppen sperren, der eine Ausstiegsluke besitzt. Schön langsam komme ich mir wirklich veräppelt vor. Kann bitte endlich einmal jemand diesen Blofeld und den Drehbuchautor töten? Da der Countdown für den nächsten Laserangriff eh noch zehn Minuten dauert, beschließt Bond einfach die Station dem Erdboden, ähm Wasserstand gleich zu machen. Warum haben sie nicht gleich einfach eine Rakete auf dieses Ding abgefeuert?
Blofeld möchte mit einem Mini-U-Boot entkommen. Während eines Angriffs von diversen Nationen auf eine Ölbohrinsel helfen Blofelds Schergen das U-Boot zu wassern. Sie wissen, dass sie gleich sterben werden. Obwohl dieser Horst andauerd seine eigenen Agenten tötet, während er es schafft, Bond immer wieder zu verschonen und in ausbruchsgarantierte Gefängnisse einzusperren, stehen ihm alle vollkommen loyal gegenüber. Ich weiß, dass ich mich bei jedem Teil wiederhole, aber langsam reicht es mir.
Anstatt den Countdown zu verhindern, setzt sich Bond an den Wasserungskran und schwingt Blofeld durch die Lüfte. Endlich kann er den Mord an seiner Frau rächen. Naja. Im Endeffekt wird Blofeld nur ein bisschen geschüttelt, nicht einmal gerührt. Bond schlägt gleich drei Fliegen mit einer Klappe und zerstört die Kommandozentrale und die Öhlbohrinsel mit dem U-Boot auf einem Kran. Klingt komisch, ist aber so. Wieder überprüft niemand, ob Blofeld tot ist. Langsam verliere ich die Geduld.
Schnitt: Bond und Tiffany befinden sich auf einem Kreuzfahrtschiff und fahren in Urlaub. Anscheinend ist es nicht nötig, hier noch irgendetwas zu erklären. Plötzlich tauchen unsere schmerzlich vermissten Romeo und Romeo wieder auf und wollen Bond töten. Und noch einmal ein etwas unglaubwürdiger Akt der Loyalität. Obwohl Bond sie erkennt, wartet er noch geduldig, bis sie ihn angreifen. Naja, er ist auf Urlaub, da soll man sich ja nicht hetzen. Natürlich gewinnt er und alles ist gut. Nur die Diamanten sind nun im Weltall. Ende gut, mir doch egal!

Podcast herunterladen

Veröffentlicht unter Allgemein, Filme und Serien, Podcast | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Schlägerei, Messer und Zivilcourage (Fails)

Zivilcourage ist wichtig, doch schnell kann bei einer Schlägerei ein Messer im Spiel sein. Man sollte sich nicht selbst in Gefahr bringen, letztendlich vor Gericht stehen oder erst im Krankenhaus wieder aufwachen. Wenn man anderen Menschen helfen will, ist das sehr löblich, doch man sollte alle wichtigen Faktoren beachten. Hin und wieder können sich die Helfer sogar gegenseitig in Gefahr bringen, wie meine Geschichte aufzeigt. Dafür müsse ich jedoch auf das Video oder den Podcast verweisen.

Podcast herunterladen

Veröffentlicht unter Allgemein, MCPM, Podcast | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Collateral Damage (Die Geschichte von)

Die Komplexität des Plots könnte man als bemüht verstehen, wenn einer einem eine Kalaschnikow an den Schädel hält, für die Aufnahmeprüfung in den Kindergarten würde es jedoch nicht reichen. Die Schnitte sind teilweise so schnell und hart, dass man sich eher auf den Ton konzentrieren muss, um bei der krass komplexen Handlung mitzukommen. Arnold Schwarzenegger war nach 9/11 besonders stolz, dass er sich in diesem Film ausnahmsweise einmal nicht für einen schlagkräftigen Polizisten oder einen massenmordenden Militärterminator, sondern für einen Feuerwehrmann entschieden hat. Manchmal muss man auch auf die kleinen Leistungen stolz sein. Aber nun geht’s los!
Gleich am Anfang zeigt Arnie bei einem Hausbrand seine unfassbare Kompetenz, indem er einem Opfer mit Atemmaske rät zu atmen. Ich habe recherchiert und erfahren, dass Atmen lebensverlängernd wirken soll.
Bei einem Attentat werden Arnies Frau und Kind getötet. Feuerwehr, Rettung, Polizei und FBI treffen ein, die Verwundeten werden versorgt, die Leichen werden weggebracht und der Tatort wird untersucht. Plötzlich läuft der CIA-Chef Brandt wichtig-posend durch das Bild, schützt den überlebenden Staatssekretär und bringt ihn augenblicklich in Sicherheit. Hätte man diese Szene nicht direkt am Ende der Bombenexplosion schneiden und nicht erst Stunden später ablaufen lassen sollen, nachdem sogar einige Faultiere das Risikogebiet verlassen haben?
Arnie ist ausnahmsweise nicht unzerstörbar und will nun Gerechtigkeit. Der kolumbianische Terrorist Claudio Perrini bekennt sich zum Attentat und beschuldigt die USA Kolumbien zu unterdrücken. Zuerst wird die Ansprache des Terroristen in den Nachrichten gezeigt und anschließend nennt ein Sprecher eines Solidaritätskomitees den Tod von Arnies Familie einen Kollateralschaden. 200-IQ-Moves. Es gehören ohnehin viel mehr Ansprachen von Terroristen in die öffentlichen Medien. Das schürt die Angst der Bevölkerung, wodurch man sie kontrollieren kann. Claudio kehrt nach Kolumbien zurück und ein Senator cancelt Brandts dortige Armeeaktivitäten. Arnie erkennt, dass er keine Gerechtigkeit erfahren wird und nimmt die Sache nun selbst in die Hand. Na dann gute Nacht, liebe Terroristen.
Da er als Angehöriger von Terrorismusopfern nach Pumuckl und den Schlümpfen auf der ominösen Schwarzen Liste steht, reist er über Panama nach Kolumbien. Sofort kommt es bei einer Kontrolle zu einer Schießerei. Später erklärt Brandt, dass es seine Soldaten waren, die auf wehrlose Zivilisten geschossen haben. Kein Wunder, dass die Kolumbianer über die Anwesenheit der US-Armee not amused sind.
Brandt hat in seiner geistigen Umnachtung einen genialen Plan und nutzt die Situation. Er informiert die Guerilla, dass Arnie im Land ist, denn wenn dieser stirbt, kann er den Senator überreden, dass seine Soldaten doch weiter in Kolumbien operieren dürfen. Die Logik ist also folgende: In den USA wird eine Bombe gezündet und tötet Staatsbürger auf eigenem Grund und Boden. Doch die CIA geht der Angelegenheit nicht weiter nach. Nachdem Arnie jedoch in Kolumbien verschwindet, soll plötzlich das ganze Land Krieg schreien. Der nächst 200-IQ-Move kommt von Claudio, der nun Arnie festnehmen und die USA mit ihm erpressen möchte. Für das Lösegeld kann er sich sicherlich einen Appel und ein Ei kaufen. Dass die USA auf die Forderungen eingeht liegt irgendwo beim Gefrierpunkt von Wasser, wie auch Claudios IQ.
Arnie flaniert also durch das Land und lernt rein zufällig Selena Perrini und ihren Sohn, also die Frau und das Kind von Claudio, kennen. Kolumbien umfasst 1.142.000 km². Da kann es schon einmal vorkommen, dass man rein zufällig auf die Frau des größten Terroristen des gesamten Landes trifft, die ohne jeglichen Schutz über den Markt schlendert und von Rowdies belästigt wird. Warum hätte Schwarzenegger auch einen Elitesoldaten spielen sollen, der so eine Mission lange plant, wenn man einfach in das Land stolpern kann und der Zufall den Rest erledigt?
Arnie wird jedoch vorerst von der Polizei festgenommen und bekommt den Pass eines Mithäftlings. Klingt total logisch, dass man jemanden einsperrt, ihm aber seine Dokumente und Arnie noch sein Geld lässt. Natürlich hat der Pass kein Foto und so kann Arnie eine andere Identität annehmen und entkommt. Nach einigen Zwischenstopps erreicht er endlich Claudios Unterkunft und legt eine Bombe. Im letzten Moment kommt jedoch Selena mit ihrem Sohn und Arnie bricht die Aktion ab. Vollkommen nachvollziehbar ist Selena Arnie nun so dankbar, dass sie die Seiten wechselt. Man hört ja immer wieder von den berechnenden, überhaupt nicht feurigen und emotionalen südamerikanischen Frauen der Terroristen, die ihre Männer verraten. Was sollte ihnen anschließend schon geschehen? Ihr Mann hat sicherlich Verständnis für ihr Verhalten.
Claudio ist auf dem Weg in die USA, um eine weitere Bombe zu platzieren. Brandt, Arnie, Selena und der Sohn folgen, um das nächste Attentat zu verhindern. Im letzten Moment erkennt Arnie, dass solche Frauen vielleicht doch nicht so einfach die Seiten wechseln und kombiniert, dass die Bombe von Selena direkt bei ihnen im CIA-Hauptquartier platziert wurde. Selena ist die eigentliche Terroristin und sogar bereit, ihren Sohn zu opfern. Arnie verhindert das Attentat und tötet die beiden Terroristen. Kurz darauf läuft der verstörte Sohn dem Mörder seiner Eltern weinend in die Arme. Solche perversen Geschichten fallen selbst mir nicht ein. Naja, eigentlich ist das der Hauptteil meiner Geschichten. Arnie bekommt eine Medaille und das Kind ersetzt seinen Sohn. Da entsteht sicher eine dufte Vater-Sohn-Beziehung. Eine neue Frau wird sich schon irgendwo finden. Ich kann nur hoffen, dass das Kind ein Köder und nicht wirklich Selenas leiblicher Sohn war und all die Zufälle geplant waren.

Podcast herunterladen

Veröffentlicht unter Allgemein, Filme und Serien, Podcast | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

James Bond – Im Geheimdienst Ihrer Majestaet (Die Geschichte von)

Blofeld hat in den letzten Teilen fleißig seine eigenen Agenten ermordet und jedes Mal versagt, weshalb Spectre nun Geschichte ist. Aber vielleicht kann ich nun endlich verstehen, warum er mehr eigene Agenten als der liebe James getötet hat. Kaum sind seine Nummern Zwei bis Zwölf weg, kommt er mit einem ganz passablen Plan um die Ecke und tötet keinen einzigen eigenen Agenten mehr. Wie auch? Ist ja niemand mehr über. Es gibt nur noch Irma Bunt und die ist wahrscheinlich Blofelds Mutter oder Tochter oder Geliebte oder so. Doch wenn man sich im Gegenzug dafür ansieht, was Draco und Bond so aushecken, bekommt man gleich wieder Kopfweh. Nun zur Geschichte.
Bond fährt gedankenverloren durch die portugiesische Botanik, als er ein hübsches Mädchen am Strand sieht, welches bekleidet ins Wasser geht. Er kombiniert, glaubt an einen Selbstmordversuch und rettet Tracy aus dem knietiefen Wasser. Plötzlich werden beide angegriffen und schon haben wir das erste Problem. Als Schergen kommen eigentlich nur Handlanger von Tracys Vater Draco in Frage oder die portugiesische Gummibärenbande. Da Draco einen starken Beschützerinstinkt für Tracy hat, macht es wenig Sinn, dass die Angreifer ihr ein Messer an die Kehle halten und ihren Retter töten wollen. Ich finde keine meiner Theorien wirklich akzeptabel.
Bond macht sich aus Gewohnheit an Tracy heran, die ihn jedoch noch nicht sehr sympathisch findet. Als er sie dann jedoch klatscht, taut sie langsam auf. Sie wettet im Casino, verliert und hat kein Geld, um ihre Schulden zu bezahlen. Bond übernimmt die Rechnung und dafür schläft sie mit ihm. Da sie ihm das Geld jedoch wieder zurückgibt, waren das wohl nur die Zinsen und sie ist lediglich eine halbe Nutte. Fühlt ihr auch schon die Romantik aufsteigen?
Wieder kommen die Schergen und bringen Bond zu ihrem Boss Draco. Er ist der Führer der korsischen Union, also der Mafia. Sie ist, zumindest in diesem Film, nach Spectre die größte Verbrecherorganisation der Welt. Anscheinend ist es für den britischen Secret Service kein Problem, sich mit dem zweitgrößten Schurken der Welt zu verbünden, solange man ein größeres Ziel bekämpft. Draco hat Bond beobachtet und ist beeindruckt, wie gut er mit Tracy umgegangen ist. Sie hat ein bisschen herumgehurt und er möchte nun, dass Bond sie heiratet. Welcher Vater würde sich nicht über einen Schwiegersohn freuen, der seine Tochter klatscht und sie für ihre sexuellen Dienste bezahlt? Es ist schon ein komischer Zufall, dass Bond durch die Heide bummelt und dann mal so ganz zufällig Retter beim Selbstmordversuch der Tochter des zweitgrößten Schwerverbrechers der Welt wird. Doch er nutzt sogleich die glückliche Situtation.
Draco bietet Bond Geld an, wenn er Tracy heiratet, doch dieser möchte lieber den Aufenthaltsort von Blofeld wissen. Klingt nach einer soliden Grundlage für eine Ehe. Da Bond Blofeld seit zwei Jahren erfolglos verfolgt, entzieht ihm M genau jetzt den Auftrag. James kündigt, Monypenny interveniert und stattdessen bekommt er zwei Wochen Urlaub. Klingt komisch, ist aber so.
Tracy hat jedoch keine Lust, sich von ihrem Vater verkaufen zu lassen und zwingt ihn, Bond Blofelds Aufenthaltsort zu verraten. So ganz ohne das Geklatsche und den Druck findet James nun Tracy doch irgendwie nett. In der folgenden Filmmontage würden zwar mehr als nur zwei Wochen vergehen, doch ich will hier ja nicht auf Details herumreiten.
Bond erfährt von einem Anwalt, stellt Nachforschungen an und findet Unterlagen. Anstatt sie zu fotografieren lässt er sich mit einem Kran einen Kopierer in das Büro des Anwalts hieven. Klingt etwas aufwendig. Während er wartet, liest er den Playboy, in den er sich so vertieft, dass er ihn sogar noch ausgeklappt studiert, während er das volle Amtsgebäude verlässt. Das nenne ich mal Product Placement. 1969 konnte man also noch unbehelligt einen Playboy in der Öffentlichkeit lesen, während man heute schon schief angesehen wird, wenn man im Zug einen Schluck Wasser trinkt. Er findet heraus, dass Blofeld angeblich einen Grafentitel besitzt und diesen bestätigen lassen möchte. Bond liest ein lustiges Taschenbuch über Heraldik, ist sofort Experte und kann nun den eigentlichen Beamten problemlos ersetzen. M lässt ihn wieder auf Blofeld los und so wird Bond in die Schweiz zu dessen Institut eingeladen.
Blofelds Festung befindet sich hoch oben in den Bergen und Bond möchte sich dort nun als Beamter offiziell einschleichen. Er hat Spectres Arbeiten vier Mal zunichte gemacht und ist Blofeld bereits gegenübergestanden. Sie kennen sich also schon. Ich kann nicht glauben, dass sie sich beide die Nasen rotrubbeln und dann einander plötzlich vollkommen fremd sind. Haltet euch fest, denn genau das passiert.
Frau Bunt ist Blofelds rechte Hand. Ihre Hobbys sind hinten auf einem Schlitten sitzen und Eis und Felsen zu verwechseln. Also eine überaus kompetente Person. Bond wird mit einer fadenscheinigen Begründung in seinem Zimmer eingesperrt, doch trotz der hohen Sicherheitsstandards werden die Unterkünfte nicht mit Kameras und Wanzen überwacht. Spectre bekam dies sogar bei x-beliebigen Hotels hin, doch nun, in der eigenen Zentrale verzichtet Blofeld auf diesen unnützen Kram. Er hat einen Stall voll notgeiler Hühner in seinem Institut, weshalb Bond sofot in den Go-Modus schaltet. Die Mädchen kommen aus den unterschiedlichsten Orten der Welt, denn Bond will gefälligst Abwechslung. Blofeld behandelt ihre Allergien, in dem er ihnen sagt, dass sie töricht sind. Easy. Warum nur junge, attracktive Mädchen von Allergien geheilt werden, wird leider nicht näher erklärt. Bond spielt zwar einen reservierten Beamten, doch da das Personal nicht zählt und er somit der einzige verfügbare Mann ist, rattert bald die Kiste. Auf Kleinigkeiten wie Tracy, der Bond nun eigentlich versprochen ist, wollen wir jetzt nicht herumreiten.
Bond tritt nun Blofeld gegenüber und die beiden kennen sich tatsächlich nicht mehr. Immerhin haben die Produzenten beide Schauspieler ausgetauscht und so macht das schon irgendwie Sinn. Zumindest im weit entfernten, geschüttelten Universum aus Wodka und Martini. Erst nach einem Heraldikfauxpas kann Blofeld Bond endlich enttarnen. Er hat einen Virus erschaffen, der alles, sogar Pflanzen unfruchtbar machen kann. Der Hühnerstall wurde hypnotisiert. Die Mädchen bekommen den Virus in einer Schminkkiste mit nach Hause und können ihn auf Befehl in jedem Land der Erde verbreiten. Der ein oder andere mag es vielleicht für etwas riskant halten, einem Stall voll Hühner einen Virus in einer Parfümflasche mitzugeben, doch Blofeld hynotisiert sie, das Fläschchen nicht anzufassen. Hoffentlich haben die Hühner zuhause keine Freundinnen, die sich für den exquisiten Schminkkoffer interessieren. Auf alle Fälle möchte nun Blofeld die Welt erpressen. Klingt nicht übel, bis ihr hört, was er verlangt.
Damit Bond wieder einmal sicher entkommen kann, tötet ihn Blofeld nicht, sondern sperrt ihn in den Maschinenraum von seiner Gondel. Logischerweise muss die Gondel in das Gebäude rein und rausfahren, weshalb eine Seite offen ist. Selbst meine Oma wäre aus diesem sinistren Gefängnis entkommen, doch Bond macht es spannend. Er streift sich eine paar Schier über und fährt los. Obwohl er erst erkannt wird, als er schon auf der Piste ist, tragen plötzlich alle Schergen inklusive Blofeld Schier und sind sogleich hinter ihm. Die übliche Bondaction wird abgespult. James erreicht mit Mühe und Not das nächste Dorf, wo glücklicherweise Tarcy auf ihn wartet und ihm hilft. Zufälle gibt es. Der MI6 hat ihn nicht gefunden, obwohl er wusste, wo James ist.
Bond will nun Tracy tatsächlich heiraten, doch da dies als Agent nicht möglich ist, ist er bereit, tatsächlich zu kündigen. Schön langsam wird es tatsächlich romantisch. Bei der weiteren Flucht löst Blofeld jedoch eine Lawine aus, die Bond und Tracy verschüttet. Schon wieder schlägt das Glück zu, denn obwohl beide fünf Minuten von den Massen überschüttet werden, befinden sie sich lediglich zwei Zentimeter unter der Schneeschicht. Die Gutherzigkeit von Lawinen ist ja weithin bekannt. Blofeld entführt Tracy und lässt Bond zurück. Der will aber auch nicht gewinnen.
Nun endlich stellt er seine Forderung. Blofeld möchte Amnestie und die Anerkennung seines Titels. Warum sich ein Massenmörder nun plötzlich für Heraldik interessiert, ist mir nicht so ganz klar, doch sonst hätten wir ja keinen Film gehabt. Da er mit Spectre gescheitert ist, setzt er sich nun zur Ruhe. Was für eine Karriere. Ich möchte auch mit Mitte vierzig in Rente. Da alle anderen Projekte von Blofeld jedoch gescheitert sind, könnte ihm in seiner Pension schnell das Geld ausgehen.
Der MI6 möchte auf die Forderung eingehen. Natürlich könnte man auch die gesamte Welt informieren, dass alle Girls, die bei Blofeld waren, ein Virus bei sich haben und dieses bitte sofort abgeben sollten. Bond wendet sich an Draco, um die Festung am Berg anzugreifen und Tracy zu retten. Dieses Mal wird sie von ihrem Vater bewusstlos geklatscht, doch die Festung kann gesprengt und die Verbreitung des Virus kann verhindert werden. Bond gewinnt, überprüft jedoch nicht, ob Blofeld tot ist und so entkommt dieser. Die lernen auch nicht aus ihren Fehlern.
Bond heiratet nun tatsächlich Tracy und Draco trinkt mit M. Er ist nun wieder der größte Verbrecher, doch das scheint niemanden zu stören. Ich habe noch nie verstanden, warum das Brautpaar nach der Hochzeit wegfährt und alle Gäste alleine zurücklässt. Als James und Tracy durch die Heide gondeln, taucht plötzlich Blofeld auf und startet ein Attentat. Bond überlebt, doch Tracy wurde getroffen und ist tot. Was für ein Cliffhänger? Eigentlich müsste jetzt ein gesamter Teil kommen, in dem Bond den Mord an seiner Frau rächt und Blofeld so richtig fertig macht. Wir warten gespannt auf Diamantenfieber.

Podcast herunterladen

Veröffentlicht unter Allgemein, MCPM, Podcast | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | 6 Kommentare

Uncharted (Die Geschichte von)

Die Brüder Nathan und Samuel Drake stammen angeblich von dem berühmten Piraten Sir Francis Drake ab, doch verlieren sich schon in der Kindheit aus den Augen. An dieser Stelle muss ich auf meine Review zum Historienroman von Francis Drake verweisen! Den Link findet ihr in der Beschreibung.
Nathan ist Barkeeper und ein geschickter Dieb. Er wird eines Tages von Sully angesprochen, der mit Nathans Bruder nach dem größten Schatz der Welt gesucht hat. Anstatt die Bundeslade, die Sankara Steine oder den Heiligen Gral suchen sie hier, zu meiner schier unerträglichen Neugier, den größten Schatz, der noch nie gefunden wurde. Es überrascht mich immer wieder, wie viele größte Schätze es auf der Welt gibt und wie inflationär Superlative verwendet werden.
Der übliche Anheuerungsprozess beginnt: Sully bietet Nathan den größten Schatz und erneuten Kontakt zu seinem verschollenen Bruder an und Nathan lehnt grundlos ab. Welcher Profieinbrecher würde bei so einem gigantischen Angebot schon zusagen? Überraschenderweise überlegt es sich Nathan zeitnah doch anders und endlich kann das Abenteuer beginnen. Sie stehlen auf einer Auktion ein Patriarchenkreuz und schon tritt die eigentliche blasse Oberschurkin Jo auf. Sie will das Gold und das reicht als Motivation.
Sullys Ex-Partnerin Chloe besitzt das zweite Kreuz und so kommt es zu einem Treffen in einer spanischen Küstenstadt. Wie genau sie Nathan aus einem Meter Entfernung das eingewickelte Artefakt aus der Mitte seines Rucksacks stielt, konnte ich jetzt nicht wirklich herausfinden, doch es kommt zu einer netten Verfolgungsszene. Sully und Chloe versuchen immer wieder einander und Nathan zu betrügen, doch unser Held hat von seinem Bruder mittels Postkarten Hinweise bekommen und ist somit der Einzige, der den Schatz finden kann. Also läuft alles vorerst irgendwie weiter.
In der Kirche von Santa Maria del Pi lösen die drei einen Mechanismus mit tödlichen Pfeilen aus, die zielgenau an ihnen vorbei in die Wand donnern. Offensichtlich wollte man mögliche Schatzsucher nicht töten, sondern nur gehörig erschrecken. Für die Dramaturgie wäre es jedoch etwas zutulicher, wenn die Protagonisten durch ihre Kompetenz und nicht immer wieder durch pures Glück Angriffen entkommen würden.
Eine ganz ordentliche Schnitzeljagd von einem Hinweis zum nächsten beginnt. Nathan und Sully verbringen zehn Stunden in einem Minikofferraum, anstatt einfach auszusteigen und es sich sonst wo im Flugzeug bequem zu machen. Nathan und Chloe springen über dem Meer ab, setzen sich auf eine Kiste und beraten. Als sie das nächste Mal hochblicken, hat sie die unglaublich starke Strömung mit der stromlinienförmigen Kiste so schnell zum Strand getragen, dass beide vollkommen überrascht sind. Wie Sully überlebte wird nicht mehr aufgegriffen, doch bald fliegen unsere Helden mit Schiffen über das Meer und da stellt niemand mehr Fragen. Da die gewaltigen Konstrukte durch ein großes, natürliches Loch geborgen werden, wurden sie wahrscheinlich schon längst von jedem Flugzeug gesehen, das über sie hinweggedonnert ist. Doch offensichtlich hat sich niemand Gedanken gemacht, was diese beiden alten, geheimnisvollen Schiffe da in diesem Versteck wollen. Obwohl sich Nathan fast stets redlich verhält und Chloe sogar das Leben rettet, versuchen sich hier alle zu betrügen. Doch selbstverständlich kommt zum Schluss noch die Moral und Sully rettet Nathan auf Kosten des Goldes das Leben. Die Action unterhält und die Rätsel sind ganz nett. Eigentlich ist das schon mehr, als man sich heutzutage von einem Abenteuerfilm erwarten darf. Ich sage nur: Die geheimnisvolle Insel mit The Rock – Zwinker!

Podcast herunterladen

Veröffentlicht unter Allgemein, Filme und Serien, Podcast | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Die Kategorisierung der Menschenheit)

Menschen können in genau fünf Kategorien eingeteilt werden, die ich mir einfach so ausgedacht habe, jedoch jetzt die einzigen gültigen und korrekten Bezeichnungen sind. Als erstes haben wir hier das arbeitende Volk, welches seinen Job hasst, jedoch ohne ihn ins Arbeitslosenburnout gehen würde. Die, in Fachkreisen, Majas genannten Menschen (Ich sehe mich an dieser Stelle gezwungen, auf den Wortwitz mit Biene Maja und die darin versteckte und überaus geniale Anspielung auf die Arbeiterbienen hinzuweisen.), arbeiten ausschließlich um Geld zu verdienen, mit dem sie ihre Freizeit bestreiten können. Das erarbeitete Vermögen muss hier jedoch so schnell als irgend möglich wieder ausgegeben werden, damit man am nächsten Tag wieder einen Grund hat, in die Arbeit zu gehen. Die Industrie unterstützt diese Homo sapiens jedoch tatkräftig mit wöchentlicher Maniküren und Pediküre, überteuerten Handtaschen, Fastfood uvm.

Kategorie B sind die ehemaligen Turnsäckchenvergesser, die im Sportunterricht in Unterhosen rumlaufen mussten und nun in ihrer Arbeit mehr Spaß haben, als in ihrem Privatleben. Die Workaholics bekommen sogar noch mehr Geld für ihre Arbeit, welches sie jedoch ironischer Weise nicht sinnvoll ausgeben können, da sie ja den ganzen Tag im Büro sitzen. Wenn sie sich nun doch einmal neue, überteuerte Kleidung leisten, bauen sie darauf, dass sie von ihren Sekretären und Innen gelobt werden. Ansonsten empfiehlt es sich Häuser zu errichten oder umbauen zu lassen, da dies dem stätig wachsenden Vermögen doch etwas entgegenwirken kann. Ich unterstütze die geniale Idee der Vereinigung der ersten beiden Kategorien, da die Majas das Geld der Turnsäcke gesellschaftswirksamer ausgeben können.

Dies bringt uns auch schon direkt zu unserer nächsten Kategorie, den Grazien, die ihre Hauptaufgabe im Ausgeben von Geld sehen. Hier ist Lifestyle eindeutig wichtiger als Krieg, Welthunger oder die Klimakatastrophen, denn wenn man einfach nur Reich und Schön ist, hat man viel weniger Probleme. Dennoch ist so ein Leben nicht auf die leichte Schulter zu nehmen, denn als Grazie muss man stets informiert sein, welche Modedesigner gerade angesagt sind und wo die krasseste Party läuft.

Dann gibt es da noch die Van Goghs, die sich sogar ein Ohr abscheiden würden, nur um ihrer Passion nachgehen zu können. Die Künstler dieser Welt suchen verzweifelt Bühnen und den Applaus des Publikums, egal, wie viel sie dabei verdienen. Dies hält sie jedoch nicht davon ab, ständig über ihre Geldsorgen zu klagen.

Gertrude       Hallo Elfriede. Ich muss dir eine aufregende Neuigkeit erzählen. Ich habe gestern den Hamlet im Seniorenheim gespielt. Dafür musste ich lediglich die Rolle in Fast and Furious an der Seite von Vin Diesel ablehnen. Aber ich glaube, diese Reihe setzt sich ohnehin nicht durch.

Elfriede        Hallo Gertrude. Auch ich habe Neuigkeiten. Ich musste die Hauptrolle in Miss Marvel ablehnen, um im Kindergarten die Claire von „Der Besuch der alten Dame“ spielen zu können. Aber wer sieht sich heutzutage schon Superheldenfilme an?

Gertrude       Kannst du mir bitte einen Euro leihen? Ich hätte gerne einen Kaffee, kann mir das teure Heißgetränk aber leider nicht leisten.

Elfride          Ich bin leider selbst vollständig abgebrannt. Ich verstehe gar nicht, warum wir beide so arm sind. Das Leben ist schon ziemlich hart.

Die nächste Kategorie von Menschen glaubt hingegen nur, Künstler werden zu wollen, obwohl es ihnen in Wahrheit vollkommen egal ist, wodurch sie ihre Berühmtheit erlangen, solange sie nur von der ganzen Welt angehimmelt werden. Um ihren Ruhm noch zu steigern, spenden die Pitts und Jolies für wohltätige Zwecke und adoptieren Kinder im zweistelligen Bereich, welche dann von einer Armee von Nannys im dreistellingen Bereich aufgezogen werden.

In die letzte Kategorie, die ich einfach „Die Anderen“ nenne, fallen schließlich noch die Minimalisten, Frugalisten und vieles mehr, worüber ich mir jedoch einfach noch keine Gedanken gemacht habe. Solltet ihr jedoch noch weitere Menschenkategorien kennen, die unbedingt in meine Liste gehören, dann zögert bitte nicht, mich in den Kommentaren besserwisserisch darauf hinzuweisen.

Podcast herunterladen

Veröffentlicht unter Allgemein, MCPM, Podcast | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

James Bond – Man lebt nur zweimal(Die Geschichte von)

James Bond versucht unentwegt Inkognito zu bleiben, während seine Gegner keinen Deut darauf geben und ihre Mordversuche stets so gestalten, dass er überlebt. Die Organisation Spectre wird zum dritten Mal als Bösewicht missbraucht, obwohl sie auch bei den letzten beiden Malen nichts gebacken bekommen hat. Seid ihr auch schon so gespannt, wie es dieses Mal ausgehen wird? Der Oberschurke enttarnt sich und tötet wieder einmal ausgiebig seine eigenen Agenten. Er tut immer so, als würden er Agent X anvisieren, obwohl er kurz darauf doch Y tötet. Da bin ich jedes Mal wieder vollkommen überrascht, … dass der so doof ist und seine eigenen Leute töten. Wer soll sich denn noch bei Spectre bewerben? Zumindest habe ich nun endlich die Genialität von James durchschaut. Er überlebt die zahlreichen Attentate nicht wegen seiner Kompetenz, sondern einfach nur, weil ihm die Frauen sofort verfallen und ihn dann retten. Der Film tut andauert so, als wäre Bond etwas widerfahren, nur um kurz darauf zu zeigen, dass alles vollkommen harmlos war.
Aber jetzt zur Geschichte. Die USA testet gerade ihre Hardware im Weltraum, als sich ein zweites Raumschiff von hinten anschleicht. Zuerst ist es so klein, dass es der Astronaut im Weltall nicht sehen kann und dann das größte Raumschiff, welches der Astronaut überhaupt je gesehen hat. Als er jedoch daneben schwebt, ist es nicht größer als ein Kleinbus. Entscheidet euch endlich einmal. Außerdem sieht dieser Blechkübel nicht einmal ansatzweise wie ein Raumschiff aus. Irgendjemand hat also so mir nichts, dir nichts ein Raumschiff im Weltall gestohlen und landet damit in Japan.
Der neue, diesmal noch viel genialere Plan, heute jedoch zum halben Preis: Irgendeine Großmacht möchte den kalten Krieg zwischen den USA und Russland wieder heiß machen und davon profitieren. Meiner unmaßgeblichen Meinung nach würde das viel besser funktionieren, wenn man das gestohlene Raumschiff dann im Land des Gegners parkt und nicht nach Japan bringt. Vollkommen logisch schicken nun die Briten, die mit der ganzen Sache wieder einmal nicht das Geringste zu tun haben, James Bond, der nun natürlich weiß, dass er in Japan suchen muss.
Das komplizierteste und unnötigste Inkognito der Filmgeschichte beginnt. Da Bond noch immer im Fokus von Spectre steht, täuscht er seinen Tod vor. Als Commander der Navy bekommt er natürliche eine Seebestattung. Dabei wird sein Körper tatsächlich in einen Leichensack gesteckt und über Bord geworfen. Hätte der Körper nicht vorher ausgetauscht werden können? Hatte der MI6 Angst, dass jemand nachsehen würde, ob sich auch wirklich Bond darin befindet? Und wenn ja, wären ihm da die Taucherflaschen nicht ein starker Hinweis gewesen? Zu meiner Überraschung funktioniert dieses Inkognito jedoch theoretisch, denn Spectre glaubt nun tatsächlich, dass Bond tot ist. Da dieser nun jedoch gegen die Organisation ermittelt, versuchen dessen Agenten Bond zu töten. Same, Same, but Diffrent.
Bond wird von Tauchern geborgen, kommt auf ein U-Boot, in dem er seinen Auftrag erhält und muss anschließend an Land schwimmen. Eben der Luxus, in dem ein wahrer Geheimagent lebt. Er trifft seinen ersten Kontakt. 1967 konnten nur die USA und Russland Raumschiffe ins Weltall schicken. Doch nun führt eine Spur zum Großindustriellen Osato, der ebenfalls über die Technologie verfügen könnte. Nun beginnen die Morde und Mordversuche. Der Kontakt wird getötet. Bond tötet den Assassinen und nimmt Inkognito dessen Rolle als scheinbar Verletzter ein. Er springt in ein Auto, welches einfach am Straßenrand parkt und auf den Assassinen gewartet hat. Der Fahrer prescht los und ich dachte mir, er bringt seinen verletzten Freund sicherlich in ein Krankenhaus oder in eine geheime Klinik. Doch weit gefehlt. Er fährt mit dem verletzten Assassinen zum Firmengebäude von Osato, trägt ihn in den tausendsten Stock und legt ihn dort in ein Büro. Doch nicht irgendein Büro. Nein! Gerade dort befindet sich ein Safe mit wichtigen Informationen. Dann vertschüsst sich der Fahrer. Wirkt wie die übliche Vorgehensweise bei verletzten Assassinen. Zum Glück hat Bond auch gleich ein Safe-Öffne-Dich-Gerät in seinem Jackett. Ich habe meinen Quantendesintegrator auch immer in meiner Socke versteckt. Die Bösen versuchen wieder Bond zu töten, doch schaffen es nicht.
James trifft auf Aki, die so tut, als wäre sie seine Kontaktperson, seine Gegnerin, ihm hilft, ihn wieder veräppelt und sich schließlich in ihn verliebt. Die kann sich auch nicht entscheiden. Letztendlich kommt James zu Tanaka, dem Chef des japanischen Geheimdienstes, der ihn unterstützt. Bond tippt einfach blind, dass sicherlich wieder einmal Spectre hinter alledem stecken wird. Wer kann es ihm schon verdenken, da die im letzten Teil nicht verwendet wurden. Bond vereinbart ein Vorstellungsgespräch bei Osato und soll gleich darauf direkt vor dessen Firmengebäude ermordet werden. Klingt wie der perfekte Ort für einen Mord, nach all den Hinweisen. Wer würde da schon stutzig werden? Die nächsten gefühlten zehn Stunden verbringen Osato und Spectre damit, Bond nicht zu assassinieren, während James ständig auf die Hilfe von irgendwelchen Frauen angewiesen ist.
Beispiel einer klassischen Nichtassassinierung: Die böse Agentin zielt auf Bond, schießt jedoch nicht. Sie bringt Bond in ein Flugzeug, fliegt mit ihm hoch, beschädigt die Maschine, steigt mit dem letzten Fallschirm aus und hofft, dass James abstürzt. Doch Pustekuchen. Soll seine Regierung glauben, dass er einen Unfall hatte, als er mal so eben einen Spazierflug gemacht und aus Versehen das Cockpit mit Schminkaccessoires in die Luft gesprengt hat? Nachdem die Agentin scheitert, tut Spectre wieder einmal so, als wollen sie einen anderen Agenten töten und erledigen dann sie.
Tanaka beobachtet irgendein Schiff von Osato und vermutet bei der Entladungsstelle, das eigentliche Hauptquartier der Bösen. Die Hinweise bis jetzt haben offensichtlich noch nicht gereicht. Bond könnte sich die Gegend mit einem Apache-Hubscharuber ansehen, entscheidet sich jedoch für einen Modellflieger, auf dem er sich festkrallen muss. Das Ding kommt von Q und hat natürlich Anti-Luft-Waffen. Dieses Mal entkommt Bond einem Luftangriff auf einem Spielzeugflugzeug und möchte nun mit irgendeiner Japanerin „Versteck die weiße Schlange“ spielen. Doch er bekommt den Befehl, in der Luft zu bleiben und seinen Kontakt morgen wiederzutreffen. Soll er sich ernsthaft die ganze Nacht auf dem Flieger festkrallen? Am nächsten Tag landet er mit einem richtigen Hubschrauber. Jetzt bin ich verwirrt.
Nun starten die Russen eine Weltraumrakete, die ebenfalls entführt wird. Den Wiedereintritt in die Atmosphäre und jegliche realistische Landemanöver ignorierend wissen wir wieder einmal lange vor Bond was Sache ist. Spectre benutzt für seine Raketenstarts einen erloschenen, getarnten Vulkan. Da der Oberbösewicht nun die Walter PPK erkennt, weiß er endlich, dass Bond doch noch lebt. An alle Parteien: Nächstes Mal einfach einen Zuseher fragen.
Tanaka zeigt uns nun seine Kampfeinheit. Dies ist die erste Erwähnung von Ninjas in einem größeren, internationalen Kinofilm. Doch irgendwie wusste man damals noch nicht so genau, was Ninjas überhaupt sind und man kriegt Lust auf die Turtels. Um Spectres Inkompetenz gegenzuwirken, töten sich auch die Ninjas bei ihren Übungen gegenseitig. Bond wird ausgebildet, wieder kommt ein Assassine und wieder überlebt er. Um nun endlich vollständig Inkognito zu sein, bekommt er Schlitzaugen, rubbelt sich die Nase rot und heiratet eine Japanerin, die ganz zufällig direkt am Fuß des Vulkans lebt. So ein Glück aber auch. Nun kann ja wirklich nichts mehr schief gehen. Leder ist das Inkognito den Gegnern jedoch vollkommen egal, denn gleich darauf folgt ohne Erklärung wieder der nächste Mordversuch. Hier überlebt Bond, weil er sich im Schlaf umdreht. Seine Kompetenz ist einfach bewundernswert.
James findet die Schurken nur durch einen glücklichen Zufall. Sie verstecken sich in einer Höhle, die mit Gas abgesichert ist. Gleich neben der Höhle befindet sich ein Dorf. Ist dort noch keinem aufgefallen, dass da tödliches Gas positioniert wurde und in der Nacht Raketen in den Weltraum starten? Bond steigt auf den Vulkan und zaubert plötzlich seine Ninjaausrüstung herbei. Ich dachte, durch seine Schlitzaugen und sein Inkognito wird er nun ohnehin nicht mehr erkannt. Einige Szenen später wird er erkannt und Ernst Stavro Blofeld stellt sich vor. Er ist der Kopf von Spectre und scheint seine Katze nicht besonders zu mögen, da er sie wie einen Teig knetet, anstatt sie zu streicheln.
Die Ninjas greifen an und es kommt zum überaus langen Endkampf. Neben Schusswaffen kämpfen die grauen Ritter auch mit Schwertern und Zahnbürsten. Blofeld tut nun so, als würde er Bond töten, doch ermordet stattdessen Osato. Macht natürlich total viel Sinn. Obwohl Spectre auch dieses Mal wieder verloren hat, wird noch so getan, als wäre die Bedrohung nicht abzuwenden. Doch da die entführten Astronauten noch leben und mitbekommen haben, dass alles inszeniert war, sollte sich ein Krieg zwischen den USA und Russland gerade noch so abwenden lassen. Obligatorisch folgt ein Faustkampf zwischen Bond und einem blonden, unzerstörbaren Gegner, der gleich darauf kreativ stirbt. Blofeld sprengt alles in die Luft, doch trotz des Gases entkommen die Ninjas durch die Höhle. Der Vulkan bricht aus und plötzlich ist Bond mit seiner neuen Frau ganz alleine auf dem weiten Meer. Sind eben doch Ninjas.

Podcast herunterladen

Veröffentlicht unter Allgemein, Filme und Serien, Podcast | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Ocean’s Eleven (Die Geschichte von)

Danny Ocean kommt aus dem Gefängnis, wo er genug Zeit hatte, sich einen brillanten Coup zu überlegen. Er rekrutiert elf Experten, um den gemeinsamen Tresorraum von drei Casinos in Las Vegas auszurauben. Nicht ganz unwichtig dabei ist Tess, die neue Freundin des Casinobesitzes Terry, welche die Exfrau von Danny ist. Terry ist ein Perfektionist mit viel Macht und würde jeden vernichten, der ihn bestiehlt. Danny möchte nun Tess zurück und mit dem Geld unerkannt entkommen, da sonst er und sein Team Futter für die Fische wären. So genial der Raubzug und die Paartherapie auf den ersten Blick auch erscheinen mögen, offenbaren sich auf den zweiten Blick doch grobe Schnitzer. Der Film ist von 2001 von Steven Soderberght und ich gehe bei meiner Analyse davon aus, dass ihr ihn bereits gesehen habt.
Danny und Linus wählen unterschiedliche Wege, um in den Tresorraum zu gelangen. Linus gibt sich als Mitglied der Spielekommission aus und entlarvt Terrys Mitarbeiter Frank, der sich unter einem falschen Namen beworben hat. Um kein Aufsehen zu erregen, nimmt Terry Linus und Frank in den Sicherheitsbereich des Casinos mit, wo die Sache geklärt wird. Auf dem Rückweg hat Linus etwas vergessen, woraufhin der perfektionistische und paranoide Terry meint: „Finden Sie selbst hinaus?“ Der gesamte Plan funktioniert also nur, wenn Terry keine Lust verspürt, mit Linus nochmals zurückzugehen und ihm auch keine Wache mitgibt, sondern ihn im Sicherheitsbereich einfach gehen lässt.

Der Sicherheitsdienst auf den Kameras sieht nun, dass Linus in unautorisierte Bereiche vordringt, doch dann kommt das Ablenkungsmanöver von Saul, der vermeintlich stirbt. Als alle wegsehen werden die Kameras manipuliert und gleichzeitig vergisst der gesamte Sicherheitsdienst, dass gerade eine unbefugte Person auf dem Weg in den Tresorraum ist. Sie schlagen keinen Alarm und suchen noch nicht einmal nach dem Eindringling. Linus und Saul mussten sich wegen ihrer außergewöhnlichen Anliegen intensiv mit Terry unterhalten, Frank hat sogar für ihn gearbeitet und sie sind alle drei auf zahlreichen Videokameras verewigt. Selbst Willi, der Freund von Biene Maja  Danny flirtet mit Tess, lässt sich von Terrys Schergen festnehmen und vermeintlich verprügeln. In Wahrheit nutzt er die Zeit, um das Geld zu stehlen und Tess zurückzuerobern. Selbst das Erinnerungsvermögen von Dorie aus „Findet Nemo“ würde ausreichen, um zu erkennen, dass nun das Geld, Danny und Tess weg sind. Könnte da ein Zusammenhang bestehen?
Rusty ruft nun Terry an und erklärt, dass sie den Tresorraum übernommen haben. Sie werden die Hälfte des Geldes mit einem Lift hochschicken und Terrys Leute sollen die Taschen in einen Lieferwagen vor der Tür bringen. Ansonsten würde Rusty das gesamte Geld sprengen. Er setzt darauf, dass Terry nicht möchte, dass jemand von dem Raub erfährt. Ich lehne mich weit aus dem Fenster und behaupte, dass selbst der reiche Terry seine Versicherung informieren muss, wenn mal eben 80 Millionen Dollar gestohlen wurden. Er ist ein Perfektionist und würde niemals die Hälfte des Geldes entkommen lassen. Warum sollte es ihn stören, wenn die Diebe im Tresor das Geld und gleich sich selbst mit in die Luft sprengen? Wer überlebt, kann dann mühelos festgenommen werden und Terry kassiert von der Versicherung. Das Geld von seinen eigenen Leuten nach draußen bringen zulassen, ist hingegen die Demütigung par excellence. Doch der absolute Spaß an der Sache sind Rustys Leute, die dann noch immer im Tresorraum wären. Er versucht noch nicht einmal, ihren Abzug zu verhandeln. Es ist absolut unnötig, dass LeMarc die Gruppe im nächsten Teil an Terry verrät. Sogar Joey von Friends hätte sie alle problemlos ausfindig machen können.

Podcast herunterladen

Veröffentlicht unter Allgemein, Filme und Serien, Podcast | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Philosophie oder Die Wissenschaften des Streitens

An einem regnerischen Sommerabend traf mich die Erkenntnis, dass die Philosophie die Mutter aller Wissenschaften ist und da ich ja sonst nichts besseres in meinem Leben zu tun hatte, begann ich der Sache auf den Grund zu gehen und mir Philosophievorlesungen von irgendwelchen Universitäten und irgendwelchen Professoren aus dem Internet anzusehen. Unter anderem wurde mir dort mitgeteilt, dass es mich nicht klüger wirken lässt, wenn ich Sätze über vier Zeilen schreibe. Mission Failed.
Das erste, was man bei einer Philosophievorlesung lernt, ist, dass alles kontrovers ist. Da man in der Mathematik meist auf ein eindeutiges, belegbares Ergebnis kommt, eignen sich Formeln doch eher weniger als Diskussionsthema mit verschiedenen Ansichten für einen lauen Abend in einem Gasthaus mit Bier und Korn. In der Philosophie hingegen kann so gut wie alles diskutiert werden und üblicherweise hat jeder eine andere Meinung dazu. Zum Beispiel: Superlange Sätze sind total geil und ein Satz muss mindestens über fünf Zeilen gehen, wenn du ungebildete Leser und Zuhörer aussortieren möchtest!
Nun ist klar, warum die Philosophie die Mutter aller Wissenschaften ist. Am Anfang war die Materie, welche schließlich zum Wort führte und dieses unweigerlich zu Streitereien. Um sich nicht nach jedem Disput die Köpfe einschlagen zu müssen, nannte man das Ganze philosophieren. Aus den Auseinandersetzungen, ähm philosophischen Diskussionen entstanden erste Themengebiete, die erforscht werden konnten.

Wir stellen uns die Szene zwischen zwei Höhlenmenschen vor:

  • „Hey, Ugosh, warum hast du mir einen Stein auf den Zeh fallen lassen?“
  • „Das hab ich überhaupt gar nicht. Ich habe den Stein lediglich aufgehoben und wieder ausgelassen. Ich kann nichts dafür, wenn er sich, vollkommen ohne mein Zutun, auf den Fuß jenes Höhlenmitglieds zubewegt, der das gesamte Mamutfleisch draußen in der Sonne liegen hat lassen. Hier stinkt es.“
  • „Heureka, ich habe einen blauen Zeh und benötige Hilfe.“

Zack und schon waren Physik, Medizin und Kältetechnik erfunden worden.“

  • „Ich kann nichts dafür, mich hat ein Blitz am Kopf getroffen. Scheint eine höhere Macht zu sein.“

Bums und schon waren die Geisteswissenschaften und Elektrizität erfunden.

  • „Olaf, du hast mit meiner Frau geschlafen. Wie viele Backpfeifen glaubst du, werde ich dir dafür verpassen?“

Bähm! Und schon gab es die Mathematik und die Schätzung.
Ingenieure haben es gut, denn wenn sie etwas bauen und es bleibt von selbst stehen, können sie von ihrem hohen Ross über beispielsweise Physiker herziehen:

  • „Was habt ihr schon geleistet, seit Newton ein Apfel auf den Kopf gefallen ist? Ihr erfindet unnötige Theorien, die nur in sich stimmig sind.
  • „Mein Universum hat Schleifen.“
  • „Mein Universum ist flüssig.“
  • „Mein Universum ist deine Mutter!“

Aus den Streitereien der Philosophen entstanden also die Wissenschaften und es musste alles getan werden, um diese Kontroversen aufrechtzuerhalten, um den Fortbestand der Menschheit zu garantieren. Selbst als schon jeder Bauer wusste, dass die Erde eine Kugel ist, kam die katholische Kirche, behauptete das Gegenteil und verbrannte die Ketzer. Und auch heute gibt es noch Verschwörungstheoretiker, die versuchen sinnlose Wissenschaften zu generieren und deshalb behaupten, dass die Erde flach ist.

Heute sieht man vor lauter Wissenschaften die Universität nicht, weshalb wir uns überlegen wollen, wie es nun mit der Philosophie aussieht! Seit „Ich denke, also bin ich“, haben auch die keine bahnbrechenden Leistungen mehr vollbracht, also muss man sich die Frage stellen, warum ein Mensch, zwischen Himmel und Hölle, im 21. Jahrhundert auf die Idee kommt, dieses Fach zu studieren. Die können doch unmöglich alle glauben, dass jeder, von den hunderten promovierten Studenten jährlich ein berühmter Philosoph wird, eine vollkommen neue Weltansicht erfindet und damit reich wird. Sie können höchstens den Physiker gemeinsam einreden, dass das Universum in Wahrheit eine griechische Tunika ist.
Wie immer offenbart sich das eigentliche Ziel eines Studienzweiges nicht am Anfang, sondern erst, wenn es schon viel zu spät ist. Und so traf auch mich die Erkenntnis, als alles vorbei war. Nach Beendigung des Studiums bist du nicht etwa Philosoph und musst dir mühsam deine eigenen, bahnbrechenden Entdeckungen ausgrübeln. Nein! Du suchst dir einfach wahllos einige Aussagen anderer, bereits toter Philosophen zusammen, da sich diese nicht wehren können, beziehst mal eine wohlwollende und mal eine kontroverse Stellung, beharrst darauf, dass nur du richtig liegst und die anderen ohnehin keine Ahnung haben und diskutierst dies mit deinen Kollegen, bis du in die verdiente Rente gehen kannst. Hier empfiehlt es sich, ein kontroverses Buch zu schreiben, welches von gut fünfzig Leuten gekauft wird und in dem du alle anderen beschimpfst, die nicht deiner Meinung sind. Außerdem solltest du keinen Satz unter sechs Zeilen verwenden, damit nicht jeder Idiot gleich mitreden kann. Dies ist die einzig richtige Erkenntnis der aktuellen Philosophie und wer das nicht versteht oder anderer Meinung ist, soll lieber über die Bildzeitung und „The next Topmodel“ diskutieren, anstatt wirklichen Philosophen die Zeit zu stehlen.

Podcast herunterladen

Veröffentlicht unter Allgemein, MCPM, Podcast | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar