Friedrich Nietzsche – Also sprach Zarathustra

Durch den Musiker Marilyn Manson erwachte während meiner Teenagerzeit das Interesse an Friedrich Wilhelm Nietzsche. Um mich mit dem Thema eingehender befassen zu müssen, wählte ich es für Buchbesprechungen oder diverse Arbeiten aus und verbrachte so einige Zeit mit dem deutschen Philosophen, der von 1844 – 1900 lebte. Er studierte Philologie (Lehre von Latein und Altgriechisch) und war Professor auf der Universität von Basel. Unter anderem erlangte Nietzsche Bekanntheit durch Aussagen und Zitate, die den Kern einer Sache gut erfassten.

  • Wer von seinem Tag nicht zwei Drittel für sich selbst hat, ist ein Sklave.
  • Wer ein Warum hat, dem ist kein Wie zu schwer.
  • Gott ist tot.

Nietzsche war ein Verehrer von Wagner und Schopenhauer, entwickelte zunehmend seine eigenen Ansichten, wurde dabei immer radikaler und brach mit seinen Idolen. Er begann als Einzelgänger, fand gleichgesinnte Freunde, entwickelte sich, brach schließlich mit ihnen oder erwirkte durch seine radikalen Ansichten eine Distanzierung und endete wieder als Einzelgänger. Durch seine physischen und psychischen Leiden lebte er gegen Ende in geistiger Umnachtung erst bei seiner Mutter und schließlich bei seiner Schwester. Nur eine große Liebe ist bekannt, die jedoch unerwidert blieb und sicherlich einen großen Einfluss auf sein sehr fragwürdiges Bild der Frauen genommen hatte: „Alles am Weibe ist ein Rätsel, und alles am Weibe hat eine Lösung: sie heißt Schwangerschaft.“
Nietzsche lässt sich nicht in eine Philosophiekategorie zwängen und weist keine klare Struktur auf. Seine Kernthemen lauten: Moral, Religion, Philosophie, Wissenschaft und Kunst. In Texten wie der Götzen-Dämmerung folgt eine Kritik der nächsten und seine klare Radikalisierung gegen geltende Moral und geltende Vorstellungen wird immer deutlicher. Moral und Tugend sind die Waffen der Schwachen und Dummen, um die Intelligenten und Visionäre zurückzuhalten. Gerade hier könnte ich mich kaum mehr von Nietzsche unterscheiden. Zwar hege ich für seine Gedankengänge eine Faszination, doch bei vielen scheiden sich unsere Ansichten und Meinungen.

Also sprach Zarathustra

Hier meine Interpretation des ersten Teils von Nietzsches zentralem Werk: „Also sprach Zarathustra.“

Vorrede: Als Zarathustra dreißig Jahre alt wird, geht er ins Gebirge und frönt seiner Einsamkeit, bis sich sein Herz verwandelt und er zum Übermenschen wird. Nun beschließt er wieder zu den Menschen hinabzusteigen und ihnen vom Übermenschen zu predigen und leitet somit auch seinen eigenen Untergang ein.
Er trifft auf einen Greis, der ihn kennt und sagt: „Damals trugst du deine Asche zu Berge: willst du heute dein Feuer in die Thäler tragen? Fürchtest du nicht des Brandstifters Strafe?“
Doch Zarathustra liebt die Menschen und möchte ihnen den Übermenschen lehren.
Der Greis warnt ihn: „Gieb ihnen Nichts, sagte der Heilige. Nimm ihnen lieber Etwas ab und trage es mit ihnen – das wird ihnen am wohlsten thun: wenn es dir nur wohlthut!“
Zarathustra soll aufpassen, dass ihm die Menschen nichts nehmen. Der Heilige hat sich gegen sie und für Gott entschieden. „Als Zarathustra aber alleine war, sprach er also zu seinem Herzen: „Soll es denn möglich sein! Dieser alte Heilige hat in seinem Walde noch Nichts davon gehört, dass Gott todt ist!“
Hier weist Nietzsche darauf hin, dass sich immer mehr Gläubige von der Kirche abwenden und Gott in Verbindung mit dieser Organisation an Wichtigkeit verliert.
Zarathustra kommt in eine Stadt und predigt von der Überwindung des Menschen und von Moral und Tugend. Um sich entwickeln zu können, muss man zuerst untergehen. Diese Prämisse wird auch im Film/Buch Fight Club verwendet. Doch niemand mag Prediger und die Bürger spotten oder fordern ihn auf, ihnen den Übermenschen zu zeigen. Doch geistige Entwicklung kann man nicht vorführen.
Deshalb konzentriert sich die Menge auf einen Seiltänzer, doch dieser wird von einem Possenreißer aus der Ruhe gebracht und fällt in die Tiefe. Nur Zarathustra nimmt sich dem Sterbenden an, der nun seine Worte erhört. Der Possenreißer warnt Zarathustra jedoch. Sein Glück war es, dass die Menschen über ihn gelacht haben und er solle die Stadt schnell verlassen.
Nietzsche hat immer wieder das Problem, in der Übergeordneten Geschichte Zuhörer für Zarathustras Reden zu präsentieren. So spricht der Hauptprotagonist zu seinem Herzen, zur Ewigkeit oder sogar zu einem Toten. Schließlich erkennt er jedoch, dass er Gefährten benötigt, die er unterweisen kann.
Nur einige von Nietzsches Werken weisen eine Rahmenhandlung auf, die den Ausführungen jedoch sehr gut tun, da der Autor sich über die menschlichen Reaktionen Gedanken machen muss. Nietzsche verwendet hier Zarathustra, um durch die Distanz einer dritten Person auch seine fragwürdigen Überzeugungen vermitteln zu können, was er später ganz offen tut und dadurch Menschen zwingt, sich von ihm zu distanzieren.

Die Verwandlung
Um den Menschen zu überwinden, muss man drei Verwandlungen durchschreiten. Das Kamel ist stark im Geist und der Mensch kann vieles mit sich tragen. In seiner Jugend kann er sich leichter erniedrigen und dem Hochmut trotzen. Danach kommt jedoch der Löwe, die Einsamkeit im Alter, doch die Freiheit im Geist. Es ist die Entwicklung vom Unterwürfigen zum Verantwortungsträger. Alles Endet im Kind, wo Neues erschaffen wird.

Die Reden Zarathustras: Hier gibt es leider keinen Kontext.
Von den Lehrstühlen der Tugend
Man muss alle Tugenden haben, um gut zu schlafen. Was wir am Tag erleben, wird im Schlaf aufgearbeitet und so müssen wir uns zehn Mal überwinden, versöhnen, zehn Wahrheiten finden und zehn Mal lachen, um gut zu schlafen. Doch dies alles sagt ein Weiser, von dem sich Zarathustra distanziert. Nietzsche sagt hier viel, was den Menschen helfen könnte und findet es gut, doch dies ist nicht die Lehre vom Übermenschen.

Von den Hinterweltlern
Eines leidenden und zerquälten Gottes Werk schien mir da die Welt. Kranke und Absterbende waren es, die verachteten Leib und Erde und erfanden das Himmlische und die erlösenden Blutstropfen. Nicht auch zürnt Zarathustra dem Genesenden, wenn er zärtlich nach seinem Wahne blickt und Mitternachts um das Grab seines Gottes schleicht.

Von den Verächtern des Leibes
Das Übersinnliche, Göttliche steht oft gegen die Realität in der Materie. Wir sind unseren Wünschen, Süchten und Befriedigungen Untertan. Wir tun viel dafür, um unsere Lüste zu befriedigen.

Von den Freuden- und Leidenschaften
Freuden und Leidenschaften sind nicht von Gott, sondern irdischen Ursprungs. Keine Klugheit und Vernunft ist darin, doch es ist menschlich. „Der Mensch ist Etwas, das überwunden werden muss: und darum sollst du deine Tugenden leiben, – denn du wirst an ihnen zu Grunde gehen. – Also sprach Zarathustra.“

Wieder distanziert sich Zarathustra davon. Gerade diese Passage bildet eine wichtige Grundlage für die Church of Satan und die satanistische Bibel.

Vom bleichen Verbrecher
„Euer Tödten, ihr Richter, soll ein Mitleid sein und keine Rache. Und indem ihr tödtet, seht zu, dass ihr selber das Leben rechtfertiget!“ Nitzsche spricht hier die Problematik der Todesstrafe an, mit der wir noch immer konfrontiert sind.

Der Aufstieg: Kapitel: Vom Baum am Berge
Nietzsche erklärt: Je höher man steigt, desto einsamer ist man. Dies beschreibt perfekt sein Leben. Je mehr er von sich überzeugt wurde, desto einsamer wurde er auch.

Von den Predigern des Todes: Sie sehnen sich nach einem jenseitigen Leben und verachten das irdische.

Vom Freunde
„Allzulange war im Weibe ein Sclave und ein Tyrann versteckt. Desshalb ist das Weib noch nicht der Freundschaft fähig: es kennt nur die Liebe.“ So chauvinistisch dies auch ist, steckte damals wohl leider viel Wahrheit darin.

„Todt sind alle Götter: nun wollen wir, dass der Übermensch lebe. – dies sei einst am grossen Mittage unser letzter Wille! – Also sprach Zarathustra.“

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Spiderman Homecoming (Plotfail Spoiler)

Spider-Man Homecoming von Jon Watts mit Tom Holland, Michael Keaton und Robert Downey Jr. ist ein Teenyfilm, in dem der liebe Spiderman zwischen Tony Stark, den Avengers und dem Homecoming-Ball hin und her schwankt.
Peter Parker möchte im ersten Teil zeigen, dass er das Zeug zu einem Avenger hat, weshalb er sich unentwegt Tony Stark anbiedert und dafür seine sozialen Kontakte fast vollständig vernachlässigt. Bis zum zweiten Teil hat er offensichtlich eine starke Persönlichkeitsveränderung durchgemacht, da er dort unentwegt versucht, Fury und seiner Verantwortung aus dem Weg zu gehen, weil Mädchen plötzlich irgendwie interessant sind. Wäre Peter nicht schon eine schizophren Spinne, würde ich ihm unbedingt einen Psychiater empfehlen, was in seiner Situation jedoch nie eine Geldverschwendung wäre. Der einzige soziale Kontakt ist mit der Tochter seines Rivalen Vulture, was auch die einzige Überraschung im Film ist.
Homecoming ist ein perfektes Beispiel, wie man einen Superhelden die Fraktion der Schurken attraktiv macht. Tony Stark bittet Spider-Man die Avengers im Kampf zu unterstützen und lässt ihn dann wie eine heiße Kartoffel fallen. Spider-Man bekommt einen Eindruck vom Leben eines wahren Superhelden, hat seine 15 Minuten Ruhm und bekommt dann die Tür vor der Nase zugeschlagen. Im ersten Teil tut Sipdy also alles, um zu helfen, während er im zweiten Teil, wo die Avengers vernichtet wurden und er die einzige Hoffnung ist, keinen Finger mehr rührt. Ich verweise nun doch entschiedener an einen Psychiater.
Tony Stark könnte jedoch jederzeit Spidys Hilfe benötigen, weshalb unsere kleine Spinne Queens nicht mehr verlassen möchte. Iron Man und Fury würden Peter sogar finden, wenn er sich dort versteckt, wo die Sonne nicht scheint. Und so hilft unser kleiner Superheld den Leuten in der Nachbarschaft, während die Zuseher langsam müde werden. Zumindest hat er von Tony einen Suit bekommen, der weiterentwickelter ist, als der Pyjama aus Teil zwei.
Glücklicherweise hat Vulture entschieden, Alienwaffen in Queens zu verkaufen, wo, wie allseits bekannt, die reichen Waffenhändler ihre Geschäfte abschließen. Die Schergen ballern mit bunt leuchtenden Plasmakanonen herum und sprengen eine Brücke in die Luft. Dieser Deal befindet sich auf der Top 10 List der dümmsten Verbrechergeschäfte ziemlich weit oben. Nur Spidy wird auf die Bösen aufmerksam und verfolgt sie, wobei er mit seinen Netzen und seiner Akrobatik halb Queens zerlegt. Doch da hier ja die Reichen und Mächtigen wohnen, können sie ein bisschen Collateral Damage sicherlich verkraften. Natürlich findet ihn Iron Man umgehend und hilft ihm. Er hat jedoch augenscheinlich keine Lust gegen die Verbrecher, die hochtechnologisierte Waffen verkaufen, vorzugehen. Warum sollte es ihn auch stören, wenn jemand Queens dem Erdboden gleich macht? Wieder ist Spidy alleine und wieder könnte er leicht zu den Bösen wechseln. Natürlich fühlt er sich nun verpflichtet, etwas zu unternehmen.
Peter hackt Tonys Spider-Man-Suit und hat nun endlich Zugriff auf alle Funktionen. Tony schwenkt im ersten Iron Man Film auf Non-Lethal Weapons um und dennoch scheint der Suit von einem Psychopathen programmiert worden zu sein, da er bei beinahe jedem Befehl sofort auf Liquidierung umschalten möchte. Eine Gebrauchsanweisung und ein Therapeut wären sicherlich kein Fehler gewesen. Dass Spidy überhaupt einen Suit bekommt, der inaktiv ist, macht nicht wirklich Sinn. Zumindest ist die KI kompetenter als er selbst.
Schließlich verlegt sich die Handlung doch irgendwie zum Washington Monument, auf dessen Spitze Spider-Man plötzlich Höhenangst bekommt. Dass er kurz vorher aus viel größerer Höhe von Vulture abgesprungen ist, wo sich sein Fallschirm nicht entfalten konnte, haben die Zuseher inzwischen sicherlich vergessen. Und dass er kurz darauf beinahe den gesamten Aufzugsschacht des Monuments hinunterstürzt, aufschlägt und sich nichts dabei tut, scheint auch niemanden zu jucken.
Spider-Man beobachtet den nächsten Deal auf einer Fähre, wo die Alienwaffen gleich das gesamte Schiff in zwei Teile schneiden. Wieder einmal hält Spidy mit seinen Netzen Gegenstände zusammen und wirkt weiter nicht besonders kompetent. Iron Man kommt mit speziellen Fähren-Zusammenhalt-Raketen, wobei ich mich frage, woher er wusste, dass Peter die Fähre teilen würde. Tony hat noch immer nichts gegen Vulture getan und wundert sich nun, warum Spidy die Aufgabe übernommen hat.
Aber egal. Letztendlich ziehen die Avengers um und Tony schickt all seine Technologie und seine Waffen mit einem nicht bemannten Flugzeug zum neuen Stützpunkt. Wer den Fehler entdeckt hat, bitte laut sagen! Für die anderen wiederhole ich nochmals gerne: NIEMAND überwacht den Flug mit der fortgeschrittensten Erdtechnologie. Überraschenderweise hat Vulture daran Interesse und dringt ohne Probleme in das Flugzeug ein. Spidy lässt das Ding einfach über einer Stadt abstürzen, und liefert sich einen Endkampf mit Vulture, den er verliert. Nur die Inkompetenz des Bösen lässt unseren Superhelden letztendlich siegen, was ein dramaturgischer Griff in die Porzellanschüssel darstellt. Tony gratuliert ihm zur Gefährdung von Millionen von Menschen und will ihn nun doch in die Avengers aufnehmen. Und ich gratuliere dem Drehbuchautor, der das Ding augenscheinlich an einem Montagnachmittag nach einem durchzechten Wochenende runtergetippt hat.

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Hobbs and Shaw (Plotfails)

Spoilerwarnung: Die Fast & Furious-Reihe wurde inzwischen zur Antithese zu Star Wars, dem ewigen Kampf zwischen Gut und Böse, da die Hauptcharaktere ständig ihre Gesinnungen wechseln. Dom und Co waren einst Verbrecher, die inzwischen mit ihren Fahrzeugen die letzte Hoffnung gegen den internationalen Terrorismus sind. Dort reihen sich auch Hobbs und Shaw nahtlos ein. Hobbs gehörte irgendwie zu einer Spezialeinheit und half dann den Verbrechern, während sich fast die gesamte Shaw-Familie mit vollem Herzen dem Verbrechen verschrieben hatte. Owen und Deckard haben ihren Weg der Verwüstung mit Leichen gepflastert, bis die Produzenten, vollkommen unvorhersehbar, erkannten, dass ein Zusammenschluss von hochkarätigen Actiondarstellern wie Vin Diesel, Jason Statham, Dwayne Johnson und Luke Evans bei den Fans wohl ziemlich gut ankommen würde. Also war alles nur ein großes Missverständnis, damit sie zusammen gegen Verbrecher vorgehen, die schon im nächsten Teil wieder die Guten sein könnten. Da Vin Diesel jedoch die größte Diva unter den Actiondarstellern ist und sich in seinem Privatleben noch nicht einmal selbst eine Flasche Wasser öffnen kann, gingen sich die Schauspieler hinter den Kulissen so hart an die Hälse, dass es zum Sidequel Fast & Furious: Hobbs & Shaw mit Dwayne Johnson und Jason Statham kam.
Zur Logik des Films: Eteon, eine Terroristenorganisation, die über mehr Technologie als Terminators Cyberdyne verfügt, mächtiger als der US-Amerikanische Präsident ist und von der noch nie jemand etwas in den anderen acht Fast & Furious Teilen gehört hat, hat von Professor Andreiko die Schneeflocke, einen Virus, der gezielt alles vernichten kann, was er möchte, erfinden lassen. Ohne eine Bedrohung der gesamten Menschheit hält bei diesem Franchise niemand mehr mit einer Kamera drauf. Eteon möchte alle schwachen Menschen auslöschen und die starken durch kybernetische Körperteile verbessern. Dies macht überhaupt keinen Sinn, da sie mit der Kybernetik ohnehin alle Menschen verstärken könnten. Und da man sich durch die Verbesserung lediglich effektiver auf die Schnauze hauen kann, ist auch dieser Aria-Wahn Pipifax. Doch wie dem auch sei. Eteon möchte das Virus gezielt einsetzen und versteigert es im Dark Web. Wie genau wollen sie ihr Ziel erreichen, wenn eine andere extremistische Organisation das Virus kontrolliert und programmieren kann? Da nun jede Behörde und Terrorzelle nach der Schneeflocke sucht, greift der MI6 die schwerbewaffneten Verbrecher mit Elektromunition an, mit der schwachen Begründung, dass sie anschließend die Bösen verhören wollen.
Deckards Schwester Hattie Shaw gehört zur Eingreiftruppe des MI6. Doch dann kommt der übergelaufene und von Eteon kybernetisch optimierte Agent Brixton und möchte das Virus wieder zurück haben. Er besiegt im Alleingang die MI6-Agenten mit ihrer Spielzeugmunition, doch Hatti injiziert sich die Schneeflocke selbst und flieht. Brixton, dessen weitere Existenz davon abhängt, seine Aufträge erfolgreich zu erledigen, versucht noch nicht einmal, seine joggende Zielperson mit seiner Motorradgang zu verfolgen. Da Eteon jedoch alles kann, machen sie Hatti für den Diebstahl des Virus verantwortlich. Diese muss jetzt untertauchen und kommt noch nicht einmal auf die Idee, beim MI6 anzurufen und die Sache aufzuklären. „Das Virus befindet sich in mir“, empfinde ich als einen starken Hinweis ihrer Unschuld. Da die Schneeflocke schon im Dark Web versteigert wurde, wissen nun auch Hobbs und Shaw von der Sache.
Und weiter mit der Logik. Hatti trägt ein tödliches Virus in sich, welches noch nicht programmiert wurde und somit alle Menschen töten würde. Damit begibt sie sich immer wieder in Menschenmassen in Kampfsituationen, die sie blutend verlässt. Und jetzt finde den Fehler. Das Virus hat natürlich irgendeinen Countdown, der genau auf den Showdown ausgerichtet ist.
Hobbs und Shaw werden vorgestellt, wobei Deckard einen passenden Pyjama zur Bettwäsche trägt. Dies bedeutet, dass er jeden Tag mit seinem Pyjama auch seine Bettwäsche wechseln muss. Obwohl Hobbs und Shaw alles tun wollen, um Hatti zu schützen und das Virus zu neutralisieren, lehnen sie die Aufträge genretypisch prophylaktisch ab. Welche Agenten würden schon Aufträge von ihren Regierungen annehmen? Und als sie erkennen, dass sie miteinander arbeiten müssen, beginnt das Sandkastengezeter. Endlich fragt Hobbs Hatti nach dem Virus und sie antwortet: „Ich habe keine Ahnung, wovon Sie sprechen.“ Da sie die führende Agentin in der MI6-Einsatztruppe für das Virus war, ist das natürlich überaus glaubwürdig. Da sich nun auch Deckard einmischt, erkennt Hatti endlich, dass es keine dumme Idee ist, auch andere über die bevorstehende Vernichtung der Menschheit durch ihre Person zu unterrichten. Überraschenderweise ist nun auch klar, dass sie nicht die Böse ist, sondern das Virus sicherstellen wollte. Wer hätte sich das gedacht? –außer ich.
Eteon greift mit seiner Bikergang an, Hobbs springt von einem Hochhaus, der Lift im CIA-Gebäude in London hat ein roten Knopf, mit dem man ihn zum Absturz bringen kann, Shaw prescht serientypisch mit einem McLaran durch London und Brixton verzichtet wieder darauf Hatti im demolierten Wagen zu verfolgen. Da Eteon so ziemlich alles kann, möchte man auch an eine gewisse Kompetenz glauben. Vielleicht hätten sie ein, zwei kybernetisch optimierte Agenten mehr schicken sollen.
Eteon beschuldigt jetzt Hobbs und die beiden Shaws, den Virus gestohlen zu haben, was wohl nicht einmal Verschwörungstheoretiker mehr glauben würde. Doch die drei müssen nun gemeinsam untertauchen und halten es nicht für nötig, ihre Vorgesetzten über die Situation zu informieren. Um unerkannt nach Moskau fliegen zu können, erstellt Shaw gefälschte Ausweise. Hierfür fotografiert er die verletzte Hetti, bevor sie sich verkleiden konnte. Wieder ein Akt der Kompetenz. Um die Mission weiter unnötig zu gefährden, trägt Shaw Hobbs als verhaftet ein und er wird am Flughafen als „My Cock Small“ festgenommen. Doch seit 9/11 sind die Sicherheitsbeamten bekanntlich viel entspannter und so reichen einige nette Worte und Hobbs darf doch mitfliegen. Sie greifen Eteon in der Ukraine an und werden gewollt gefangen genommen. Obwohl die Terroristen Hobbs und Shaw umpolen wollen, verpasst ihnen Brixton bei einer Folter tödliche Stromstöße. Nun bin ich mir sicher, dass er der unfähigste Terrorist aller Zeiten ist. Hattie wartet mit ihrer Rettung unnötig lange, nur damit die beiden Alphamännchen beweisen können, wie viel Strom sie vertragen und, dass Langzeitschäden an ihrem Verhalten nichts ändern. Hobbs und Shaw haben vorerst oft genug die Seiten gewechselt, entscheiden sich gegen Eteon, hauen allen auf die Schnauze und stehlen das Virusextrahierungsgerät für Hatti. Inzwischen hegen sogar die Terroristen berechtigte Zweifel an Brixton, der sie erneut entkommen lässt.
Das Virusextrahierungsgerät wurde jedoch beschädigt und so gibt es nur noch eine Möglichkeit. Die drei müssen zu Hobbs Familie nach Samoa. Wie jeder gute Sohn bringt auch er Terroristen nach Hause und riskiert damit das Leben aller, die er liebt. Da der Film eine Jugendfreigabe besitzt, werden nun die Schusswaffen der Terroristen deaktiviert und während sich alle mit nackten Oberkörpern und Stammeskeulen auf die Mütze klopfen, repariert Hobbs´ Bruder das Extraktionsgerät. Schließlich kommt es zum Endkampf gegen den optimierten, jedoch ziemlich inkompetenten Brixton. Als er zum vierten Male versagt, kündigt Eteon endlich seinen Arbeitsvertrag und schaltet seine Kybernetik aus. Rest in Peace! Erkenntnis des Films: Eteon ist mit seinen Mitarbeitern geduldiger, als die katholische Kirche mit ihren geifernden Pfarrern und die Kybernetik wird schwer überbewertet.

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Kaiserschmarrndrama Film Vs Buch (Spoilerfrei)

Kaiserschmarrndrama ist der siebte Teil der Filmreihe und der neunte Teil der Bücher von Rita Falk. Mal vorne weg: Beim Kaiserschmarrndrama bekommt man so ziemlich genau das, was man sich von einem Eberhofer-Film erwartet, nur von allem etwas weniger Tiefgang.
Franz und Susi bauen mit seinem Bruder Leopold und Panida gemeinsam ein Haus, was sich dem pfiffigen Franz kurz vor Fertigstellung als suboptimal offenbart, da er seinen Bruder eigentlich nicht im Geringsten leiden kann. Weder der Film, noch das Buch wollen uns verraten, wie genau es zum monatelangen Hausbau kommen konnte, während Franz die Realität stetig verweigern musste. Dafür wird wieder fest auf die Tränendrüse gedrückt. Nachdem sich das Publikum schon am Tod von Susis Oma und Franz´ Opa ergötzen konnte, kullern auch hier bald die Tränen.
Die restliche Handlung ist anfangs unentschlossen und sich am Ende dann nicht mehr so ganz sicher. Im Gegensatz zum Buch wird Leopold nicht in den Fall verwickelt, die Krankheit der Oma wird durch das Jammern vom Rudi ersetzt und die Ermittlungskomplikationen zwischen Franz und Thin Lizzy sind wie Migranten in der Gesellschaft: Am Rande angesiedelt. Der Film ist die Visualisierung des Berliner Flughafens: Viele Baustellen werden aufgemacht, doch keine fertiggestellt. Wir erfahren von den Beziehungen vom Franz, der Susi, dem Rudi, von den Beziehungen und Vergehen der Freunde, dem Pauli, der Sushi und vielem mehr. Am Anfang mischt sich beispielsweise ein älterer Herr in die Ermittlungen ein, und tut so, als wäre er für die Handlung wichtig. Dann kommt er nur noch in einer belanglosen Einstellung vor. Einige Szenen wirken, als wären sie wahllos hineingeschnitten worden und werden einfach nicht zu Ende geführt. Stichwort: Born Rebles. Der Film möchte alle Themen ansprechen, fürchtet sich jedoch davor, in die Tiefe zu gehen, weil er sonst die eineinhalb Stundenmarke überschreiten könnte.
Der Fall ist weder in Film noch Buch spektakulär oder spannend. Serientypisch wird uns Unbekanntes aus fiktiven Fetischen gezeigt, wie Dildos und das Internet. Die Online-Prostituierte ist nicht im herkömmlichen Sinn hübsch, weshalb man sich über die Anzahl ihrer Freier wundert und die Auflösung der Morde ist wie das Komplott bei Columbo, nachdem man den Mord am Anfang beobachtet hat: Vorhersehbar. Thin Lizzy und Birkenberger lösen den Fall eher im Hintergrund, während Franz gerade mehr mit sich selbst beschäftigt ist und die Aufmerksamkeit nur auf einem einzigen Familienmitglied ruht.
Irgendwie bemühen sich alle um die Aufmerksamkeit von unserem Franzl, während er seine Gefühle einfach nicht zeigen möchte. Vielleicht wäre eine Selbsthilfegruppe eine bessere Grundlage für den Film, als ein belangloser Krimi. Doch egal, wie egoistisch sich unser kleiner Franz aufführt, kurz darauf kommt immer wieder irgendeine Katastrophe, die von seinen Schwächen ablenkt. Sein Charakter trägt den Film, doch anstatt der melancholischen Szenen könnte er sich langsam ein bisschen weiterentwickeln. Und dabei meine ich nicht, dass er nach einer todtraurigen Szene mit Tränen in den Augen mal kurz die Susi durchnudelt. Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber wenn ich trauer, dann tröstet es mich nicht, wenn ich mal kurz meinen Schwängel wo reinhalten kann.
Die schauspielerische Leistung ist wie immer hervorragend und viele Szenen sind witzig. Es ist genau das, was man sich erwartet, eben nur etwas weniger!

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Müssen wir demokratische Gesetze und Diktatoren akzeptieren?

Dies ist meine Interpretation der Texte und Sachverhalte:
Platon schrieb einen fiktiven Dialog zwischen seinem Lehrer Sokrates und dessen Schüler Kriton. Dabei ist Sokrates in späten Jahren in Athen wegen Gottlosigkeit und Verführung der Jugend zum Tode verurteilt worden. Kriton besucht Sokrates im Gefängnis und will ihm zur Flucht verhelfen, doch Sokrates weigert sich. Kriton ruft Sokrates seine Pflicht seinen Kindern gegenüber in Erinnerung und meint, dass das Urteil fragwürdig war und sogar der Richter seine Flucht wohlwollend betrachten würde. Andere Städte würden ihn gerne aufnehmen. Sokrates gegenargumentiert:
Wenn Sokrates die Gesetze in Athen nicht gefallen hätten, hätte er bei Zeiten in eine andere Stadt gehen können. Wenn jemand die Gesetze versteht und in der Stadt/dem Land bleibt, akzeptiert er diese stillschweigend. Sokrates steht für seine Überzeugungen. Eine Flucht würde das Recht der Stadt erschüttern und damit das Zusammenleben der Menschen gefährden. Außerdem würde die Flucht seine Lehren schmälern.
Laut Wikipedia über Kriton:

  • Konventionelle Ansichten sind belanglos, maßgeblich ist nur die Vernunft.
  • Die Richtschnur hat unter allen Umständen die Gerechtigkeit zu sein.
  • Man darf Unrecht nicht mit Unrecht vergelten und generell nichts Schlechtes tun.
  • Verpflichtungen sind einzuhalten.
  • Diese Prinzipien sind wichtiger als die Rettung des Lebens.
  • Demnach darf sich auch bei einem ungerechten Gerichtsurteil ein Bürger nicht seiner Strafe entziehen, da er sonst die Gültigkeit der Gesetze und damit die Grundlage des geordneten Zusammenlebens im Staat verneinen würde, was ein Unrecht wäre. Es wäre ein Verstoß gegen die Loyalitätspflicht des Bürgers gegenüber der staatlichen Gemeinschaft.

Grundlegend ist zu sagen, dass Menschen in Gemeinschaften Regeln benötigen. Je größer die Gemeinschaft, desto mehr Regeln, da die Verantwortung des Einzelnen umgekehrt im Verhältnis der Größe der Masse durch Diffusion sinkt. Sobald man die Gesetze verstanden hat und bleibt, akzeptiert man diese stillschweigend. Wenn diese Gesetze nun fehlerhaft gegen die eigene Person sind, muss man sie dennoch akzeptieren, um das wichtigere Große und Ganze zu schützen. Dies erscheint logisch, dennoch finde ich es wichtig, genauer darauf einzugehen. Durch die Möglichkeit, die Stadt/den Staat zu verlassen, ist die Akzeptanz der Gesetze freiwillig. Doch selbst wenn diese Möglichkeit nicht gegeben ist, muss meist der Staat und das Zusammenleben geschützt werden. Sollte man schon in einem Land leben, wo die Gerechtigkeit am höchsten ist, ist dies das Beste, was die Menschheit zu bieten hat und somit muss man sich dem unterwerfen oder kann an einen Ort ohne Gesetze gehen. Freilich könnte man auch selbst versuchen, die Gesetze zu verbessern. Dieser Punkt ist besonders bei der Ausländerproblematik wichtig, da diese oft nicht die Möglichkeit haben, ihr Land zu verlassen und sich wo anders niederzulassen.
Scheinbar ist dies für den einzelnen Bürger kaum von Bedeutung. Sokrates´ Flucht hätte damals in einer einzelnen Stadt und bei seiner Bekanntheit sicherlich Einfluss genommen, doch bei den heutigen Menschenmassen wird kein Urteil über einen einzelnen „Normalbürger“ den Staat erschüttern. Im Moment (Mitte 2021) stehen beispielsweise zahlreiche hohe Politiker und andere Mächtige in Österreich vor Gericht und versuchen das Gesetz so weit zu biegen, dass sie letztendlich unschuldig sind. Hier ist die Wirkung eine ganz andere. Meist ist so ein Ausmaß nur bei gewichtigen Persönlichkeite, schweren Verbrechen oder einem Urteil des obersten Verfassungsgerichtshofes vorstellbar. Die Reichen und Mächtigen folgen jedoch selten dem Beispiel von Sokrates, um den Staat zu stärken.
In der aktuellen Corona-Krise kann dies jedoch bedeuten: Hält man Verordnungen und sogar Urteile ein, die fragwürdig, jedoch schützend sind, geht man als gutes Beispiel voran und verhindern, dass Corona-Leugner und Gegner die Gesetze biegen und die Gesundheit anderer gefährden können.

Doch wie sieht die Sache im ganz großen Stil aus?
Laut Wikipedia: Gustav Radbruch war ein deutscher Politiker und Rechtswissenschaftler und lebte von 1878 bis 1949. Radbruch war in der Zeit der Weimarer Republik Reichsminister der Justiz. Er gilt als einer der einflussreichsten Rechtsphilosophen des 20. Jahrhunderts. Für Radbruch ist das Recht eine wertbezogene, an der Idee der Gerechtigkeit auszurichtende Realität, die zum Gebiet der Kultur gehört, und damit zwischen Natur und Ideal steht.
Die Radbruchsche Formel von 1946:
Ein Richter hat sich bei einem Konflikt zwischen dem positiven, gesetzten Recht und der Gerechtigkeit nur dann für die Gerechtigkeit zu entscheiden, wenn das fragliche Gesetz

  • als unerträglich ungerecht anzusehen ist.
  • die Gleichheit aller Menschen aus Sicht des Interpreten bewusst verleugnet.
  • „Der Konflikt zwischen der Gerechtigkeit und der Rechtssicherheit dürfte dahin zu lösen sein, daß das positive, durch Satzung und Macht gesicherte Recht auch dann den Vorrang hat, wenn es inhaltlich ungerecht und unzweckmäßig ist, es sei denn, daß der Widerspruch des positiven Gesetzes zur Gerechtigkeit ein so unerträgliches Maß erreicht, daß das Gesetz als ‚unrichtiges Recht‘ der Gerechtigkeit zu weichen hat. Es ist unmöglich, eine schärfere Linie zu ziehen zwischen den Fällen des gesetzlichen Unrechts und den trotz unrichtigen Inhalts dennoch geltenden Gesetzen; eine andere Grenzziehung aber kann mit aller Schärfe vorgenommen werden: wo Gerechtigkeit nicht einmal erstrebt wird, wo die Gleichheit, die den Kern der Gerechtigkeit ausmacht, bei der Setzung positiven Rechts bewusst verleugnet wurde, da ist das Gesetz nicht etwa nur‚ unrichtiges‘ Recht, vielmehr entbehrt es überhaupt der Rechtsnatur. Denn man kann Recht, auch positives Recht, gar nicht anders definieren als eine Ordnung und Satzung, die ihrem Sinne nach bestimmt ist, der Gerechtigkeit zu dienen.“

Somit soll das positive Recht also im Grunde immer der Gerechtigkeit dienen. Nach dem Zweiten Weltkrieg argumentierten Verteidiger von angeklagten Nationalsozialisten, dass Hitler die Grausamkeiten befohlen hatte. Doch da diese Gesetze nicht der Gerechtigkeit dienen, sind sie laut Radbruch nicht nur irrelevant, sondern entbehren jeder Grundlage.

Radbruch schreibt weiter

  • „Wo also […] Gerechtigkeit nicht einmal erstrebt wird, können die so geschaffenen Anordnungen nur Machtsprüche sein, niemals Rechtssätze […]; so ist das Gesetz, das gewissen Menschen die Menschenrechte verweigert, kein Rechtssatz. Hier ist also eine scharfe Grenze zwischen Recht und Nicht-Recht gegeben, während wie oben gezeigt wurde, die Grenze zwischen gesetzlichem Unrecht und geltendem Recht nur eine Maßgrenze ist […].“

Aktuell fing die weißrussische Regierung einen Jet der Ryanair ab und zwang ihn zur Landung in Minsk. Angeblich gab es eine Bombendrohung. In Wahrheit befand sich ein regierungskritischer Journalist in der Maschine, der sofort festgenommen wurde. Bei diesem Beispiel, bei Gesetzen, die momentan der russische Präsident Putin erlässt und bei Diktatoren handelt es sich oft nicht um Gerechtigkeit, sondern um Eigennutz eines einzelnen oder von wenigen Mächtigen. In diesem Fall sagt Radbruch klar, dass die Gesetze irrelevant sind. Man sieht an dem weißrussischen Beispiel, an Putin oder Erdogan ganz klar, wie sehr hier „Tyrannen“ versuchen, alles gesetzeskonform aussehen zu lassen, damit die Welt nicht gegen sie vorgehen kann. Solange die Welt hier nicht Radbruch anwendet, sind dies legale Machtinhaber und dürfen das. Würde die Welt Gesetze nach Radbruch definieren, wäre vieles davon ungültig und wir könnten offen gegen Diktatoren und Co vorgehen.

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Masters of the Universe: Revelation (Spoilerfrei)

Masters of the Universe hat meine Kindheit maßgeblich beeinflusst, doch als ich hörte, dass Kevin Smith ein Reboot startet, fragte ich das Schicksal, was ich ihm so furchtbares angetan hatte. In der Geburtsstunde der Masters waren einige Kinder von Barbaren begeistert, während andere unbedingt Laserwaffen wollten. Also hat man bei dieser Franchise einfach beides zusammengemischt. Dies war für Animeserien, Filme und Reboots jedoch oft der Sargnagel oder verhinderte die Produktion schon präventiv. Also dachte ich mir, dass man sich bei einem Reboot für eine der beiden Seiten entscheiden müsste, doch gerade Kevin Smith hat einen weitaus besseren Weg gefunden.
In Masters of the Universe wird nämlich gerade dies thematisiert. Unglaublich geschickt teilt hier Smith die Charaktere auf die Natur und ihre Magie und die Science-Fiction-Technik auf. Dies spaltet die Wesen viel mehr, als die ursprüngliche Aufteilung in Gut und Böse. Offensichtlich ist diese Grundidee nicht gerade das, was die Fans sich von den Masters of the Universe erwarten, was die extrem schlechten Bewertungen auf IMDB zeigen.
Kevin Smith scheint eine überraschend ähnliche Wahrnehmung des Franchise wie ich zu haben. Die weiblichen Charaktere kamen meist zu kurz und Teela war eine absolut unglaubwürdig starke Persönlichkeit, die stetig von ihren Freunden belogen und veräppelt wurde. Damit ist nun jetzt Schluss. Da neben ihr und Evil-Lyn nicht mehr nennenswerte Frauen bis zum Erscheinen von She-Ra verkommen, muss sich das Universum an dieser Stelle selbstredend etwas erweitern. Außerdem ist es überaus erfrischend, wie die Charaktere entwickelt wurden und wie viele Randcharaktere schon in den ersten Folgen vorkommen. Nur als Beispiel wurde Beastman vom dumm, animalischen Gehilfen zu einer Art keltischem Wikingerkrieger.
Da ich auch sonst mit meinen Meinungen kaum im Mainstream liege, wird es wohl keinen überraschen, dass ich die Neuerfindung von Masters of the Universe liebe.

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Pussy Potion

Ich bekomme schon Aggressionen, wenn ich über die Handlungen von heutigen Blockbustern nachdenke, weshalb ich es bei Pornofilmen seit „Warum liegt hier Stroh?“ tunlichst vermeide, die Geschichte zu beachten. Pornos konzentrieren sich ohnehin eher auf die Action und benötigen noch nicht einmal CGI-Effekte. Doch beim kreativen Kurzfilm „Pussy Potion“ steht die Handlung im Vordergrund und ist nur schwer zu ignorieren.
Die Freundinnen Danni und Zoe liegen auf ihrem Bett und ziehen teenagertypisch über irgendwelche Bekannten her, als plötzlich Dannis Bruder ins Zimmer kommt und verkündet, dass er sich seine Nudel verbrannt hat. Als führsorgliche Schwester holt Danni eine ätzende Salbe und cremt damit seine Nudel ein, um ihn zu pranken. Der Bruder schreit nach Mami und erklärt den Sachverhalt.
Viele Einzelkinder werden nun neidisch auf Geschwister blicken, die sich nostalgisch erinnern.
Als Erziehungsberechtigte reagiert die Mutter zum Glück versiert. Es scheint in diesem Haus nichts Besonderes zu sein, dass die Schwester ihrem Bruder mal kurz an die Nudel fasst und auch ist der Mutter vollkommen egal, was nun weiter mit dem besten Stück ihres Sohnes geschieht. Die Mutter ist hauptsächlich genervt, weil sie wieder einmal schlichten muss, droht bei weiteren Beschwerden Danny die Autoschlüssel wegzunehmen und geht wieder die Sesamstraße ankucken.
Der Bruder fordert nun seine Schwester auf, etwas gegen das Brennen zu unternehmen, da er sich sonst noch einmal bei Mami beschweren würde. Danni bittet Zoe um Hilfe und so beginnen die beiden Mädchen die Schmerzen von der Nudel wegzublasen. Wer hier nun an eine Zweideutigkeit des Wortes denkt, liegt falsch. Die beiden Mädchen blasen wortwörtlich auf die Nudel und schütten Wasser darüber, doch nichts hilft. Schließlich hat Zoe die rettende Idee, denn ätzende Flüssigkeit kann man nur mit einem einzigen Zaubertrank heilen: Pussy Potion.
Danni möchte natürlich nicht ihre Autoprivilegien verlieren, also fingert sie an sich herum und reibt ihren Zaubersaft auf die Nudel ihres Bruders. Leider reicht die Menge nicht aus, also sehen die drei nur noch einen Möglichkeit.
Und an dieser Stelle, wo sogar Kindergartenabbrecher verstanden haben, dass ätzende Flüssigkeiten auf Schleimhäuten Aua machen, kommt Danny auf die geniale Idee, sich die eingecremte Nudel ihres Bruders ganz tief in ihr Allerheiligstes zu stecken.
Glücklicherweise wird Danny durch ein unbestimmtes Gefühl der Lust sogleich abgelenkt, doch bald stehen die drei vor einem weiteren Problem. Dannis Bartholinische Drüsen erzeugen bedauerlicherweise zu wenig Zaubertrank, weshalb nun Zoe einspringen muss. Bald haben die drei einen Rhythmus entwickelt, bei der der Bruder seine Nudel abwechselnd mal in das eine, mal in das andere Backrohr steckt. Es ist eine 50:50 Chance, in welchem Rohr das Brennen plötzlich aufhören würde. Schließlich erinnert sich Danni, dass sie nicht die Pille genommen hat und ein Kind mit ihrem Bruder gesellschaftlich nicht von Vorteil wäre. Und an diesem extrem spannenden Punkt endet der kurze Kreativfilm überraschend. Entweder möchte der Regisseur, dass wir uns selbst Gedanken machen oder es kommt bald der zweite Teil. Schreibt mir in die Kommentare, was ihr glaubt und welcher Luftverbraucher ein so krankes Drehbruch schreibt.

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American Gods (Plotfails – Super-Spoilerwarnung)

Wenn man eine abgeschlossene Geschichte hat, die man verfilmen möchte, sollte man sich nur für eine Serie entscheiden, wenn die Geschichte so umfangreich ist, dass man sie nicht in einem Film wiedergeben kann. Dass in der Realität die Entscheidung zwischen Film und Serie meist im Gewinn begründet ist, überrascht wohl nur noch die Wenigsten. Schon dem Buch „American Gods“ wird vorgeworfen, das es etwas langatmig ist, weshalb sich die Macher offensichtlich dachten, wir filmen einfach so lange, bis uns der Hahn zugedreht wird. Dies merkt man der Serie deutlich an, die auch nach drei Staffeln kein Ende finden wollte. Wir haben es hier mit drei vollständig unterschiedlichen Machwerken zu tun, wobei das erste noch auf die Handlung fokussiert, das zweite abschweift und das dritte ein vollkommen uninteressantes Sidequel der Macher erzählt. Die Hauptstory wird nur marginal weitererzählt. Da nun auch die Fans das Interesse verloren haben, wurde die Reißleine gezogen und die Serie abgesetzt. Alles Weitere erfahrt ihr im Clip.

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Euthanasie, Sterbehilfe und Begleiteter Suizid

Bei diesem Thema müssen wir uns zuerst den Begriff Mord genauer ansehen. Wir unterscheiden zwischen einer niederträchtigen Tat gegen den Willen eines Opfers und der ausdrücklichen Bitte des Patienten, während der Täter aus Barmherzigkeit einwilligt. Außerdem unterscheiden wir zwischen der Beihilfe zum Suizid, bei der beispielsweise Tabletten verschrieben werden dürfen, und einem reinen Begleiten auf dem Weg. Aktive Sterbehilfe ist in Europa aktuell nur in den Niederlanden, Belgien, Luxemburg und Spanien erlaubt, in Portugal wird gerade ein Gesetz überprüft und in der Schweiz ist die aktive Begleitung sogar für Menschen anderer Länder legal.
(Der folgende Beitrag beinhaltet meine Meinung.)
Der Begriff Euthanasie findet ausschließlich bei unheilbaren Kranken Anwendung. Ein Grund dafür können extreme Schmerzen des Patienten sein, welche bis zur ständigen Bettlägerigkeit führen können. Natürlich kann mit Medikamenten gegengewirkt werden, doch meist nicht bis zur Schmerzfreiheit. Außerdem regieren Menschen sehr unterschiedlich auf Drogen. Ihre Wirkung und der Kontrollverlust können eine wahre Qual werden. Dies kann sogar so weit führen, dass Menschen in ihren eigenen Körpern begraben werden. Gerade die Netflix-Serie Black Mirror beschäftigt sich sehr oft mit dem Thema. Kann man nicht mehr richtig hören und sehen, kann man keine Unterhaltung mehr konsumieren und vegetiert vor sich hin. Langeweile und Belanglosigkeit sind für viele Menschen extrem quälend und auch in der Religion als Fegefeuer eine Bestrafung. Hinzu kommt noch, dass man keine Hoffnung auf eine Wunderheilung hat, sondern einfach nur noch auf das Ende wartet.
Die Kirche ist selbstredend dagegen, dass Menschen über das von Gott gegeben Leben entscheiden. Sie glauben an einen erhöhten Druck auf kranke Menschen, die ihre Existenz rechtfertigen müssen. Dies ist schon sehr weit gedacht, jedoch sicherlich ein Problem, welchem man Einhalt gebieten muss. Doch nur, weil es Probleme geben könnte, ist dies kein zwingendes Argument, die Euthanasie zu verbieten. Nach dieser Theorie müsste die Menschheit ohne Gottesbeweis die Kirchen abschaffen. Da der Glaube nur für die Gläubigen Gültigkeit besitzt, ist die Stimme einer Organisation, die an etwas Übernatürliches glaubt, für eine Entscheidung des Staates vollkommen irrelevant, wofür die Säkularisierung steht. Freilich können Priester Gläubige auf ihrem Weg begleiten und sie spirituell unterstützen.
Weiter müssen Ärzte geschützt werden, denn es darf von niemandem verlangt werden, tödliche Arzneien zu verschreiben oder die letzte Injektion zu setzen. Der Staat hat keine gültige Rechtfertigung, den Menschen die Eigenentscheidung zu verweigern. Früher oder später wird jedoch die Frage aufkommen, ob auch Menschen aus psychischen Gründen ein Recht auf eine aktive Sterbehilfe haben. Dies könnte die Schädigung von dritten bei einem Selbstmord reduzieren und einige könnten sich auf dem Weg auch umentscheiden. Allerdings würden vielleicht auch die Zahlen der Selbstmörder erheblich steigen.

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Das Damengabit

Das Damengabit von Scott Frank und Allan Scott ist eine Serie auf Netflix. Zuerst spoilern wir die Handlung. Achtung: Dies könnte eine leicht, aber nur leicht überzeichnete und reduzierte Darstellung sein:
Beths Mutter hat beschlossen, dass sich der ganze Aufwand mit dem Leben weder für sie, noch für ihre Tochter lohnt und donnert mit vollem Karacho in einen Wagen auf der gegenüberliegenden Fahrbahn, um nicht nur sich selbst zu töten, sondern gleich auch noch ihre Tochter und den anderen Fahrer. Von dieser symphatischen Person stammt nun Beth, die diesen Autounfall überlebt hat. Was mit dem anderen Fahrer geschehen ist und warum Beth den Autounfall überhaupt überlebt hat, interessiert hier niemanden. Beth kommt in ein Heim, wird dort drogensüchtig gemacht, beginnt an der Decke über ihrem Bett Schach zu spielen und wird schließlich adoptiert. Der Ziehvater verlässt ihre depressive Ziehmutter, doch als Beth mit dem Schachspielen Geld verdient, blüht diese auf. Mutter und Tochter reisen durch die USA bis nach Mexiko und frönen dem Geld, dem Alkohol und den Tabletten, bis die Mutter plötzlich wegen Drogenmissbrauch stirbt. Beth wird im Schach immer besser und lernt dadurch viele andere Charaktere kennen, die meist nach einer Folge wieder verschwinden. Letztendlich verliert jeder im Schach gegen Beth, außer der russische Großmeister Vasily Borgov, weil sie sich am Tag zuvor mit Alkohol und einer Lesbe das Hirn wegballert hat. Letztendlich fliegt Beth jedoch nach Moskau und spielt ein letztes Mal gegen Borgov. Am Ende tauchen plötzlich alle vergangenen Charaktere auf, um ihr zu helfen. Sie spielt das Damengambit, das in keinster Weise erwähnt oder gar erklärt, sondern nur schwer ersichtlich im Hintergrund dargestellt wird und gewinnt. Nun scheint sie ihre Freunde nicht mehr zu benötigen und lernt stattdessen alte, russische Männern kennen.
Beth zeigt bis zum Ende der Serie kaum Emotionen. Sie ist nicht unsympathisch, doch auf keinen Fall ein Charakter, mit dem sich irgendjemand identifizieren kann oder gar will. Alle Menschen um sie herum versuchen einfach alles, um der drogenabhängigen Göre, die wie verrückt mit Geld um sich wirft, zu helfen und ernten nur emotionale Kälte. Erst als Beth ihre Hilfe benötigt, wird sie etwas emotional, was ihr herabwürdigendes Verhalten natürlich total rechtfertigt. Zahlreiche Charaktere bleiben auf der Strecke oder verrecken, nur damit Beths Geschichte erzählt werden kann.
Doch worum geht es in Damengambit? Um ehrlich zu sein, habe ich nicht die geringste Ahnung. Um Schach geht es auf alle Fälle nicht. Es scheint nicht nötig zu sein, Schach in irgendeiner Art und Weise zu erklären oder die Spiele dramaturgisch zu zeigen, bis es zur letzten Auseinandersetzung kommt. Hierzu schreibt Wikipedia: „Es wird tatsächlich ein klassisches Damengambit gespielt, das im Mittelspiel zu einer für beide Spieler dynamischen und gefährlichen Situation führt.“ Tatsächlich! Nicht einmal Wikipedia konnte augenscheinlich am Ende noch glauben, dass das namensgebende Damengambit vorkommt. Natürlich muss so ein Spielzug nicht erklärt werden, da dies offensichtlich zur Allgemeinbildung gehört.
Auch zur Liebesserie taugt das Ganze nicht und wie man mit Drogen umgeht, haben die Macher ebenfalls nicht begriffen. Noch nicht einmal Probleme, die für eine Waise im Heim auftreten könnten, die Unterdrückung der Frau in den 60er/70er, zwischenmenschliche Beziehungen oder irgendetwas anderes wird hier thematisiert. Es geht einzig und allein darum, dass eine Göre Schachweltmeisterin wird, ohne auch nur im Geringsten etwas von Schach zu erzählen. Klingt ziemlich sch(w)achsinnig.
Was möchte uns diese Serie sagen? Der Vater wollte sich um Beth und ihre Mutter kümmern, doch diese hat ihn weggeschickt. Dann hat er sich ein neues Leben aufgebaut und wollte nichts mehr von seiner Ex und seiner Tochter wissen. Daraufhin hat die Mutter versucht, sich und zwei andere Menschen zu töten. Dies wird nicht näher thematisiert, soll aber anscheinend Beths Verhalten rechtfertigen.
Beth nimmt Drogen und kann dadurch besser Schach spielen. Lange nach dem Drogentot ihrer Mutter kommt sie plötzlich vollkommen überraschend dahinter, dass Drogen doch nicht so gesund sind. Dann erkennt sie jedoch, dass sie mit Drogen besser Schach spielen kann, bis sie letztendlich doch keine Drogen mehr benötigt. Also was jetzt? Quetscht man die Essenz aus den sieben, sehr langen Folgen, in denen sehr wenig geschieht, geht es wohl mehr um Drogen, als um Schach. Auch wenn man meinen möchte, dass es am Ende um das Damengambit geht, so liegt der Fokus wohl auf folgendem: Beth hat nun ausnahmsweise keine Drogen mehr genommen, blickt wieder einmal zur Decke wie in ihrer Kindheit und gewinnt die Partie durch ihre Vorstellungskraft. Zumindest das war ganz nett.

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