Müssen wir demokratische Gesetze und Diktatoren akzeptieren?

Dies ist meine Interpretation der Texte und Sachverhalte:
Platon schrieb einen fiktiven Dialog zwischen seinem Lehrer Sokrates und dessen Schüler Kriton. Dabei ist Sokrates in späten Jahren in Athen wegen Gottlosigkeit und Verführung der Jugend zum Tode verurteilt worden. Kriton besucht Sokrates im Gefängnis und will ihm zur Flucht verhelfen, doch Sokrates weigert sich. Kriton ruft Sokrates seine Pflicht seinen Kindern gegenüber in Erinnerung und meint, dass das Urteil fragwürdig war und sogar der Richter seine Flucht wohlwollend betrachten würde. Andere Städte würden ihn gerne aufnehmen. Sokrates gegenargumentiert:
Wenn Sokrates die Gesetze in Athen nicht gefallen hätten, hätte er bei Zeiten in eine andere Stadt gehen können. Wenn jemand die Gesetze versteht und in der Stadt/dem Land bleibt, akzeptiert er diese stillschweigend. Sokrates steht für seine Überzeugungen. Eine Flucht würde das Recht der Stadt erschüttern und damit das Zusammenleben der Menschen gefährden. Außerdem würde die Flucht seine Lehren schmälern.
Laut Wikipedia über Kriton:

  • Konventionelle Ansichten sind belanglos, maßgeblich ist nur die Vernunft.
  • Die Richtschnur hat unter allen Umständen die Gerechtigkeit zu sein.
  • Man darf Unrecht nicht mit Unrecht vergelten und generell nichts Schlechtes tun.
  • Verpflichtungen sind einzuhalten.
  • Diese Prinzipien sind wichtiger als die Rettung des Lebens.
  • Demnach darf sich auch bei einem ungerechten Gerichtsurteil ein Bürger nicht seiner Strafe entziehen, da er sonst die Gültigkeit der Gesetze und damit die Grundlage des geordneten Zusammenlebens im Staat verneinen würde, was ein Unrecht wäre. Es wäre ein Verstoß gegen die Loyalitätspflicht des Bürgers gegenüber der staatlichen Gemeinschaft.

Grundlegend ist zu sagen, dass Menschen in Gemeinschaften Regeln benötigen. Je größer die Gemeinschaft, desto mehr Regeln, da die Verantwortung des Einzelnen umgekehrt im Verhältnis der Größe der Masse durch Diffusion sinkt. Sobald man die Gesetze verstanden hat und bleibt, akzeptiert man diese stillschweigend. Wenn diese Gesetze nun fehlerhaft gegen die eigene Person sind, muss man sie dennoch akzeptieren, um das wichtigere Große und Ganze zu schützen. Dies erscheint logisch, dennoch finde ich es wichtig, genauer darauf einzugehen. Durch die Möglichkeit, die Stadt/den Staat zu verlassen, ist die Akzeptanz der Gesetze freiwillig. Doch selbst wenn diese Möglichkeit nicht gegeben ist, muss meist der Staat und das Zusammenleben geschützt werden. Sollte man schon in einem Land leben, wo die Gerechtigkeit am höchsten ist, ist dies das Beste, was die Menschheit zu bieten hat und somit muss man sich dem unterwerfen oder kann an einen Ort ohne Gesetze gehen. Freilich könnte man auch selbst versuchen, die Gesetze zu verbessern. Dieser Punkt ist besonders bei der Ausländerproblematik wichtig, da diese oft nicht die Möglichkeit haben, ihr Land zu verlassen und sich wo anders niederzulassen.
Scheinbar ist dies für den einzelnen Bürger kaum von Bedeutung. Sokrates´ Flucht hätte damals in einer einzelnen Stadt und bei seiner Bekanntheit sicherlich Einfluss genommen, doch bei den heutigen Menschenmassen wird kein Urteil über einen einzelnen „Normalbürger“ den Staat erschüttern. Im Moment (Mitte 2021) stehen beispielsweise zahlreiche hohe Politiker und andere Mächtige in Österreich vor Gericht und versuchen das Gesetz so weit zu biegen, dass sie letztendlich unschuldig sind. Hier ist die Wirkung eine ganz andere. Meist ist so ein Ausmaß nur bei gewichtigen Persönlichkeite, schweren Verbrechen oder einem Urteil des obersten Verfassungsgerichtshofes vorstellbar. Die Reichen und Mächtigen folgen jedoch selten dem Beispiel von Sokrates, um den Staat zu stärken.
In der aktuellen Corona-Krise kann dies jedoch bedeuten: Hält man Verordnungen und sogar Urteile ein, die fragwürdig, jedoch schützend sind, geht man als gutes Beispiel voran und verhindern, dass Corona-Leugner und Gegner die Gesetze biegen und die Gesundheit anderer gefährden können.

Doch wie sieht die Sache im ganz großen Stil aus?
Laut Wikipedia: Gustav Radbruch war ein deutscher Politiker und Rechtswissenschaftler und lebte von 1878 bis 1949. Radbruch war in der Zeit der Weimarer Republik Reichsminister der Justiz. Er gilt als einer der einflussreichsten Rechtsphilosophen des 20. Jahrhunderts. Für Radbruch ist das Recht eine wertbezogene, an der Idee der Gerechtigkeit auszurichtende Realität, die zum Gebiet der Kultur gehört, und damit zwischen Natur und Ideal steht.
Die Radbruchsche Formel von 1946:
Ein Richter hat sich bei einem Konflikt zwischen dem positiven, gesetzten Recht und der Gerechtigkeit nur dann für die Gerechtigkeit zu entscheiden, wenn das fragliche Gesetz

  • als unerträglich ungerecht anzusehen ist.
  • die Gleichheit aller Menschen aus Sicht des Interpreten bewusst verleugnet.
  • „Der Konflikt zwischen der Gerechtigkeit und der Rechtssicherheit dürfte dahin zu lösen sein, daß das positive, durch Satzung und Macht gesicherte Recht auch dann den Vorrang hat, wenn es inhaltlich ungerecht und unzweckmäßig ist, es sei denn, daß der Widerspruch des positiven Gesetzes zur Gerechtigkeit ein so unerträgliches Maß erreicht, daß das Gesetz als ‚unrichtiges Recht‘ der Gerechtigkeit zu weichen hat. Es ist unmöglich, eine schärfere Linie zu ziehen zwischen den Fällen des gesetzlichen Unrechts und den trotz unrichtigen Inhalts dennoch geltenden Gesetzen; eine andere Grenzziehung aber kann mit aller Schärfe vorgenommen werden: wo Gerechtigkeit nicht einmal erstrebt wird, wo die Gleichheit, die den Kern der Gerechtigkeit ausmacht, bei der Setzung positiven Rechts bewusst verleugnet wurde, da ist das Gesetz nicht etwa nur‚ unrichtiges‘ Recht, vielmehr entbehrt es überhaupt der Rechtsnatur. Denn man kann Recht, auch positives Recht, gar nicht anders definieren als eine Ordnung und Satzung, die ihrem Sinne nach bestimmt ist, der Gerechtigkeit zu dienen.“

Somit soll das positive Recht also im Grunde immer der Gerechtigkeit dienen. Nach dem Zweiten Weltkrieg argumentierten Verteidiger von angeklagten Nationalsozialisten, dass Hitler die Grausamkeiten befohlen hatte. Doch da diese Gesetze nicht der Gerechtigkeit dienen, sind sie laut Radbruch nicht nur irrelevant, sondern entbehren jeder Grundlage.

Radbruch schreibt weiter

  • „Wo also […] Gerechtigkeit nicht einmal erstrebt wird, können die so geschaffenen Anordnungen nur Machtsprüche sein, niemals Rechtssätze […]; so ist das Gesetz, das gewissen Menschen die Menschenrechte verweigert, kein Rechtssatz. Hier ist also eine scharfe Grenze zwischen Recht und Nicht-Recht gegeben, während wie oben gezeigt wurde, die Grenze zwischen gesetzlichem Unrecht und geltendem Recht nur eine Maßgrenze ist […].“

Aktuell fing die weißrussische Regierung einen Jet der Ryanair ab und zwang ihn zur Landung in Minsk. Angeblich gab es eine Bombendrohung. In Wahrheit befand sich ein regierungskritischer Journalist in der Maschine, der sofort festgenommen wurde. Bei diesem Beispiel, bei Gesetzen, die momentan der russische Präsident Putin erlässt und bei Diktatoren handelt es sich oft nicht um Gerechtigkeit, sondern um Eigennutz eines einzelnen oder von wenigen Mächtigen. In diesem Fall sagt Radbruch klar, dass die Gesetze irrelevant sind. Man sieht an dem weißrussischen Beispiel, an Putin oder Erdogan ganz klar, wie sehr hier „Tyrannen“ versuchen, alles gesetzeskonform aussehen zu lassen, damit die Welt nicht gegen sie vorgehen kann. Solange die Welt hier nicht Radbruch anwendet, sind dies legale Machtinhaber und dürfen das. Würde die Welt Gesetze nach Radbruch definieren, wäre vieles davon ungültig und wir könnten offen gegen Diktatoren und Co vorgehen.

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Masters of the Universe: Revelation (Spoilerfrei)

Masters of the Universe hat meine Kindheit maßgeblich beeinflusst, doch als ich hörte, dass Kevin Smith ein Reboot startet, fragte ich das Schicksal, was ich ihm so furchtbares angetan hatte. In der Geburtsstunde der Masters waren einige Kinder von Barbaren begeistert, während andere unbedingt Laserwaffen wollten. Also hat man bei dieser Franchise einfach beides zusammengemischt. Dies war für Animeserien, Filme und Reboots jedoch oft der Sargnagel oder verhinderte die Produktion schon präventiv. Also dachte ich mir, dass man sich bei einem Reboot für eine der beiden Seiten entscheiden müsste, doch gerade Kevin Smith hat einen weitaus besseren Weg gefunden.
In Masters of the Universe wird nämlich gerade dies thematisiert. Unglaublich geschickt teilt hier Smith die Charaktere auf die Natur und ihre Magie und die Science-Fiction-Technik auf. Dies spaltet die Wesen viel mehr, als die ursprüngliche Aufteilung in Gut und Böse. Offensichtlich ist diese Grundidee nicht gerade das, was die Fans sich von den Masters of the Universe erwarten, was die extrem schlechten Bewertungen auf IMDB zeigen.
Kevin Smith scheint eine überraschend ähnliche Wahrnehmung des Franchise wie ich zu haben. Die weiblichen Charaktere kamen meist zu kurz und Teela war eine absolut unglaubwürdig starke Persönlichkeit, die stetig von ihren Freunden belogen und veräppelt wurde. Damit ist nun jetzt Schluss. Da neben ihr und Evil-Lyn nicht mehr nennenswerte Frauen bis zum Erscheinen von She-Ra verkommen, muss sich das Universum an dieser Stelle selbstredend etwas erweitern. Außerdem ist es überaus erfrischend, wie die Charaktere entwickelt wurden und wie viele Randcharaktere schon in den ersten Folgen vorkommen. Nur als Beispiel wurde Beastman vom dumm, animalischen Gehilfen zu einer Art keltischem Wikingerkrieger.
Da ich auch sonst mit meinen Meinungen kaum im Mainstream liege, wird es wohl keinen überraschen, dass ich die Neuerfindung von Masters of the Universe liebe.

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Pussy Potion

Ich bekomme schon Aggressionen, wenn ich über die Handlungen von heutigen Blockbustern nachdenke, weshalb ich es bei Pornofilmen seit „Warum liegt hier Stroh?“ tunlichst vermeide, die Geschichte zu beachten. Pornos konzentrieren sich ohnehin eher auf die Action und benötigen noch nicht einmal CGI-Effekte. Doch beim kreativen Kurzfilm „Pussy Potion“ steht die Handlung im Vordergrund und ist nur schwer zu ignorieren.
Die Freundinnen Danni und Zoe liegen auf ihrem Bett und ziehen teenagertypisch über irgendwelche Bekannten her, als plötzlich Dannis Bruder ins Zimmer kommt und verkündet, dass er sich seine Nudel verbrannt hat. Als führsorgliche Schwester holt Danni eine ätzende Salbe und cremt damit seine Nudel ein, um ihn zu pranken. Der Bruder schreit nach Mami und erklärt den Sachverhalt.
Viele Einzelkinder werden nun neidisch auf Geschwister blicken, die sich nostalgisch erinnern.
Als Erziehungsberechtigte reagiert die Mutter zum Glück versiert. Es scheint in diesem Haus nichts Besonderes zu sein, dass die Schwester ihrem Bruder mal kurz an die Nudel fasst und auch ist der Mutter vollkommen egal, was nun weiter mit dem besten Stück ihres Sohnes geschieht. Die Mutter ist hauptsächlich genervt, weil sie wieder einmal schlichten muss, droht bei weiteren Beschwerden Danny die Autoschlüssel wegzunehmen und geht wieder die Sesamstraße ankucken.
Der Bruder fordert nun seine Schwester auf, etwas gegen das Brennen zu unternehmen, da er sich sonst noch einmal bei Mami beschweren würde. Danni bittet Zoe um Hilfe und so beginnen die beiden Mädchen die Schmerzen von der Nudel wegzublasen. Wer hier nun an eine Zweideutigkeit des Wortes denkt, liegt falsch. Die beiden Mädchen blasen wortwörtlich auf die Nudel und schütten Wasser darüber, doch nichts hilft. Schließlich hat Zoe die rettende Idee, denn ätzende Flüssigkeit kann man nur mit einem einzigen Zaubertrank heilen: Pussy Potion.
Danni möchte natürlich nicht ihre Autoprivilegien verlieren, also fingert sie an sich herum und reibt ihren Zaubersaft auf die Nudel ihres Bruders. Leider reicht die Menge nicht aus, also sehen die drei nur noch einen Möglichkeit.
Und an dieser Stelle, wo sogar Kindergartenabbrecher verstanden haben, dass ätzende Flüssigkeiten auf Schleimhäuten Aua machen, kommt Danny auf die geniale Idee, sich die eingecremte Nudel ihres Bruders ganz tief in ihr Allerheiligstes zu stecken.
Glücklicherweise wird Danny durch ein unbestimmtes Gefühl der Lust sogleich abgelenkt, doch bald stehen die drei vor einem weiteren Problem. Dannis Bartholinische Drüsen erzeugen bedauerlicherweise zu wenig Zaubertrank, weshalb nun Zoe einspringen muss. Bald haben die drei einen Rhythmus entwickelt, bei der der Bruder seine Nudel abwechselnd mal in das eine, mal in das andere Backrohr steckt. Es ist eine 50:50 Chance, in welchem Rohr das Brennen plötzlich aufhören würde. Schließlich erinnert sich Danni, dass sie nicht die Pille genommen hat und ein Kind mit ihrem Bruder gesellschaftlich nicht von Vorteil wäre. Und an diesem extrem spannenden Punkt endet der kurze Kreativfilm überraschend. Entweder möchte der Regisseur, dass wir uns selbst Gedanken machen oder es kommt bald der zweite Teil. Schreibt mir in die Kommentare, was ihr glaubt und welcher Luftverbraucher ein so krankes Drehbruch schreibt.

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American Gods (Plotfails – Super-Spoilerwarnung)

Wenn man eine abgeschlossene Geschichte hat, die man verfilmen möchte, sollte man sich nur für eine Serie entscheiden, wenn die Geschichte so umfangreich ist, dass man sie nicht in einem Film wiedergeben kann. Dass in der Realität die Entscheidung zwischen Film und Serie meist im Gewinn begründet ist, überrascht wohl nur noch die Wenigsten. Schon dem Buch „American Gods“ wird vorgeworfen, das es etwas langatmig ist, weshalb sich die Macher offensichtlich dachten, wir filmen einfach so lange, bis uns der Hahn zugedreht wird. Dies merkt man der Serie deutlich an, die auch nach drei Staffeln kein Ende finden wollte. Wir haben es hier mit drei vollständig unterschiedlichen Machwerken zu tun, wobei das erste noch auf die Handlung fokussiert, das zweite abschweift und das dritte ein vollkommen uninteressantes Sidequel der Macher erzählt. Die Hauptstory wird nur marginal weitererzählt. Da nun auch die Fans das Interesse verloren haben, wurde die Reißleine gezogen und die Serie abgesetzt. Alles Weitere erfahrt ihr im Clip.

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Euthanasie, Sterbehilfe und Begleiteter Suizid

Bei diesem Thema müssen wir uns zuerst den Begriff Mord genauer ansehen. Wir unterscheiden zwischen einer niederträchtigen Tat gegen den Willen eines Opfers und der ausdrücklichen Bitte des Patienten, während der Täter aus Barmherzigkeit einwilligt. Außerdem unterscheiden wir zwischen der Beihilfe zum Suizid, bei der beispielsweise Tabletten verschrieben werden dürfen, und einem reinen Begleiten auf dem Weg. Aktive Sterbehilfe ist in Europa aktuell nur in den Niederlanden, Belgien, Luxemburg und Spanien erlaubt, in Portugal wird gerade ein Gesetz überprüft und in der Schweiz ist die aktive Begleitung sogar für Menschen anderer Länder legal.
(Der folgende Beitrag beinhaltet meine Meinung.)
Der Begriff Euthanasie findet ausschließlich bei unheilbaren Kranken Anwendung. Ein Grund dafür können extreme Schmerzen des Patienten sein, welche bis zur ständigen Bettlägerigkeit führen können. Natürlich kann mit Medikamenten gegengewirkt werden, doch meist nicht bis zur Schmerzfreiheit. Außerdem regieren Menschen sehr unterschiedlich auf Drogen. Ihre Wirkung und der Kontrollverlust können eine wahre Qual werden. Dies kann sogar so weit führen, dass Menschen in ihren eigenen Körpern begraben werden. Gerade die Netflix-Serie Black Mirror beschäftigt sich sehr oft mit dem Thema. Kann man nicht mehr richtig hören und sehen, kann man keine Unterhaltung mehr konsumieren und vegetiert vor sich hin. Langeweile und Belanglosigkeit sind für viele Menschen extrem quälend und auch in der Religion als Fegefeuer eine Bestrafung. Hinzu kommt noch, dass man keine Hoffnung auf eine Wunderheilung hat, sondern einfach nur noch auf das Ende wartet.
Die Kirche ist selbstredend dagegen, dass Menschen über das von Gott gegeben Leben entscheiden. Sie glauben an einen erhöhten Druck auf kranke Menschen, die ihre Existenz rechtfertigen müssen. Dies ist schon sehr weit gedacht, jedoch sicherlich ein Problem, welchem man Einhalt gebieten muss. Doch nur, weil es Probleme geben könnte, ist dies kein zwingendes Argument, die Euthanasie zu verbieten. Nach dieser Theorie müsste die Menschheit ohne Gottesbeweis die Kirchen abschaffen. Da der Glaube nur für die Gläubigen Gültigkeit besitzt, ist die Stimme einer Organisation, die an etwas Übernatürliches glaubt, für eine Entscheidung des Staates vollkommen irrelevant, wofür die Säkularisierung steht. Freilich können Priester Gläubige auf ihrem Weg begleiten und sie spirituell unterstützen.
Weiter müssen Ärzte geschützt werden, denn es darf von niemandem verlangt werden, tödliche Arzneien zu verschreiben oder die letzte Injektion zu setzen. Der Staat hat keine gültige Rechtfertigung, den Menschen die Eigenentscheidung zu verweigern. Früher oder später wird jedoch die Frage aufkommen, ob auch Menschen aus psychischen Gründen ein Recht auf eine aktive Sterbehilfe haben. Dies könnte die Schädigung von dritten bei einem Selbstmord reduzieren und einige könnten sich auf dem Weg auch umentscheiden. Allerdings würden vielleicht auch die Zahlen der Selbstmörder erheblich steigen.

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Das Damengabit

Das Damengabit von Scott Frank und Allan Scott ist eine Serie auf Netflix. Zuerst spoilern wir die Handlung. Achtung: Dies könnte eine leicht, aber nur leicht überzeichnete und reduzierte Darstellung sein:
Beths Mutter hat beschlossen, dass sich der ganze Aufwand mit dem Leben weder für sie, noch für ihre Tochter lohnt und donnert mit vollem Karacho in einen Wagen auf der gegenüberliegenden Fahrbahn, um nicht nur sich selbst zu töten, sondern gleich auch noch ihre Tochter und den anderen Fahrer. Von dieser symphatischen Person stammt nun Beth, die diesen Autounfall überlebt hat. Was mit dem anderen Fahrer geschehen ist und warum Beth den Autounfall überhaupt überlebt hat, interessiert hier niemanden. Beth kommt in ein Heim, wird dort drogensüchtig gemacht, beginnt an der Decke über ihrem Bett Schach zu spielen und wird schließlich adoptiert. Der Ziehvater verlässt ihre depressive Ziehmutter, doch als Beth mit dem Schachspielen Geld verdient, blüht diese auf. Mutter und Tochter reisen durch die USA bis nach Mexiko und frönen dem Geld, dem Alkohol und den Tabletten, bis die Mutter plötzlich wegen Drogenmissbrauch stirbt. Beth wird im Schach immer besser und lernt dadurch viele andere Charaktere kennen, die meist nach einer Folge wieder verschwinden. Letztendlich verliert jeder im Schach gegen Beth, außer der russische Großmeister Vasily Borgov, weil sie sich am Tag zuvor mit Alkohol und einer Lesbe das Hirn wegballert hat. Letztendlich fliegt Beth jedoch nach Moskau und spielt ein letztes Mal gegen Borgov. Am Ende tauchen plötzlich alle vergangenen Charaktere auf, um ihr zu helfen. Sie spielt das Damengambit, das in keinster Weise erwähnt oder gar erklärt, sondern nur schwer ersichtlich im Hintergrund dargestellt wird und gewinnt. Nun scheint sie ihre Freunde nicht mehr zu benötigen und lernt stattdessen alte, russische Männern kennen.
Beth zeigt bis zum Ende der Serie kaum Emotionen. Sie ist nicht unsympathisch, doch auf keinen Fall ein Charakter, mit dem sich irgendjemand identifizieren kann oder gar will. Alle Menschen um sie herum versuchen einfach alles, um der drogenabhängigen Göre, die wie verrückt mit Geld um sich wirft, zu helfen und ernten nur emotionale Kälte. Erst als Beth ihre Hilfe benötigt, wird sie etwas emotional, was ihr herabwürdigendes Verhalten natürlich total rechtfertigt. Zahlreiche Charaktere bleiben auf der Strecke oder verrecken, nur damit Beths Geschichte erzählt werden kann.
Doch worum geht es in Damengambit? Um ehrlich zu sein, habe ich nicht die geringste Ahnung. Um Schach geht es auf alle Fälle nicht. Es scheint nicht nötig zu sein, Schach in irgendeiner Art und Weise zu erklären oder die Spiele dramaturgisch zu zeigen, bis es zur letzten Auseinandersetzung kommt. Hierzu schreibt Wikipedia: „Es wird tatsächlich ein klassisches Damengambit gespielt, das im Mittelspiel zu einer für beide Spieler dynamischen und gefährlichen Situation führt.“ Tatsächlich! Nicht einmal Wikipedia konnte augenscheinlich am Ende noch glauben, dass das namensgebende Damengambit vorkommt. Natürlich muss so ein Spielzug nicht erklärt werden, da dies offensichtlich zur Allgemeinbildung gehört.
Auch zur Liebesserie taugt das Ganze nicht und wie man mit Drogen umgeht, haben die Macher ebenfalls nicht begriffen. Noch nicht einmal Probleme, die für eine Waise im Heim auftreten könnten, die Unterdrückung der Frau in den 60er/70er, zwischenmenschliche Beziehungen oder irgendetwas anderes wird hier thematisiert. Es geht einzig und allein darum, dass eine Göre Schachweltmeisterin wird, ohne auch nur im Geringsten etwas von Schach zu erzählen. Klingt ziemlich sch(w)achsinnig.
Was möchte uns diese Serie sagen? Der Vater wollte sich um Beth und ihre Mutter kümmern, doch diese hat ihn weggeschickt. Dann hat er sich ein neues Leben aufgebaut und wollte nichts mehr von seiner Ex und seiner Tochter wissen. Daraufhin hat die Mutter versucht, sich und zwei andere Menschen zu töten. Dies wird nicht näher thematisiert, soll aber anscheinend Beths Verhalten rechtfertigen.
Beth nimmt Drogen und kann dadurch besser Schach spielen. Lange nach dem Drogentot ihrer Mutter kommt sie plötzlich vollkommen überraschend dahinter, dass Drogen doch nicht so gesund sind. Dann erkennt sie jedoch, dass sie mit Drogen besser Schach spielen kann, bis sie letztendlich doch keine Drogen mehr benötigt. Also was jetzt? Quetscht man die Essenz aus den sieben, sehr langen Folgen, in denen sehr wenig geschieht, geht es wohl mehr um Drogen, als um Schach. Auch wenn man meinen möchte, dass es am Ende um das Damengambit geht, so liegt der Fokus wohl auf folgendem: Beth hat nun ausnahmsweise keine Drogen mehr genommen, blickt wieder einmal zur Decke wie in ihrer Kindheit und gewinnt die Partie durch ihre Vorstellungskraft. Zumindest das war ganz nett.

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HC Strache und Die Allianz für Österreich (Fail)

Die Allianz für Österreich oder DAÖ, leicht zu verwechseln mit dem Wort Diarrhö, ist eine rechte Partei in Österreich, die sich von der FPÖ abgespalten hat und deren Gründungsmitglieder nur aktive Politwissenschaftler kennen. Das Team bestand lange aus drei Personen und der YouTube-Kanal hat heute fast schon 30 Abonnenten.
Die DAÖ hat sich von der rechtesten Partei Österreichs, der FPÖ abgespalten, die einst von Heinz Christian Strache geleitet wurde. Dieser musste nach der Ibiza-Affäre zurücktreten und nachdem weitere Skandale, beispielsweise um falsche Spesenabrechnungen, aufkamen, wurde er gänzlich suspendiert. Doch drei FPÖ Mitglieder hielten Strache die Treue, traten aus der Partei aus und bildeten die DAÖ.
Die Partei übernahm größtenteils das Programm der FPÖ, doch sie hatte ein Alleinstellungsmerkmal, denn sie war nicht gegen Strache, sondern sie hatte ihn sogar als Anführer erwählt. Es wäre fraglich, ob das nach einem Skandal mit Strache als Hauptangeklagten als positive Besonderheit gilt, doch dies ist nebensächlich, da Strache von der ganzen Aktion nichts wusste und auch keine Lust hatte, der Partei jemals beizutreten. In mehreren Interviews wurden die Mitglieder gefragt, was ihre politischen Ziele wären und die Antwort war immer dieselbe: „Wir haben Strache.“ Dabei wurde vollkommen ignoriert, dass dies weder ein politisches Ziel ist, noch dass sie Strache tatsächlich hatten.
Nach ungefähr fünf Monaten ließ sich Strache nun endlich erweichen und trat der Partei als Vorstand bei. Da der Name doch eher fragwürdige Assoziationen weckt, benannte er die Partei in Team HC Strache um, um auch jeden Vorwurf der Arroganz oder des Egoismus vorzubeugen. Dieser YouTube-Kanal hat sogar über 1.000 Abonnenten. Nach Skandalen um Coronaverleugnung, rechten und antisemitischen Äußerungen und Beschimpfungen gegen den Bundeskanzler, trat das Team HC Strach bei der Wienwahl an und erreichte überraschenderweise nicht die nötigen Stimmen.

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Fast and Furiouse 1-8 kurze Zusammenfassung mit Comedy-Fazit

Der Undercover-Polizist Brian O´Conner infiltriert die Tanklasterdiebe um Dominic Toretto und seiner Freundin Letty, während er sich in die Schwester Mia Toretto verliebt und auch zu Dom eine starke Bindung aufbaut. Als der Konkurrent Johnny Tran schließlich ein Crewmitglied von Dom tötet, hilft Brian bei der Rache und lässt Dom entkommen. Dadurch macht er sich jedoch strafbar und ist nun selbst auf der Flucht.
Nachdem er bei einem Straßenrennen festgenommen wird, zwingen ihn die Beamten erneut als verdeckter Ermittler den Drogenhändler Carter Verone zu infiltrieren. Dies gelingt gemeinsam mit seinem alten Freund Roman Pearce, der später in Doms Team eintreten wird. Inzwischen versuchte Letty als Undercoveragentin den Ruf des Teams wieder rein zu waschen, doch sie wurde in der Drogenorganisation von Arturo Braga ermordet. Dom und Brian, der nun FBI-Agent ist, infiltrieren Bragas Organisation und finden in Fenix den Mörder von Letty. Bragas Mitarbeiterin Gisele verrät die Organisation. Brian kann Braga stellen und Dom kann Fenix töten. Dom stellt sich und wird trotz seiner Hilfe zu 25 Jahren Haft verurteilt. Doch schon am Weg ins Gefängnis wird er von Brian, Mia und dem Team befreit. Nun werden alle verfolgt und fliehen nach Rio de Janeiro, wo sich das Team weiter vergrößert. Sie planen einen Raubüberfall, der den DEA-Agenten Luke Hobbs auf ihre Fährte bringt. Dessen Partnerin Elena verliebt sich dabei in Dom und kommt mit ihm zusammen. Dem Team gelingt es, Hobbs zu täuschen und dem fragwürdigen Geschäftsmann Reyes ein Vermögen abzuknöpfen. Hobbs wechselt zum DSS und findet mit seiner neuen Partnerin Riley das Team auf den Kanarischen Inseln. Er informiert Dom, dass Letty noch lebt und bietet ihm für seine Hilfe Straffreiheit an. Letty hatte einen Gedächtnisverlust und arbeitet nun für den ehemaligen SAS-Soldant Owen Shaw, der Komponenten für eine Waffe stiehlt, mit der man die Kommunikationsmittel eines gesamten Landes blockieren kann. Riley verrät Hobbs, doch Letty wechselt wieder zu Dom und der schwerverletzte Owen kann schließlich festgenommen werden. Dom kommt wieder mit Letty zusammen und Elena arbeitet fortan wieder für Hobbs. Beim Endkampf stirbt jedoch Gisele, die inzwischen mit Han zusammen war, weshalb dieser nach Tokyo geht. Dort kommt er in die örtliche Driftszene, baut eine Geschäftsbeziehung zu Takashi auf und lernt den Schüler Sean Boswell kennen, der einer Haftstrafe in den USA entgehen möchte.

Sean demoliert Hans Wagen bei einem Rennen gegen Takashi und steht so in seiner Schuld. Han bestiehlt jedoch Takashi und wird auf der Flucht von Owen Shaws Bruder Deckard ermordet, der sich am Team, welches seinen Bruder schwer verletzt hat, rächen möchte. Sean hat sich inzwischen in Takashis Freundin verliebt und fordert diesen zu einem letzten Rennen heraus, welches er für sich entscheiden kann. Dom kommt nach Tokyo, holt von Sean Hans persönliche Gegenstände und beginnt den ehemaligen britischen Offizier Deckard zu jagen. Dieser möchte die Programmiererin Ramsey und den Computerchip „Das Auge Gottes“, mit dem man alles überwachen kann. Der Agent Mr. Nobody bietet Dom und seinem Team an, dass sie den Computerchip für die Suche nach Deckard nutzen dürfen, wenn sie ihn stehlen. Die Crew befreit Ramsey im Kaukasus-Gebirge und holt den Chip aus einem Hochhaus in Abu Dhabi. Dom, Hobbs und das Team stellen Deckard und Brian will sich fortan mit Mia nur noch um ihre Kinder kümmern. Die Cyber-Terroristin Cipher entführt jedoch Elena und ihr Kind, welches überraschend von Dom stammt. Sie zwingt diesen gegen sein Team zu arbeiten und eine EMP-Waffe, sowie russische Nuklearcodes für Atomraketen zu stehlen, wobei sie Elena tötet. Dom muss in Sibirien ein U-Boot mit Atomwaffen stehlen, wo er gegen sein Team antritt. Die Shaw-Brüder haben jedoch überraschend die Seiten gewechselt und schaffen es, Doms Sohn zu befreien, der nun das U-Boot zerstören kann, während Cipher im letzten Moment entkommt. Schließlich erhält Doms Sohn den Namen Brian.
Erwähnenswertes: Brian wird drei Mal vom Guten zum gesuchten Verbrecher, wobei er durch Verrat im Rang vom Polizisten zu einem FBI-Agenten aufsteigt. Er mausert sich vom hauptberuflichen Infiltranten von drei Organisationen zum Straßenrennfahrer, zum Gelddieb, zum Bekämpfer des internationalen Terrorismus und schließlich zum steinrechen Pensionisten, da er das Geld von Rio de Janeiro behalten durfte. Wir gratulieren an dieser Stelle recht herzlich.
Hobbs wechselt durch sein Versagen von der DEA nahtlos zur DSS, während Elena von einer Polizistin in Rio de Janeiro durch ihren Verrat zur DSS wechselt. Diese Bewerbungsgespräche sollten unbedingt noch veröffentlicht werden.
Die komplette Shaw-Familie besteht aus den besten Agenten und Militärs, wobei die Brüder vorübergehend zu Terroristen werden. Deckard tut dies vollkommen emotionsbefreit nebenbei, nur um sich am Team zu rächen. Das könnte jedem von uns passieren, dass wir morgens aufwachen und aus Versehen plötzlich Terroristen sind. In diesem Franchise wechselt jeder Hauptcharakter mehrmals vom Agenten zum Schwerverbrecher bis hin zum Terroristen und wieder zurück und steigt dabei stetig auf, bis er zur einzigen Hoffnung der Welt wird und den neuen Terrorismus mit seinen schnellen Fahrzeugen bekämpft.

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Winterkartoffelknödel, Dampfnudelblues und Schweinskopf al dente (Rita Falk)

Die Kriminalromane von Rita Falk über den bayrischen Kommissar Franz Eberhofer sind inzwischen schon Kult. Sie tragen Namen von typischen Gerichten und beginnen mit Winterkartoffelknödel, Dampfnudelblues und Schweinskopf al dente. Die Geschichten lesen sich leicht, sind sehr unterhaltsam und lustig und werden in der Hörbuchform hervorragend von Christian Tramitz gelesen.
Im Vordergrund steht das Leben des Franz Eberhofer, dem Dorfpolizisten aus Niederkaltenkirchen. Das bairische Umfeld wird mit Liebe und schönen Wortspielen beschrieben. Franz wohnt bei seiner Oma und seinem Vater im Saustall, die Oma kocht meist die titelgebenden Gerichte, Franz hat ein Gspusi mit der Susi und einen ehemaligen Kollegen namens Rudi. Auch das Dorf und seine Bevölkerung werden mit Liebe in Szene gesetzt. Bei dem, was der liebe Franz jedoch selbst in der Fastenzeit verschlingt, müsste er gut 150 kg haben.
Einst war Franz ein Polizist in München, doch nach einem Zwischenfall wurde er versetzt und löst jetzt ländliche Schwerverbrechen auf. Um in Niederkaltenkirchen überleben zu können, muss er seine intriganten Fähigkeiten gegen Bürgermeister und Richter nutzen, die meist offensichtliche Verbrechen hartnäckig ignorieren. Dann ist es auch kein Problem, wenn er bei jeder Gelegenheit seine Waffe zieht und ein wenig rumballert.
Es empfiehlt sich, die Romane der Reihenfolge nach zu lesen, weil sich die diversen Beziehungen auf- oder abbauen. Leider kommt der Birkenberger Rudi etwas zu oft als Deus Ex Machina und rettet Franz etwas zu pathetisch aus den gefährlichen Situationen. Selbst wenn unser Polizist irgendwo zwischen Deutschland und Italien am Parkplatz steht, taucht der treue Gehilfe rein zufällig hinter ihm auf.
Bücher und Filme unterscheiden sich an vielen Punkten sehr eindeutig, was jedoch einer sinnvollen Spannungskurve geschuldet ist. Es sind alles in allem gelungene Werke, die das schaffen, was sie wollen und gut unterhalten.

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Top 5 PlotFAILS 25: James Bond – Stirb an einem anderen Tag, Black 47 (MCPM 180)

Top 3: Jason and the Argonauts (1963)
Es gibt viele Texte und Geschichten, die einer gewissen Zeit entstammen, zu der wir heute nur noch schwerlich Zugang finden. So geht es mir auch bei einigen alten Filmen, bei denen ich oft nicht verstehe, was mir gewisse Szenen eigentlich sagen wollen. Dann stellt sich immer die Frage, ob die Menschen damals diese Szenen mit dem Wissen dieser Zeit verstanden oder ob sie es einfach nur akzeptiert haben. So ging es mir auch hin und wieder bei diesem Film.
Zeus und Hera wetten, ob Jason es schafft, das goldene Vlies zu holen. Dabei ist es ihnen natürlich vollkommen egal, wie die Menschen dabei aussteigen. Hera darf Jason fünf Mal helfen, Zeus ihn jedoch so oft behindern, wie er will. Vielleicht hätte sich Hera einen Anwalt vor Wettabschluss nehmen sollen.
Jason besorgt sich eine Mannschaft, die losrudert und unentwegt vollkommen hungrig und erschöpft ist. Man will ans Ende der Welt und hat offensichtlich vergessen, Nahrung mitzunehmen. Außerdem scheint das Segel für den Rückweg geschont zu werden. Leider hat man auch schon damals viel zu wenig auf eine gewisse Logik in der Geschichte geachtet.

Top 2: Black 47
Black 47 will die vergangenen Grausamkeiten in Irland zeigen, was jedoch kaum banaler ausfallen könnte. Feeney desertiert aus der britischen Armee, erfährt, dass seiner Familie Unrecht widerfahren ist, tötet alle beteiligten und stirbt am Ende. Hannah hat mit ihm gedient, soll ihn nun verfolgen und hilft ihm jedoch schließlich. Selbst in den 80er und 90er Jahren, als simple Rachefilme boomten, wäre dies ein sehr einfacher Plot gewesen. Zwar basiert die Geschichte sicherlich auf wahrer Gewalt, doch der Film zeigt darüber hinaus absolut gar nichts.

Top 1: James Bond: Stirb an einem anderen Tag
Zum letzten Mal schießen alle Bösen der Welt auf Pierce Brosnan als James Bond, doch niemand versucht ihn zu treffen. Die Action-Szenen sind kreativ und unterhaltsam und reichen von Schwert- und Laserkampf, über einen Eispalast, bis hin zu einem Flugzeug, das sich in der Luft auflöst.
Bond infiltriert Nordkorea problemlos auf einem Surfbrett, da damit anscheinend niemand rechnet. Er fängt einen Koffer mit Diamanten ab, wo auch gleich ein Fach für seinen C4 Sprengstoff miteingebaut wurde. Bond versucht zu fliehen, hat aber plötzlich keine Lust mehr und lässt sich lieber verhaften und verhören. Trotz Schmerzen und Drogen ignoriert der nordkoreanische Befehlshaber die Tatsache, dass sich ein Verräter unter ihnen befindet. Schließlich wird Bond ausgetauscht. Nun vertraut ihm der MI6 nicht mehr und er muss fliehen. Nach all der Folter schwimmt er problemlos einen ganzen Kilometer, ohne von einem Boot eingeholt werden zu können und geht nun alleine gegen die Bösen vor.
Bond fliegt nach Cuba, stolpert zufällig über Jinx, einer NSA-Agentin und kommt dem Bösen Gustav Grave auf die Spur. Garve lässt sich nicht lange bitten und lädt Bond an jenen Ort ein, wo er seine Superwaffe verkaufen will. Klingt nach einer hervorragenden Idee, denn Grave hat nichts Geringeres gemacht, als eine zweite Sonne erschaffen. Welcher Agent hätte da schon Bedenken wegen möglichen Machtverschiebungen auf der Welt? Und am Ende springt der Böse wieder einmal mit dem letzten Fallschirm aus seinem eigenen Flugzeug. Die sicherlich einfachste Methode, seine Feinde zu töten.

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