Mad Max: Hin und Zurück (Gebbi Vs Filme SPOILER)

Als ich Mad Max: Fury Road im Kino sah, war mir klar, dass dieser Film einen Oscar für das beste Szenenbild bekommen muss, was er, neben vielen anderen Auszeichnungen, auch geschafft hat. Die Masse liebt den Streifen und ich möchte mich auf keinen Fall über die herausragenden Eigenschaften des Blockbusters streiten. Der Geschichte könnte man, wenn man sehr zynisch wäre, einen klitzekleinen Vorwurf machen.
In einer dystopischen, kargen Welt, die Wasser und Benzin im Überfluss besitzt, herrscht in einer Wüstenzitadelle der Mythos vom Grünen Land. In Wahrheit ist das Fleckchen Erde nur ein paar Tagesreisen entfernt, aber der Job des Spähers ist bei den Warboys nur etwas für Mädchen und auf die Idee, die nähere Umgebung nach Rohstoffen abzusuchen, ist offensichtlich noch nie jemand gekommen. Max zieht mit seinen schwangeren Freundinnen zum Spaß aus und findet tatsächlich das Grüne Land, welches zu einem Sumpf verkommen ist. Verwirrt und ziellos bummeln sie weiter durch die Wüste, als sie plötzlich einen Mast im Sand entdecken, auf dem eine nackte Frau lasziv schmachtet. Selbstredend kann hier keiner widerstehen und auch niemand wird skeptisch, wenn sich eine nackte Feministin mitten in der Wüste auf einen Mast begibt und wie bescheuert räkelt, um sich einen formidablen Hitzeschlag zu holen. Max geht vollkommen überraschend in die Falle. Die ehemaligen Bewohner des Grünen Lands erscheinen und erklären, dass sie den Sumpf, der noch immer viel vitaler als Sand ist, verlassen mussten, um hierher zu ziehen.
Ich wartete mit Spannung darauf, dass die Kamera hochschwenkt und eine gigantische Stadt in der Wüste offenbart. Aber Pustekuchen. Nur langsam wurde mir klar, was mit „hier“ präzise gemeint ist. Ein Mast im Sand.
Wir resümieren. Also zuerst lebten die Bewohner des grünen Lands und der Zitadelle jahrzehntelang nebeneinander, ohne etwas vom anderen zu wissen. Nach dem Fall des Paradieses sind die Bewohner vom vitalen Sumpf in die Wüste zu einem Mast umgezogen. Seither räkelt sich dort täglich eine nackte Frau, während sich der Rest hinter einer Düne versteckt, hämisch kichert und darauf hofft, dass ein Wüstenwanderer in die Falle geht. Auch wenn keiner weiß, woher der eigentlich kommen soll. Nach Jahrzehnten des sinnlosen Wartens kommt endlich das Schwangerengeschwader vorbei kam, doch nach all den Stimmungsschwankungen hat Max genau jetzt die Schnauze voll, dreht um und alle fahren wieder zur Zitadelle zurück. Hin und zurück, eine ziemlich unnötige Reise!

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